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„And Now?!“Ex-BAP-Gitarrist Klaus Major Heuser stellt am Donnerstag neues Album vor

Lesezeit 3 Minuten

Klaus „Major“ Heuser

Köln – Klaus „Major“ Heuser ist ein Urgestein der Kölschen Musikszene. Mit „And Now?!“ hat der 61-jährige ehemalige BAP-Gitarrist nun ein neues Album mit seiner Klaus Major Heuser Band veröffentlicht. Am 13. September stellt er es im Gloria vor. Dominic Röltgen hat sich mit dem Major unterhalten.

„And Now?!“ – so der Titel Ihres neuen Albums. Worauf bezieht sich die Frage „und nun“?

Im Prinzip war das das Gefühl, das ich die ganze Zeit hatte, während ich die Platte geschrieben habe. Da ist einfach so viel passiert – egal ob in der Welt, bei mir oder in der Musikszene –, dass ich mich oft gefragt habe: Oh Gott, wie soll das denn jetzt nur weitergehen?

Und als Ausruf formuliert – immerhin steht hinter dem Frage- auch ein Ausrufezeichen?

Ich finde, gerade in solchen Zeiten muss man auch den Mund aufmachen, Stellung beziehen und Haltung bewahren.

Man kann etwa für die AfD nicht den Platz räumen, sondern muss dagegenhalten, etwa mit Argumenten. Es bedeutet somit eigentlich das genaue Gegenteil von der Frage. So im Sinne von: Jetzt erst recht!

Immer wieder hört man davon, dass Rockmusik tot sei – sehen Sie das ähnlich?

Rockmusik wird niemals ganz tot sein. Aber wenn man sich die Charts anschaut, ist es nun einmal so, dass man kaum noch Rock-Alben findet. Insofern ist es schon richtig, dass – zumindest im Mainstream – Rockmusik kaum noch eine Bedeutung hat. Die Zeit ist einfach eine andere, heutzutage steht oft der Eventcharakter, die Party ganz weit oben. Das kann man, auch an der Kölner Bandszene sehen. Das ist aber und normal – jede Zeit hat ihre eigene Ausdrucksform.

Hat sich die Bedeutung von Musik generell geändert?

Ja, das denke ich schon. Diese ganze Streaming-Geschichte etwa, die dafür sorgt, dass jeder immerzu alles verfügbar hat, hat definitiv einen Einfluss. Als ich noch klein war, musste ich noch für jede Platte, die ich mir gekauft habe, hart arbeiten. Das hat dann halt richtig lange gedauert, bis man die 21 Mark zusammen hatte. Und wenn man es dann hatte, war das wie ein richtiger Schatz. Da hat man sich erst einmal stundenlang das Cover angeschaut und studiert, wer was spielt.

Wie motivieren Sie sich, noch einmal eine Platte aufzunehmen, wenn Sie eigentlich wissen, dass sie sich wahrscheinlich kaum verkaufen wird?

Für mich macht es einfach immer noch total viel Spaß, ein neues Album zu machen. Für mich bedeutet das auch immer, dass mehrere Stücke in einem gewissen Zusammenhang stehen. Ich spiele auch einfach gerne neue Songs.

Was haben Sie auf der CD neues ausprobiert?

Dass die Stücke immer auch nach mir klingen, ist nun einmal so. Das bin halt ich. Aber ich habe dennoch versucht, neue Ansätze auszuprobieren. Dieses strikte Muster Strophe-Bridge-Refrain habe ich bei einigen Stücken versucht, zu durchbrechen. Oder einfach gar keinen Refrain, sondern nur eine Instrumentalmelodie ausprobiert.

Nach „And Now“ folgt „And Then“. Wie geht es weiter?

Also ich werde bestimmt immer Musik machen, solange es geht. Das ist ja auch mein Hobby. Ob ich das in den Maßen wie jetzt noch ewig weiterführen werde, weiß ich natürlich nicht. Die ganze Fahrerei auf Tour geht mir mittlerweile auf jeden Fall auf den Wecker (lacht). Wie es gesellschaftspolitisch weitergeht, weiß im Moment ja auch niemand. Dafür gibt es Wahlen und politische Gruppierungen. Wir müssen uns anstrengen, dass das nicht in die falsche Richtung geht.