Die Kölner Haie haben das Jubiläum ihres Kapitäns mit einem Gala-Auftritt veredelt. Im 1000. DEL-Einsatz von Moritz Müller feierte der KEC einen 8:2-Kantersieg bei den Iserlohn Roosters.
8:2 in IserlohnHaie-Gala zum Jubiläum von Kapitän Moritz Müller

Jubilar Moritz Müller (M.) wird von Roosters-Geschäftsführer Wolfgang Brück und Maskottchen Icey (selbstironisch im Kanada 1c-Kostüm) beglückwünscht.
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Moritz Müller stand sichtlich bewegt auf dem Eis. Der Kapitän der Kölner Haie rang kurz vor Spielbeginn mit seinen Gefühlen, als von den Rängen des Eisstadions am Seilersee Applaus niederprasselte. Es war ein Zeichen respektvoller Anerkennung des Rivalen für die Leistung Müllers, der sich seit dem 24. Februar 2023 zu einem elitären Kreis zählen darf. Der 36-Jährige absolvierte am Freitagabend sein 1000. Spiel in der Deutschen Eishockey Liga (DEL), die er alle für den gleichen Club bestritten hat. Ein Meilenstein in der Karriere des olympischen Silbermedaillen-Gewinners von 2018, den vor ihm erst acht Akteure erreicht haben.
Von den Gastgebern erhielt Moritz Müller einen Blumenstrauß überreicht; seine Mitspieler beschenkten ihn mit einer Gala, die den KEC im Gerangel um den direkten Einzug ins Playoff-Viertelfinale weiter hoffen lässt. Nach einem fulminanten Auftritt nahm das Team von Trainer Uwe Krupp die vermeintlich schwere Hürde im Sauerland mit einem in dieser Höhe nie zu erwartenden 8:2 (3:0, 4:1, 1:1)-Kantersieg. „Es ist ein unvergesslicher Tag für mich. Vielen Dank an meine Mannschaft, die das ermöglicht hat“, erklärte der Jubilar hinterher.
Den Gästen – personell unverändert gegenüber dem 5:2 in Mannheim – war von Beginn an der feste Wille anzumerken, das Jubiläum ihres Spielführers mit einem Sieg zu veredeln. Der KEC beherrschte das Geschehen fast nach Belieben und kaufte seinem Kontrahenten in allen Belangen den Schneid ab. Nach gerade mal 64 Sekunden traf Jan Luca Sennhenn mit einer Direktabnahme zur Führung.
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Die Haie-Fans huldigen ihrem Jubilar Moritz Müller.
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In Überzahl (2.) drückten die Haie prompt auf das 2:0, das ihnen schließlich in der neunten Minute gelang. Brady Austin durfte aus kurzer Distanz mit der Rückhand vollenden. Nachdem die Roosters selbst in Überzahl keine Gefahr erzeugten (10.), schob Louis-Marc Aubry im zweiten Kölner Powerplay entspannt zum 3:0 ein (16.). „Wir haben uns vorgenommen, für Mos Jubiläum alles zu geben. Das ist uns gelungen“, freute sich Sennhenn.
Damit war der Hunger der Haie noch längst nicht gestillt. Einen Stockfehler in der Iserlohner Verteidigung bestrafte Carter Proft mit dem vierten Tor (24.), ehe Landon Ferraros Rebound zum 5:0 Roosters-Goalie Andreas Jenike entnervt vom Eis stapfen ließ (27.). Der Hallensprecher hatte das Ehrentor von Eugen Alanov noch nicht vollständig durchgesagt, als Zach Sill nur 33 Sekunden später mit seinem ersten Saisontreffer auf 1:6 stellte (34.). Auch bei Maxi Kammerers Powerplaytor leisteten die desolaten Hausherren kaum Gegenwehr (39.), was der heimische Anhang mit einem bösen Pfeifkonzert quittierte.
Das letzte Drittel plätscherte vor sich hin. Die Roosters konnten nicht. Und die Haie mussten nicht. Sie sparten Kräfte für das Duell am Sonntag (16.30 Uhr, Magenta Sport) in Straubing und ließen nur noch das 2:7 von Maxim Rausch (55.) zu. Den Schlusspunkt setzte Jon Matsumoto erneut in Überzahl (57.).
Kölner Haie: Pantkowski; Bailen, Müller; Roach, Dietz; Sennhenn, Austin; Glötzl; Bast, McIntyre, Olver; Thuresson, Aubry, Kammerer; Baptiste, Matsumoto, Ferraro; Proft, Sill, van Calster. – Tore: 0:1 Sennhenn (1:04/Kammerer), 0:2 Austin (8:35/Baptiste, Ferraro), 0:3 Aubry (15:15/Kammerer, Thuresson/PP1), 0:4 Proft (23:45/Sill), 0:5 Ferraro (26:08/Matsumoto), 1:5 Alanov (33:10), 1:6 Sill (33:43/van Calster), 1:7 Kammerer (38:46/Baptiste, Bailen/PP1), 2:7 Rausch (54:43), 2:8 Matsumoto (56:34/Dietz/PP1). – SR.: Gofman/Köttstorfer. – Zuschauer: 4967 (ausverkauft). – Strafminuten: Iserlohn 8; Köln 4.