Nach der Insolvenz Mitte Februar hat sich ein Investor für die Beleuchtungssparte des Leichlinger Unternehmens Bäro gefunden. Sie ist der größere Bäro-Teil.
Bäro-Insolvenz in LeichlingenInvestor übernimmt die Beleuchtungssparte

Zeigt sich erleichtert über den Investor bei Bäro: Mitbesitzerin Sandra von Möller.
Copyright: Pressestelle Bäro
Am Dienstag konnte Insolvenzverwalterin Marion Rodine einen ersten Erfolg vermelden: Für das Beleuchtungsgeschäft des insolventen Unternehmens Bäro gibt es einen Investor. Mitte Januar war bei dem Leichlinger Unternehmen ein vorläufiges Insolvenzverfahren eingeleitet worden. Jetzt kauft das niederländische Family Office Boels & Partners Bäro den größeren Unternehmensteil rund um Beleuchtung.
Investor zeigt sich zuversichtlich
„Mut macht uns hierbei, dass der Investor die Traditionsmarke Bäro nicht nur erhalten, sondern zu neuer Strahlkraft führen will“, so Rodine. Tradition und hochwertigen Produkte hätten das Interesse am Unternehmen geweckt, sagte Boels-CEO Yvonne Boels. „Wir sind zuversichtlich, dass wir die passende strategische Ausrichtung finden, um Bäro zu alter Stärke zurückzubringen", so Boels weiter. Das bisherige Feedback der Kunden stimme positiv. „Wir werden unsere langjährige Restrukturierungserfahrung sowie unser Faible für mittelständisch geprägte Familienunternehmen nutzen, um der Marke Bäro wieder Glanz zu verleihen", so Boels.
Erleichtert zeigten sich am Dienstag auch Sandra und Manuel von Möller, die einen Investorenprozess schon vor der Insolvenz eingeleitet hatten. Die aus Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg resultierenden Lieferkettenprobleme hatten das Unternehmen im letzten Jahr extrem belastet. Bäro sei eine starke Marke, die für Innovation und Design stehe und dafür vielfach ausgezeichnet wurde. „Wir wünschen dem Unternehmen, erfolgreich an diese Stärken anknüpfen zu können“, so von Möller. Zuletzt hatte Bäro mit 100 Beschäftigten einen Umsatz von rund 25 Millionen Euro erzielt.
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An Lösung für Luftreinigungsgeschäft wird gearbeitet
„Nun brauchen wir nur noch eine Lösung für das ‚CAT Clean Air Technology‘ genannte Hygienegeschäft von Bäro, welches nicht Teil der Transaktion ist“, ergänzt Frank Peuckmann von der auf Restrukturierungssituationen spezialisierten Mentor AG. Dem Vernehmen nach laufen auch für diesen Unternehmensteil Verhandlungen.
Neben dem Restrukturierungsteam von Boels arbeiten zukünftig die Bäro-Führungskräfte Rüdiger Scheffler und Peter Renders neben vielen ihrer bisherigen Kollegen in verantwortlicher Position bei der Neuausrichtung von Bäro.
Unternehmen wurde 1967 gegründet
1967 wurde Bäro gegründet. 2006 erwarb Manuel von Möller die Mehrheit, 2009 trat Sandra von Möller als Geschäftsführerin in das Unternehmen ein, nachdem sie zuvor als Rechtsanwältin bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und der Deutschen Post gearbeitet hatte. Seit 2010 gehört Bäro dem Ehepaar zu 100 Prozent.
Das Unternehmen entwickelt und vertreibt Beleuchtungskonzepte mit LED-Technik für Supermärkte, Buchhandlungen, Bäckereien oder Tankstellenshops. Später kamen Geräte zur Luftreinigung, Geruchsreduzierung und Oberflächenentkeimung mit UV-C-Technologie, die auch das Coronavirus bekämpfen konnten, ins Programm. Bäro produziert in Deutschland und verkauft in 39 Ländern.
Sandra von Möller engagiert sich seit 2012 als Mitglied der Vollversammlung ehrenamtlich in der IHK Köln. Von 2015 bis 2020 war sie Vizepräsidentin. Von Möller ist stellvertretende Vorsitzende der CDU-Frauen-Union in Köln und Sprecherin des Wirtschaftsrates der CDU in Köln. Außerdem hat sie den gemeinnützigen Vereins KIDsmiling gegründet.