Der Kalkberg in Köln steht seit Jahren still. Und doch verschlingt er Monat für Monat Geld. Nun sollen alternative Nutzungsmöglichkeiten getestet werden. Auch ein gastronomisches Angebot ist im Gespräch.
Probenutzung im SommerWie der Kalkberg in Köln in Zukunft genutzt werden soll

Der Kalkberg mit Blick auf den Kölner Dom.
Copyright: Nabil Hanano
Seit Jahren herrscht Ruhe auf dem Kalkberg. Teuer erkaufte Ruhe. Rund 30 Millionen Euro hat der Bau der Hubschrauberstation und die Stabilisierung der ehemaligen Altlastenhalde bisher gekostet. Zudem sind seit dem Baustopp im Dezember 2015 bis September 2021 rund 2,6 Millionen an Unterhaltskosten angefallen. 25 000 Euro kommen seit dem Monat für Monat hinzu. Das alles für einen Hangar, auf dem qua Ratsbeschluss niemals Rettungshubschrauber landen sollen. Dennoch soll es in wenigen Monaten mit der Ruhe auf dem Kalkberg ein Ende haben. Nach Informationen der Rundschau werden dann alternative Nutzungsmöglichkeiten getestet.
Noch gehört der Kalkberg in den „Hoheitsbereich“ der Kölner Stadtdirektorin Andrea Blome. Dabei sollte er eigentlich schon in die Hände des Umweltdezernenten William Wolfgramm übergegangen sein. Doch es sind noch Restarbeiten zu erledigen, die für den Erhalt und eine spätere Nutzung des Gebäudes notwendig sind, wie beispielsweise der Einbau von Toren. Solange zeichnet Blome verantwortlich.
Bürgerinitiative gegen Rettungshubschrauber auf dem Kalkberg
Eine Phase, die von Boris Sieverts Geduld abfordert. Dass er den Tag herbeisehnt, an dem Wolfgramm übernimmt, daraus macht der Vorsitzende der Bürgerinitiative Kalkberg keinen Hehl. Wie bereits ihr Vorgänger Stephan Keller vertritt Stadtdirektorin Blome die Position, nachdem die Halde für viel Geld saniert, der Hangar nahezu fertiggestellt ist und die flugrechtlichen Genehmigungen vorliegen, sollte der Kalkberg auch als Rettungshubschrauberstation in Betrieb gehen. Exakt die Gegenposition der Bürgerinitiative. Auf deren Seite ist schon eher Wolfgram zu finden.
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Noch bereitet Blome eine Vorlage für den Kalkberg vor, die nach Informationen der Rundschau im ersten Quartal dieses Jahres in die Gremien gehen soll. Mit ihr soll vor allem die Finanzierung einer Bürgerbeteiligung abgesichert werden. Die Beteiligung selbst ist für das dritte Quartal vorgesehen, wird also unter der Regie von Wolfgramm stattfinden. Zudem ist ein Gutachten vorgesehen. Mit ihm soll ausgelotete werden, welche Nutzungen auf dem Kalkberg und in dem Hangar möglich sind.
„Vertrauensbildende Maßnahmen“
Für die Zwischenzeit kündigt Sieberts von der Bürgerinitiative „vertrauensbildende Maßnahmen“ an. Sie sollen vor allem das Vertrauen darin stärken, dass die Entwicklung am Kalkberg nicht immer weiter verzögert werde und es am Ende doch heißt, die Hubschrauber müssen dort landen. Der Vorsitzende der Initiative möchte alternative Nutzungen testen. „Zum Beispiel könnte die Küche in dem Gebäude für einige Wochen von einem Gastronomen genutzt werden“, sagt er. Der könnte auf Flächen vor dem Gebäude eine Außengastronomie einrichten. In einem Vorgespräch zu einer Bürgerwerkstatt im Herbst vergangenen Jahres kamen weitere Ideen zur Sprache: Kleinkunst und Konzerte. Sogar ein Landschaftspark auf der ehemaligen Halde ist eine breit diskutierte Idee.
Doch bis zu diesem ganz großen Wurf, sollen nun erst einmal kleine Schritte gemacht werden– hin zu mehr Leben auf dem Kalkberg.