Der 33-Jährige hat sich beim Spiel gegen Gladbach II den dritten Kreuzbandriss seiner Karriere zugezogen.
Fortuna KölnMaik Kegel und der Kreuzbandfluch – Erneute Hiobsbotschaft für den Routinier

Gestützt von Mitspieler Leon Demaj (l.) und einem Betreuer verlässt Fortuna Kölns Maik Kegel den Rasen.
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Die Szene, die den triumphalen Abend gegen Borussia Mönchengladbach II (4:3) rückblickend eintrübt, ist unspektakulär. Maik Kegel geht im Mittelkreis zum Ball, verhakt sich aber unglücklich zwischen Gegenspieler und Rasen. Fortuna Kölns Routinier geht sofort zu Boden, krümmt sich vor Schmerz und deutet an, dass etwas Schlimmes passiert ist. Der 33-Jährige ahnt vermutlich schon, worum genau es sich handelt. Kegel ist unglücklicherweise ein Experte auf dem Gebiet.
Denn Kreuzbandrisse, eine der verheerendsten Sportler-Verletzungen, hatte er 2016 im rechten und 2019 im linken Knie erlitten. Nun, im Herbst 2023, gab es abermals die Hiobsbotschaft. Im rechten Knie hat es am Freitagabend Kreuzband und Meniskus erwischt. Das ergab eine MRT-Untersuchung am Dienstag. „Schon am Freitag war er traurig und niedergeschlagen. Er hatte die schlimmsten Befürchtungen“, berichtet Trainer Markus von Ahlen. Diese sollten sich später bestätigen.
Maik Kegel ist einer der erfahrensten Spieler aller Regionalligen
„Man muss alles dafür tun, dass es bestmöglich ausheilt“, sagt der Coach. „Alles Weitere ergibt sich daraus.“ Die Saison ist für den 33-Jährigen auf jeden Fall beendet. Wie es anschließend nach nun drei Kreuzbandrissen weitergeht, ist kaum absehbar. „Für uns ist es ein großer Ausfall, wir verlieren sportliche Qualität und einen Führungsspieler“, sagt Trainer von Ahlen. Kegel ist mit 164 Pflichtspielen für die Fortuna und über 400 Einsätzen insgesamt einer der erfahrensten Fußballer aller Regionalligen.
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Kegel war holprig in die Saison gestartet, nach dem 5:1 gegen den 1. FC Köln U21 wurde er sofort von einem Muskelfaserriss außer Gefecht gesetzt. Anschließend spielten sich im Mittelfeldzentrum des Südstadt-Klubs Adrian Stanilewicz und Joshua Eze fest. Die beiden Ex-Leverkusener harmonierten gut und führten die Fortuna von Sieg zu Sieg und an die Tabellenspitze. Als Kölns Formkurve im Oktober einen Knick erlitt und Stanilewicz sowie Eze mit Muskelverletzungen pausieren mussten, schlug erneut Kegels Stunde. Dank seiner Routine sowie des feinen Gefühls im rechten Fuß erspielte sich der gebürtige Dresdner einen Platz in der ersten Elf.
Adrian Stanilewicz wird für Maik Kegel in die Mannschaft rutschen
Diesen hat nun der wieder genesene Stanilewicz übernommen, der Kegel bereits gegen Mönchengladbach ersetzt und anschließend dabei geholfen hatte, den 0:3-Rückstand noch in einen 4:3-Sieg zu drehen. Joshua Eze steht ebenfalls vor dem Comeback. Ob es bereits am Wochenende für einen Kaderplatz reicht, wenn der SC Fortuna beim FC Schalke 04 II antritt (14 Uhr), ist offen. Timo Hölscher steht als zuverlässige Vertretung für das Mittelfeldzentrum bereit.
Trotz des Kegel-Schocks hofft Trainer von Ahlen auf Rückenwind durch das gedrehte Spiel gegen Gladbach II. „Es war ein fantastisches Spiel, eine wahnsinnige Energieleistung. Viel dramatischer kann es nicht mehr sein“, so der Coach. „Die Fähigkeit, dass wir nach so einem Rückstand zurückgekommen können, war eine wichtige Erkenntnis. Aber natürlich werden wir weiter Realismus walten lassen.“ Die Schalker Reserve erwartet von Ahlen „unbekümmert – vielleicht wie ein stärkeres Mönchengladbach, ich halte sie für noch robuster“.