„Auf dem Weg zu einem neuen Waidmarkt“ hieß die Veranstaltung, auf der über die Konzepte zur Erinnerung an den Einsturz 2009 informiert wurde.
Erinnerung an Kölner StadtarchivKünstlergruppe errichtet mobiles Zeichenstudio auf Waidmarkt

Blick auf den Waidmarkt.
Copyright: Thomas Banneyer
„Auf dem Weg zu einem neuen Waidmarkt“ war der Titel der Informationsveranstaltung in der Kaiserin-Augusta-Schule zur zukünftigen Entwicklung des Waidmarkts. „Wir sollten uns auch noch in vielen Jahren an die Katastrophe erinnern. Unterirdisch war nicht realisierbar, dann halt oberirdisch“, so Oberbürgermeisterin Henriette Reker in ihrem Grußwort. Dieses Erinnern müsse Ausdruck in einem neuen bedeutenden Stück Stadt finden.
Es ist ein Ereignis, das Köln aufwühlte und bis heute eine offene Wunde hinterlässt: der Einsturz des Stadtarchivs an der Severinstraße am 3. März 2009. Expertinnen und Experten aus den Bereichen Kunst und Kultur sowie Architektur und Stadtplanung haben nun über ein Jahr im Auftrag der Stadt Köln am Konzept „Auf dem Weg zu einem Neuen Waidmarkt“ gearbeitet. Die Projektwerkstatt wurde von der startklar a+b GmbH, einem Büro für nachhaltige Quartiersentwicklung und bürgerschaftliches Engagement, begleitet und moderiert. Kay von Kaitz stellt die wesentlichen Bestandteile des Konzepts vor. Dazu gehören eine kulturelle Bildungslandschaft in Kooperation mit Schulen und Bildungsträgern und eine stadtkulturelle Bespielung des Raums mit Events und Ausstellungen, ein Campus und ein Haus des Wissens.
Künstlergruppe will „mobiles Zeichenstudio“ als Teil des Platzes
Die ersten Bausteine aus dem Konzept sind bereits in der Umsetzung. Im Herbst beginnt die Künstlergruppe Observatorium aus Rotterdam mit ihrer Intervention am Waidmarkt. Die niederländischen Künstler wurden von der Stadt beauftragt, am Ort des Einsturzes eine hoffnungsvolle Perspektive für Formen des Gedenkens und Erinnerns zu bieten. „Wir wollen ein mobiles Zeichenstudio ohne Wände bauen, von dem aus die Lücke in der Stadt sechs Monate lang beobachtet, beschrieben und gezeichnet wird“, kündigte André Dekker von der Künstlergruppe an. Dekker und seine Kollegen bitten die Anwohnerinnen und Anwohner rund um den Ort der Katastrophe, dieser mobilen Einrichtung Möglichkeiten der Unterkunft anzubieten. „Mit ihrer Hilfe und Gastfreundschaft zieht dieses Atelier von Klassenzimmern zu Werkstätten und von Wohnungen und Gärten zu Kirchen und Geschäften.“
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Im Frühjahr wird das mobile Atelier dann zur Innenausstattung einer öffentlich zugänglichen architektonischen Skulptur. Es werden unterschiedlichste Menschen eingeladen, sich in dieser Klause aufzuhalten und ihre ganz individuellen Beiträge zu einem großen Logbuch beizusteuern.
Die temporäre Skulptur wird dann an prominenter Stelle am Waidmarkt stehen und als Schreibwerkstatt dienen. „Sie versinnbildlicht das Innehalten, die Reflexion und das Engagement aller Beteiligten und den langen Zeitraum, der zwischen der Katastrophe und einem neu gebauten Stück Stadt liegt.“ Das Konzept der Projektwerkstatt wird von der Stadtverwaltung zurzeit als Grundlage für die Planung der zukünftigen Entwicklung des Waidmarktes herangezogen.
Die vorgelegten Ideen und Anregungen werden aktuell aufgearbeitet und in eine Umsetzungsstrategie eingebettet, die dem Rat der Stadt Köln 2025 zum Beschluss vorgelegt wird.