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Zukunftsnetz Mobilität NRWWie aus Parkplätzen Sitzplätze werden

Lesezeit 3 Minuten
-stadt-terrassen-

Einfach mal Pause machen: Die mobilen „Stadt-Terrassen“ machen es möglich. 

Köln/Mönchengladbach – „Weniger Parkplätze – mehr Freiraum“ unter diesem polarisierenden Titel möchte das Zukunftsnetz Mobilität NRW ab dem 20. Mai in Städten, Kreisen und Gemeinden in NRW Experimente zur Umgestaltung des Straßenraums anstoßen. Und zwar mit mobilen Stadtmöbeln aus Holz, die mit bepflanzten Blumenkästen zum Sitzen und Verweilen einladen. Die sogenannten „Stadt-Terrassen“ können ausgeliehen werden und sollen auf Parkplätzen platziert werden, das dürfte nicht jedem gefallen.

Finanziert wird das Angebot aus Mitteln des Landesverkehrsministeriums. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst findet es gut: „Innovative und flexible Stadtmöbel helfen, unsere Innenstädte zu guten Orten zu machen. Dazu stärken wir den Fuß- und Radverkehr und vernetzen Bus und Bahn, On-Demand-Verkehre, Fahrrad-, Scooter- und Carsharing-Angebote. So schaffen wir Freiräume für mehr Lebens- und Aufenthaltsqualität“, so Wüst. Es sei ein Mosaikstein die Mobilität in NRW zu verbessern, sicherer und sauberer zu machen.

Während der Projektzeit werden die Städte, Kreise und Gemeinden eng von den Kommunalberatern des Zukunftsnetz Mobilität NRW begleitet. Um nützliche Schlüsse aus dem neuen Angebot ziehen zu können, wird die Nutzung der „Stadt-Terrassen“ von der Hochschule Bochum evaluiert.

Pilotprojekt in Mönchengladbach

Als Pilot voran geht die Stadt Mönchengladbach, die die „Stadt-Terrassen“ seit 7. Mai für einen Zeitraum von drei Wochen schon auf fünf vormals mit Autos belegten Parkplätzen aufgestellt hat. In den Aktionswochen soll es verschiedene Bürgerbeteiligungsformate, Gesprächsrunden und Kreativangebote, die die alternativen Nutzungsmöglichkeiten der Parkplätze demonstrieren sollen, geben.

Kölner Beispiel

„Sitzen statt Parken“, das kam 2020 in Köln bei vielen Gastronomen und Stammgästen zur Ausweitung der Außengastronomie gut an, um die Folgen der Corona-Krise abzumildern.

Mehr als 250 Wirte und Café-Betreiber konnten im Schnellverfahren mehr Sitzplätze für ihre Gäste auf Parkplätzen vor der Tür aufstellen. Die „Schnellkonzessionen“ galten zunächst nur bis 31. Oktober.

Oberbürgermeister Felix Heinrichs ist sicher: „Die Menschen wünschen sich mehr Lebensqualität vor der Tür. Bäume, Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, Sitzgelegenheiten. Gerade in den Innenstädten sind viele Ziele leicht ohne Auto erreichbar und der Trend hin zum Rad ist ungebrochen. Ein Wandel des Mobilitätsverhaltens geht mit einem Wandel der Aufenthaltsqualität einher.“

Am Donnerstag, 20. Mai, wird das Zukunftsnetz Mobilität NRW seinen Mitgliedskommunen die Möbel und Ausleihbedingungen in einer virtuellen Fachveranstaltung vorstellen und eine detaillierte Ansicht auf der Internetseite bereitstellen.

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Ab diesem Tag sind auch Bewerbungen für eine Ausleihe möglich. Voraussetzung sind unter anderem ein definiertes Ziel für die Aktion und die Schilderung der Projektschritte, wie etwa die Einbindung von Einzelhandel und Bürgerschaft. Mehr Infos gibt es ab 20. Mai auch auf der Internetseite des Zukunftsnetz Mobilität NRW. (kmü)