Mehr als 3700 Autos brennen auf dem Frachter „Fremantle Highway“. Mehrere Autohersteller prüfen, ob ihre Autos an Bord sind.
Umweltkatastrophe drohtNordsee-Frachter hat Hunderte Mercedes geladen – Autobauer äußern sich

Der Frachter „Fremantle Highway“ brennt seit Mittwoch in der Nordsee vor Ameland. Laut Reederei sind mehr als 3700 Autos an Bord, sie könnten noch wochenlang brennen.
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Die Zahl der brennenden Autos auf dem Frachter „Fremantle Highway“ in der Nordsee ist größer als gedacht. Laut Angaben der japanischen Reederei Kawasaki Kisen Kaisha hat das havarierte Schiff 3783 Autos geladen – die niederländischen Behörden hatten zunächst von 3000 Fahrzeugen gesprochen. Mehrere Autohersteller prüfen derzeit, ob ihre Fahrzeuge an Bord sind.
Der deutsche Autobauer Mercedes hat bereits bestätigt, dass 350 Fahrzeuge der Marke an Bord des Frachters vor Ameland sind. Darunter seien auch 25 sogenannte batterieelektrische Fahrzeuge (BEV), die mit einem Elektromotor betrieben würden. US-Autobauer Ford, der auch ein Werk in Köln besitzt, erklärte, er habe keine Fahrzeuge an Bord der „Fremantle Highway“.
Nordsee: Frachter „Fremantle Highway“ hat Hunderte Mercedes geladen – keine Ford-Autos an Bord
Das berichtet das Branchenportal „Automotive News Europe“. Auch der japanische Autobauer Nissan erklärte, keines seiner Autos sei an Bord des havarierten Frachters. Die Hersteller Renault, Stellantis (Fiat und Peugeot), sowie Toyota sagten, es sei unwahrscheinlich, dass ihre Fahrzeuge an Bord seien. General Motors und BMW würden dagegen noch prüfen, ob ihre Autos betroffen seien.
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Die Besitzer der „Fremantle Highway“, die japanische Reederei Kawasaki Kisen Kaisha, nannte zunächst keine weiteren Details zu den geladenen Fahrzeugen. Ersten Erkenntnissen niederländischer Behörden zufolge könnte ein Brand an einem Elektroauto das Feuer ausgelöst haben. Experten befürchten, dass die „Fremantle Highway“ aufgrund der Elektrobatterien wochenlang brennen könnte.
Nordsee: Deutscher Notschlepper zieht havarierten Frachter von Schifffahrtroute
Der havarierte Frachter war laut Angaben der Reederei auf dem Weg aus Bremerhaven in Richtung Singapur und sollte in Port Said am Suezkanal Halt machen. Nach Ausbruch des Brandes waren einige Mitglieder der Besatzung von Bord gesprungen. Ein Crew-Mitglied sei durch den Brand ums Leben gekommen.
„Wir möchten unsere Trauer über diesen Verlust zum Ausdruck bringen und richten unser aufrichtiges Beileid an die Familie des Verstorbenen“, heißt es in einer Mitteilung der Reederei. Kawasaki Kisen Kaisha ist auch Besitzer des Frachters „Ever Given“, der im Jahr 2021 tagelang den Suezkanal blockierte.
Ein deutscher Notschlepper hatte den brennenden Frachter mit einem Notkabel am Mittwoch zunächst von seiner Schifffahrtsroute in der Nordsee gezogen, um diese nicht weiter zu blockieren. Seitdem laufen die Löscharbeiten an dem Frachter, der unter panamaischer Flagge fährt.
Frachter in der Nordsee brennt – Umweltkatastrophe im Wattenmeer befürchtet
Forscher warnen vor einer drohenden Umweltkatastrophe in der Nordsee, sollte der Brand nicht gelöscht werden können und die „Fremantle Highway“ untergehen. „Wir wollen nicht spekulieren, aber natürlich sind wir, wie alle, besorgt“, sagte die Ökologin Ellen Kuipers von der Umweltschutzorganisation Waddenvereniging.
Das Wattenmeer gehört zum Weltnaturerbe der Unesco. Das Gebiet verfügt über eine hohe Artenvielfalt von mehr als 10.000 Tier- und Pflanzenarten. Sollte das Frachtschiff sinken, wäre das eine „Katastrophe“, schrieb die niederländische Zeitung „De Telegraaf“. Die Rettungskräfte würden derzeit mit Hochdruck daran arbeiten, ein Sinken des Schiffs zu verhindern. (shh)