Nach dem Sieg bei Teutonia Weiden übt Stephan Küsters scharfe Kritik. In der Liga ist am Samstag Unterhaching zu Gast in Höhenberg.
Viktoria KölnWut und Freude nach Final-Einzug – Malek El Mala schwer verletzt

Verletzte sich im Pokal-Halbfinale: Malek El Mala
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In der Schlussminute brannte es am Mittwochabend noch einmal im Strafraum von Viktoria Kölns Keeper Dudu, Teutonia Weiden hatte für den letzten Angriff alles nach vorn geworfen. Doch keiner der Spieler des Mittelrheinligisten konnte den Ball aus dem Fünfmeterraum über die Linie stochern – so blieb es beim 1:0-Sieg des Drittligisten im Halbfinale des Mittelrheinpokals. Das Tor von Semih Güler in der 45. Minute genügte der Viktoria zum Einzug ins Endspiel am 24. Mai im heimischen Sportpark Höhenberg.
Olaf Janßen kann sich mit einem Titel verabschieden
„Es wird ein Riesen-Fest“, sagte Trainer Olaf Janßen erleichtert. Für den 58-Jährigen bietet sich am „Finaltag der Amateure“ die Chance, seine Amtszeit in Köln mit einem Titel und dem Einzug in den DFB-Pokal zu krönen. Der Gegner wird am 16. April im zweiten Halbfinale ermittelt, wenn Regionalligist SC Fortuna Köln den Drittligisten Alemannia Aachen empfängt (19 Uhr/Südstadion). „Heiner Backhaus und die Aachener Fans mögen es mir verzeihen – aber als letztes Spiel, ein Pokalfinale und Derby gegen Fortuna Köln wäre etwas ganz Besonderes, noch einmal ein echtes Highlight“, sagte Janßen.
Man musste beim Drüberlaufen aufpassen, dass man nicht in einem der Löcher verschwindet
In die Vorfreude auf das Endspiel mischte sich eine große Portion Wut über die Rahmenbedingungen des Halbfinals. „Das kann man so nicht akzeptieren. Es ist eine absolute Frechheit auf so einem Geläuf zu spielen – Rasen kann man dazu nicht sagen“, ärgerte sich Viktorias Sportchef Stephan Küsters. „Man musste beim Drüberlaufen aufpassen, dass man nicht in einem der Löcher verschwindet.“ In der Schlussphase war Malek El Mala auf dem Acker umgeknickt und hatte sich einen doppelten Bänderriss im Sprunggelenk zugezogen. Für den 19 Jahre alten Stürmer ist die Saison vermutlich beendet. „Es ist richtig bitter für den Jungen, der ja gerade zu mehr Einsatzzeiten und Toren gekommen ist“, so Küsters.
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Teutonia Weiden wollte Spielort wechseln
Die Wut des Sportlichen Leisters richtete sich allerdings nicht gegen Teutonia Weiden. Der Mittelrheinligist hatte im Vorfeld auf die katastrophalen Platzbedingungen hingewiesen und um einen Tausch des Heimrechts oder ein Ausweichen auf einen Kunstrasen gebeten. Beide Vorschläge wurden laut Küsters vom Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) abgelehnt. „Ich bin froh, dass sich nicht noch mehr Spieler verletzt haben. In keiner Liga der Welt kann auf so einem Platz Fußball gespielt werden“, kritisierte Küsters.
Bis zum Pokalfinale gilt es für die Viktoria, in der Meisterschaft die Spannung aufrecht zu halten. Relegationsplatz drei ist sieben Punkte und fünf Ränge entfernt – Coach Janßen hatte die Aufstiegsträume nach dem jüngsten 1:3 in Ingolstadt für geplatzt erklärt. Platz vier, derzeit besetzt vom Sensations-Pokalfinalisten Arminia Bielefeld, würde wie ein Verbandscup-Triumph immerhin für die Qualifikation für den DFB-Pokal genügen.
Um sich in der Tabelle noch einmal nach oben zu arbeiten, ist ein Sieg im anstehenden Heimspiel Pflicht: Am Samstag (14 Uhr) ist das abgeschlagene Schlusslicht SpVgg Unterhaching zu Gast in Höhenberg. „Der Gegner hat nichts mehr zu verlieren. Das wird sicher unangenehm, man weiß nicht, was einen erwartet“, warnte Küsters. „Aber natürlich müssen wir so viel Selbstvertrauen haben, um im eigenen Stadion drei Punkte einzufahren.“