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Lieber Asche und unabhängigKein Kunstrasen für Arminia 09 in Zollstock

Lesezeit 3 Minuten
Ein Aschenplatz

Die Arminia 09 Köln hat noch einen Aschenplatz. Auf Kunstrasen muss der Verein wohl noch Jahre warten.

Die Arminia 09 in Zollstock muss trotz Aussicht auf einen Kunstrasenplatz lange warten – die Zusammenarbeit mit dem SC Fortuna scheiterte.

Kunstrasenplätze sind begehrt. Der Pflegeaufwand ist gering, sie sind strapazierfähig, und, der große Vorteil, sie können bei jedem Wetter bespielt werden. Daher bewerben sich die Fußballvereine, die noch alte Aschenplätze haben, beim städtischen Sportamt um einen Kunstrasenplatz. In der Regel dauert es viele Jahre, bis sie einen bekommen.

Auch die Arminia 09 Köln aus Zollstock hat sich in vergangenen Jahren schon mehrfach um Kunstrasen für ihre Anlage in der Fritz-Hecker-Straße beworben. 2022 sah es so aus, als könnte der tatsächlich bald kommen. Der Bau war für 2025/26 anvisiert. Bedingung dafür aber war eine Kooperation zwischen der Arminia und der Fortuna, ebenfalls Zollstock.

Einigung zwischen Vereinen scheitert

„Die Nutzungszeiten eines möglichen Kunststoffrasenplatzes in der Fritz-Hecker-Straße sollten zwischen Arminia 09 Köln und dem SC Fortuna Köln in einem Vertrag geregelt werden. Hierbei hätte der SC Fortuna Köln Nutzungszeiten auf der Fritz-Hecker-Straße eingeräumt bekommen“, erklärt ein Stadtsprecher auf Anfrage dieser Zeitung.

Da vom Kunstrasen für die Arminia nichts mehr zu hören war, fragten die SPD-Lokalpolitiker bei der Verwaltung nach. Die antwortete ihnen zur jüngsten Sitzung: Eine Einigung zwischen den Vereinen hinsichtlich der gemeinsamen Nutzung des Platzes sei nicht zustande gekommen, das Projekt werde daher von der Verwaltung nicht weiterverfolgt.

Angst verschluckt zu werden

Die Arminia steht nicht auf der städtischen Prioritätenliste 2021 bis 2025 für Kunstrasenplätze. Erst wenn diese abgearbeitet ist, kann der Verein in eine künftige Prioritätenliste aufgenommen werden. „Das heißt, wir müssen noch Jahre warten“, sagt Tobias Grote-Beverborg, Vorsitzender der Arminia 09.

„Es gab schon konkrete Vereinbarungen mit der Fortuna zu Trainingszeiten und einen Vertragsvorentwurf. Dann wurde die Fortuna immer drängender, wollte mehr Zeiten, mehr Spieltage. Es gab auch den Vorschlag einer Fusion der Vereine“, berichtet er. Daher sei die Kooperation auf der Mitgliederversammlung Ende 2023 abgelehnt worden. „Wir hatten Angst, verschluckt zu werden. Lieber Asche und unabhängig“, so Grote-Beverborg.

„Der Vertrag sah vor, dass die Arminia ihren Spielbetrieb zunächst normal weiterführen könnte, und nach einem gewissen Zeitraum wären diese Teams im Verein Fortuna Köln aufgenommen worden. In der Zwischenzeit hätte Fortuna den Aschenplatz an der Spieß-Hecker-Straße auf eigene Kosten in einen Kunstrasenplatz umgewandelt“, erklärt Fortuna-Pressesprecher Stefan Kleefisch. Für den Verein am Südstadion bedeutet es einen Rückschlag, dass die Zusammenarbeit nicht zustande gekommen ist. „Wir platzen aus allen Nähten. 30 Jugend-Mannschaften teilen sich einen Kunstrasenplatz“, sagt Kleefisch.

Viele Nachfragen von Kindern

Zum Glück habe die Arminia trotz Aschenplatz keine Probleme mit Nachwuchs durch die Neubaugebiete in der Nachbarschaft, erklärt Grote-Beverborg „Wir haben Nachfragen ohne Ende, vor allem von Kindern“, sagt er. Er betont, dem Verein sei der soziale Aspekt sehr wichtig, der Monatsbeitrag für Kinder und Jugendliche betrage nur 12,50 Euro.

Die Arminia hat aktuell 300 Mitglieder, davon mehr als 200 Kinder. Die Aktiven spielen in fünf Juniorenmannschaften mit je zwei Kadern. Grote-Beverborg hofft, dass die Arminia in Zukunft irgendwann einen Kunstrasenplatz bekommt. „Asche ist nicht mehr zeitgemäß. Die Spieler wollen Kunstrasen, auf dem man dann bei jedem Wetter spielen kann“, sagt er.