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Labore sind überlastetBald nicht mehr genug Corona-Tests für alle

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PCR Test Labor

Symbolbild 

Berlin/Köln – Wegen der stark steigenden Infektionszahlen stehen nach Einschätzung des Leiters des Corona-Krisenstabes der Bundesregierung, Generalmajor Carsten Breuer, bald voraussichtlich nicht mehr genügend Testkapazitäten für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung.

Priorisierung droht

„Wir werden mit Sicherheit wie bei allen knappen Ressourcen Kapazitäten bündeln müssen, wo es erforderlich ist“, sagte Breuer auch der „Süddeutschen Zeitung“. Das gelte auch für Tests. „Sobald es irgendwo eng wird, muss ich priorisieren. Da haben Beschäftigte in der kritischen Infrastruktur Vorrang“, sagte der Bundeswehr-General. Das Ziel sei aber, das bisherige Testregime so lange wie möglich aufrecht zu erhalten, hob er weiter hervor. „Wir brauchen möglichst genaue Daten, um zu sehen, wie sich die Welle bei uns auswirkt“.

Corona-Tests

2,4 Millionen PCR-Corona-Tests können die 177 medizinischen Labore, die an einer entsprechenden Umfrage des Robert-Koch-Instituts teilnahmen, derzeit pro Woche maximal durchführen. Dieser Wert hat sich seit Februar 2021 kaum verändert. Die 1,95 Millionen Tests in der 47. Kalenderwoche 2021 stellen den bisherigen Rekordwert dar.

Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann äußerte ebenfalls die Befürchtung, dass bald nicht mehr jeder im Verdachtsfall einen PCR-Test machen kann, weil die Kapazitäten der Labore ausgeschöpft sind. Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen sagte, es müsse darauf geachtet werden, Schwerstkranke und das Personal der kritischen Infrastruktur zu bevorzugen – auch wenn dies dann an anderer Stelle, etwa beim Freitesten, zu Verzögerungen führe. „Das Bundesgesundheitsministerium muss schnellstens eine Handlungsempfehlung zur Priorisierung bei PCR-Tests vorlegen“, sagte auch der CDU-Gesundheitsexperte Tino Sorge . Es könne dann sein, „dass ein Urlauber länger warten muss, damit ein Pflegebedürftiger sein Resultat zügig erhält“ oder Beschäftigte in der kritischen Infrastruktur versorgt werden können.

Wüst dringt auf Impfpflicht

Unterdessen dringt NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) auf die schnelle Vorbereitung einer allgemeinen Impfpflicht durch den Bundestag. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte ein entsprechendes Gesetz für Ende Februar oder Anfang März in Aussicht gestellt.

Wenn es März werde, sei es gut, so Wüst. „Mir ist wichtig, dass wir genug Zeit haben, die Menschen zu erreichen und zu überzeugen, ohne dass wir über Bußgelder sprechen müssen“, sagte er. Vize-Ministerpräsident Joachim Stamp (FDP) nannte die Debatte über eine Impfpflicht „schwierig“. Er selbst sei aber weiterhin „sehr offen“ dafür. In seiner Partei ist die Impfpflicht umstritten.

Booster auch für Kinder

Angesichts der immer stärkeren Ausbreitung der Omikron-Vraiante in Deutschland warb Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) für Auffrischimpfungen (Booster). Für jeden, der dies jetzt wolle, stehe Impfstoff zur Verfügung. Die Ständige Impfkommission spricht sich nun generell für Auffrischimpfungen auch für Kinder von 12 bis 17 Jahren aus.

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Die Zahl der an einem Tag gemeldeten Neuinfektionen überschritt nun zum zweiten Mal in Folge die Marke von 80 000. Bundesweit meldeten die Gesundheitsämter 81 417 neue Fälle, so das Robert-Koch-Institut. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg am Donnerstag auf 427,7 nach 407,5 am Vortag. (afp/dpa/bla)