Die Verlegung des Haie-Heimspiels nach Krefeld muss ein einmaliger Vorgang bleiben. Ein Kommentar von Martin Sauerborn.
Kölner HaieKommentar: Die Quadratur des Kreises

Die Kölner Haie müssen für ein mögliches sechstes Playoff-Viertelfinalspiel ihre Deutzer Heimspielstätte in Richtung Krefeld verlassen.
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Aus der Katastrophe ist am Ende nur ein Ärgernis geworden. Die Kölner Haie müssen lediglich für ein Playoff-Heimspiel umziehen, nachdem es lange nach deutlich mehr Verlegungen Richtung Krefeld ausgesehen hatte. Nur ein von der Arena und dem KEC gemeinsam gestemmter Kraftakt hat das riesige Belegungs-Problem glimpflich ausgehen lassen. Was auch nur möglich war, weil das brisante und bereits monatelang schwelende Thema nicht an die Öffentlichkeit gelangte. So konnten Arena, Haie und Liga das Problem ohne weiteren Druck von außen angehen.
Diese Quadratur des Kreises darf sich aber auf keinen Fall wiederholen. Zum einen, weil die finanziellen Belastungen für alle Beteiligten immens sind. Zum anderen, weil es nicht selbstverständlich ist, dass die Haie sich trotz des für sie komplizierten Hauptrunden-Spielplans direkt für das Playoff-Viertelfinale qualifizieren und so ihr sportliches Minimalziel erreichen konnten.
Das Arena-Management hat unter dem Aufwand großer Ressourcen und organisatorischer Kniffe bewiesen, dass es alles Menschenmögliche zu tun bereit ist, um den Eishockey-Standort zu erhalten und damit der Sportstadt Köln zur Seite zu stehen. Ein Engagement, das längst an seine Grenzen stößt. 24 Termine zu blocken und im schlechtesten Fall keinen davon tatsächlich belegen zu können, kann niemand ernsthaft von einem privaten Wirtschaftsunternehmen, wie es die Arena nun mal ist, verlangen.
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Mit der Verlegung eines möglichen sechsten Viertelfinales gegen Mannheim nach Krefeld hat das Management der Multifunktionsarena in Deutz auch ein Zeichen gesetzt, dass es so nicht weitergehen kann und darf.
Schon für die nächste Saison braucht es eine tragfähige Lösung, die der Arena eine bessere und vor allem wirtschaftlich darstellbare Planung für die Playoff-Zeit garantiert. Die Kölner Haie und die Deutsche Eishockey Liga (DEL) sind gefragt, gemeinsam eine solche, für alle anderen DEL-Clubs nachvollziehbare, Lösung zu erarbeiten – selbst wenn der KEC dadurch einen Sonderstatus erhält.
Großer Verlierer der Diskussion ist einmal mehr die Stadt. Politik und Verwaltung stehen mit ihrer selbst ernannten Sportstadt in der Verantwortung und müssen endlich begreifen, dass die Haie mit einem Schnitt von 14 000 Zuschauern pro Heimspiel nach dem 1. FC Köln das große sportliche Aushängeschild Kölns sind und dementsprechend unterstützend handeln. Es steht aber zu befürchten, dass die Stadtspitze sich erst dann wieder blicken lässt, wenn die Haie sich anschicken, ihren neunten Meistertitel zu feiern.