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Rückblick 2024So lief es bei den Kölner Verkehrs-Betrieben

Lesezeit 3 Minuten
Eine Stadtbahn der KVB steht in einer U-Bahn-Station.

Die KVB hatten im Jahr 2024 mit vielen Problemen zu kämpfen.

Im ersten Teil des Jahresrückblicks 2024 blickt die Lokalredaktion Köln auf die Verkehrswende und die Lage bei den Kölner Verkehrs-Betrieben.

Es hätte das Jahr der Entscheidung werden können: Sechs Jahre nachdem CDU und Grüne den Antrag zur Ertüchtigung der Ost-West-Achse gestellt hatten, legt das Mobilitätsdezernat im Mai den sogenannten Variantenentscheid vor. Wie von Schwarz-Grün gewünscht, beinhaltet er zwei Grundlagenplanungen: eine für einen Stadtbahntunnel zwischen Heumarkt und Aachener Weiher, und eine für einen oberirdischen Ausbau der Achse. Und eigentlich wollen auch alle nun schnell darüber entscheiden, wie es auf dem Abschnitt weiter gehen soll. Doch es kommt mal wieder anders.

Streit um den Ausbau der Ost-West-Achse in Köln

Kurzum, auch in diesem sechsten Jahr nach Antragstellung wird die Entscheidung nicht kommen. Grüne, CDU, SPD und FDP haben sich zu einer ganzen Reihe von Gesprächen dazu getroffen, um eine möglichst breite Basis für ein solches Jahrhundertprojekt zu finden. Im Dezember dann steigen die Grünen aus den Gesprächen aus. CDU, SPD und FDP beschließen im Verkehrsausschuss mit ihrer dortigen Mehrheit eine modifizierte Variante. Mit einem Tunnel von Deutz unter dem Rhein her bis nach Melaten. Im Rat hat dieses „Tunnelbündnis“ aber keine Mehrheit. Dennoch soll es in der letzten Stadtratssitzung des Jahres zur Abstimmung kommen. Jedoch hebt die Bezirksregierung den Finger – angefragt von Ratsmitglied Thor Zimmermann (Einzelmandatsträger). Der Tunnel von CDU, SPD und FDP weiche so sehr von der Variante der Verwaltung ab, dass sie intensiver in den Gremien diskutiert werden müsse. Nun soll es im Februar zur Abstimmung kommen.

Es läuft nicht rund bei den Kölner Verkehrs-Betrieben

Normalbetrieb ist bei den Kölner Verkehrs-Betrieben mittlerweile alles andere als normal. Bereits im Frühjahr 2023 muss der Fahrplan in zwei Schritten eingekürzt werden, weil der Betrieb ihn wegen Personalmangels und stetig hoher Krankheitsquote nicht mehr erfüllen kann. Zwar werden Fahrerinnen und Fahrer wann und wie immer möglich rekrutiert. Doch am Ende des Anwerbungs- und Ausbildungsverfahrens bleiben zu wenige davon übrig. So kommt es im November erneut zu einer Kürzung des Fahrangebotes für die Kunden und Kundinnen.

Dauerbaustelle Mülheimer Brücke

Des Öfteren schon musste der Zeitplan für die Sanierung der Mülheimer Brücke nachjustiert werden. Es handelt sich halt um ein Bauwerk wie kein anderes, mit Abschnitten, die noch aus dem frühen 20. Jahrhundert stammen. So steht dann im September fest, es wird wieder länger dauern als berechnet. Mit der Folge, dass die Trasse auf der Brücke erst Ende des ersten Quartals 2025 freigegeben werden kann. Die Auswirkungen auf die Sanierungskosten – 301 Millionen Euro – und die Wiederfreigabe Ende 2026 müssen noch berechnet werden.

Erfolgsmeldungen für den Fahrradverkehr

Nach neun Jahren ist das Projekt „RingFrei“ größtenteils fertiggestellt. Die Radfahrenden können nun auf einer eigenen Spur von der Bastei bis zum Ubierring durchziehen. Am Salierring wird im Dezember eine der letzten Lücken geschlossen. Ein Projekt, bei dem Oberbürgermeisterin Henriette Reker Köln als Vorreiter sieht.