Nach Modernisierung und Neubau sollen die Bahnhöfe in Bad Honnef 2026 den Zusatz „Konrad-Adenauer-Stadt“ erhalten. Er lebte mehr als 30 Jahre in Rhöndorf.
WürdigungBahnhöfe in Bad Honnef bekommen die Zusatzbezeichnung „Konrad-Adenauer-Stadt“

Der Bahnhof Rhöndorf, den gerade ein Güterzug passiert.
Copyright: Ralf Klodt
Der Flughafen Köln Bonn trägt ihn seit dem 4. Oktober 1994, den Namenszusatz „Konrad Adenauer“. Geht es nach Bürgermeister Otto Neuhoff, dann folgen diesem Beispiel nächstes Jahr die beiden Bahnhöfe in Bad Honnef. Sie sollen den Zusatz „Konrad-Adenauer-Stadt“ bekommen.
„Die Maßnahme würdigt nicht nur die herausragende Persönlichkeit der Gründungsjahre der Bonner Republik, sondern trägt auch dazu bei, die enge Verbindung von Konrad Adenauer und Bad Honnef respektive Rhöndorf werbend hervorzuheben.“ Das schreibt das Stadtoberhaupt in einer Vorlage für die nächste Sitzung des Stadtrates.
1935 zog Konrad Adenauer mit seiner Familie nach Rhöndorf
1935 zog der von den Nazis zwei Jahre zuvor aus dem Amt gejagte Oberbürgermeister von Köln mit seiner Familie nach Rhöndorf. Zunächst wohnten die Adenauers zur Miete. Nachdem Konrad Adenauer ein Grundstück hatte kaufen können, baute er am Zennigsweg 8 ein Wohnhaus. Das bezog Konrad Adenauer mit seiner Familie 1937.
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Bis heute ist das Wohnhaus, in dem der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland 1967 starb, im Originalzustand erhalten. Es ist zentraler Teil der von der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus gemanagten Gedenkstätte in Rhöndorf, deren Dauerausstellung zu seinem 50. Todestag 2017 aufwendig modernisiert worden ist.
Das Privathaus sei „zum Schauplatz bedeutsamer Ereignisse“ geworden, heißt es auf dem gemeinsam von der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus und der Konrad-Adenauer-Stiftung betriebenen Onlineportal über Konrad Adenauer.
Konrad Adenauers Geburtstag jährt sich 2026 zum 150. Mal. Gleichzeitig will die Bahn während einer mehrmonatigen Sperrpause ab dem Sommer 2026 den heutigen Bahnhof Bad Honnef um 500 Meter nach Norden verlegen und in Höhe der Endhaltestelle der Stadtbahnlinie 66 komplett neu bauen. Der Haltepunkt in Rhöndorf soll umfassend modernisiert werden und durch einen Tunnel und Aufzüge barrierefrei werden – ein Projekt, das von der Bahn schon vor fünf Jahren auf 20 Millionen Euro beziffert worden war. Beide Bahnhöfe gehören heute – zurückhaltend formuliert – in die Kategorie „eher unansehnlich“.

Freundlich winkend: Konrad Adenauer in Rhöndorf
Copyright: Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus
Das zeitliche Zusammentreffen 2026 bietet nach Einschätzung von Otto Neuhoff „eine besondere Gelegenheit, die herausragende Persönlichkeit Konrad Adenauers angemessen zu würdigen. Adenauer war Ehrenbürger der Stadt Bad Honnef und prägte als Vater der Bonner Republik die Nachkriegsgeschichte entscheidend“. Entstanden ist die Idee laut Bürgermeister in einer Projektgruppe der Adenauer-Stiftung zur Planung des Adenauer-Jahres 2026 zu dessen 150. Geburtstag.
Neuhoff hat den Vorschlag mit dem Nahverkehrsverbund GO. Rheinland und der Deutschen Bahn besprochen. „Beide tragen die Umsetzung mit.“ Die Kosten für die zusätzlichen Schilder mit der Aufschrift „Konrad-Adenauer-Stadt“ solle aus Töpfen der Bahn zur Modernisierung beziehungsweise zum barrierefreien Ausbau von Bahnhöfen finanziert werde. Der städtische Haushalt werde nicht belastet.
Die Stiftung in Rhöndorf begrüßt die Überlegungen der Stadtverwaltung für die Zusatzbeschilderung ausdrücklich. „Alljährlich besuchen rund 35.000 Gäste aus nah und fern das ehemalige Wohnhaus Adenauers mit seiner modernen Dauerausstellung.“ Die neue Beschilderung würde den Ehrenbürger Bad Honnefs würdigen und dazu einladen, „den langjährigen Wohnort des Gründungskanzlers zu erkunden“.
Geschichte des Flughafens ist eng mit Konrad Adenauer verbunden
Am Flughafen prangt der Name „Konrad Adenauer“ unter dem Schriftzug Köln Bonn Airport an der Fassade. Im Flughafen selbst steht eine Büste des ersten Bundeskanzlers. „Die Geschichte des Köln Bonn Airport ist eng mit Konrad Adenauer verbunden“, heißt es auf einer Erklärung neben der Säule. „Dank seiner Beharrlichkeit konnte sich der zunächst von der britischen Royal Air Force militärisch genutzte Flughafen Wahn hin zum Regierungsflughafen und internationalen Airport entwickeln. Nach langen Verhandlungen unter der Leitung Adenauers gaben die Briten den Flughafen am 18. Juli 1957 uneingeschränkt für den zivilen Luftverkehr frei.“
Stadtrat, Donnerstag, 10. April, 18 Uhr, Rathaus.
Namensgeber
Konrad Adenauer ist in ganz Deutschland Namensgeber nicht nur für viele Grundschulen, Realschulen und Gymnasien, darunter Asbach, Bonn, Hamm, Köln, Langenfeld, Meckenheim oder auch Vallendar und Westerburg. Es gibt zudem viele Konrad-Adenauer-Straßen und -Plätze, Konrad-Adenauer-Brücken und -Denkmäler. Ein Regierungsflugzeug und ein ICE tragen ebenso seinen Namen wie der Flughafen Köln Bonn oder die CDU-Zentrale in Berlin (Konrad-Adenauer-Haus). (csc)