Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat den Vorwurf von Zirkus-Chef Bernhard Paul zurückgewiesen, die Stadtverwaltung bringe dem Circus Roncalli zu wenig Unterstützung und Wertschätzung entgegen.
Zu wenig UnterstützungReker kontert Kritik von Roncalli-Chef Bernhard Paul
Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat den Vorwurf von Zirkus-Chef Bernhard Paul zurückgewiesen, die Stadtverwaltung bringe dem Circus Roncalli in seiner Heimatstadt Köln zu wenig Unterstützung und Wertschätzung entgegen. Im Rundschau-Interview hatte Paul unter anderem gesagt, sein Traum von einem Roncalli-Museum in Köln sei „bislang an den Auflagen und Vorgaben der Stadt Köln gescheitert“ und erklärt: „In Köln bin ich sehr stiefmütterlich behandelt worden.“
Kulturbetrieb mit stolzer Tradition
Auf Anfrage sagte Rekers Sprecher Alexander Vogel: „Die Oberbürgermeisterin sieht im Circus Roncalli einen Kölner Kulturbetrieb mit einer stolzen Tradition. Sein Erfolg beruht auf einer beeindruckenden Lebensleistung seines Gründers Bernhard Paul. Die Oberbürgermeisterin nimmt sich daher wiederholt persönlich Zeit für den Austausch mit Herrn Paul und dessen Anliegen. Innerhalb des Handlungsrahmens der Verwaltung werden die Anliegen des Unternehmens konstruktiv und lösungsorientiert begleitet.“ Dazu gehöre beispielsweise, dass die Stadt Köln „den Neumarkt als geschichtsverbundenem Veranstaltungsort des Circus Roncalli insbesondere zu dessen 50-jährigem Jubiläum zur Verfügung stellen“ werde, so Vogel.
Auf dem Neumarkt wird derzeit ein Brunnen gebaut, außerdem ist eine mobile Gastronomie geplant. Beides wurde nach Angaben der Stadt ausdrücklich so konzipiert, dass der Circus Roncalli weiterhin sein Zelt und seine Zirkuswagen auf dem Neumarkt aufstellen kann.
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Zum Plan eines Roncalli-Museums hatte Bernhard Paul im Rundschau-Interview gesagt: „Wir waren schon mehrfach startklar, es gab Versprechungen der Oberbürgermeisterin Reker, dann sind wieder zwei Jahre ins Land gegangen. Ich werde 77 Jahre alt, so viel Zeit habe ich also nicht mehr.“
Entscheidung liegt beim Rat
Paul brachte auch das derzeit leer stehende Zeughaus, die frühere Heimat des Stadtmuseums, als mögliches Domizil für seine Sammlung ins Gespräch. Dazu erklärte Vogel: „Die Entscheidung über die Nutzung des Zeughauses trifft der Rat der Stadt Köln. Die Idee des Circus Roncalli ist ein Beitrag zu dieser Debatte, steht derzeit aber nicht im Fokus der Prüfung.“ Bisher habe Bernhard Paul sein Museum ja in Mülheim am Stammsitz von Roncalli verwirklichen wollen, so Vogel. „Dazu gab es zuletzt 2022 intensiven Austausch. Sobald die benötigten Unterlagen und Anträge vorliegen wird die Verwaltung diese natürlich bearbeiten und entscheiden.“