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Telekom BasketsSogar zwei Neuzugänge möglich – Gailius fällt lange aus

Lesezeit 4 Minuten
Deividas Gailius

Deividas Gailius wird den Baskets mit doppeltem Bänderriss mehrere Wochen fehlen.

Bonn – Die Telekom Baskets haben den 103:97-Erfolg am Samstag beim Mitteldeutschen BC teuer erkauft: Der Litauer Deividas Gailius, der zu Beginn des dritten Viertels mit dem Fuß umgeknickt war und nicht weiterspielen konnte, wird wochenlang ausfallen. Zwar ist die Verletzung nicht ganz so schlimm wie nach dem ersten Eindruck befürchtet, als sogar ein dreifacher Bänderriss plus Riss des Syndesmosebandes für möglich gehalten wurde. Aber die Diagnose nach einer MRT-Untersuchung wiegt dennoch schwer: „Zwei Außenbänder sind gerissen, dazu eine Dehnung des Innenbandes“, fasste Sportmanager Michael Wichterich die Erkenntnisse zusammen.

Der Fuß von Gailius muss jetzt für mindestens eine Woche ruhiggestellt werden, die Reha-Zeit ist schwer zu prognostizieren, wird aber auf mindestens vier bis sechs Wochen geschätzt. Da die Bundesliga-Hauptrunde in zwölf Wochen beendet ist, stellt sich die Frage, wie die Baskets reagieren. Sie waren ja nach der Nachverpflichtung von Isaiah Philmore vor einer Woche gerade auf der Suche nach einem kreativen Spielgestalter – also eher einem Mann für die Position eins oder zwei.

Jetzt müssen sie aber auch zusehen, dass sie das Loch gestopft bekommen, das sich auf der Position drei durch den Ausfall von Gailius auftut: „Wir müssen auf jeden Fall jemanden holen, der uns stabilisiert und weiterbringt“, erklärt Wichterich. Für welche Position das dann sein werde, sei noch offen, so Wichterich, der sogar zwei weitere Neuzugänge nicht ausschließt: „Entweder bekommen wir alles in einer Person, vielleicht brauchen wir aber auch zwei Spieler.“ Auf die Frage, ob das für die Baskets zu finanzieren sei, antwortet er eindeutig: „Ich denke, dass wir das gestemmt bekämen.“

Baskets hatten keinen Kontakt zu NBA-Veteran Donald Sloan

Einer wird indes keinesfalls nach Bonn zurückkehren: NBA-Veteran Donald Sloan, der vor einem Jahr Ende Februar verpflichtet wurde und vor dem Abbruch der Saison 2020 drei Spiele für die Bonner bestritt: „Es gab keinen Kontakt und kein Interesse von uns“, stellt Wichterich klar. Die Meldung, dass Sloan seinen Vertrag in Adeleide/Australien vor wenigen Tagen aufgelöst hatte, beflügelte in Fankreisen die Fantasie, der 32-Jährige würde erneut für Bonn auflaufen.

Angesichts der komplizierten Lage ist nicht unbedingt damit zu rechnen, dass die personellen Entscheidungen noch in dieser Woche fallen – zumal die Baskets am Donnerstag schon wieder auf dem Weg nach Hamburg sind, wo am Freitagabend das nächste Ligaspiel ansteht (20.30 Uhr, Livestream auf Magenta-Sport).

Schon knapp zwei Tage später kommt es zum Rückspiel gegen den MBC (Sonntag, 18 Uhr, Telekom Dome), danach herrscht in der zweiwöchigen Länderspielpause die nötige Ruhe, um den Kader wieder zu komplettieren.

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Mit dem Gastspiel bei den Hamburg Towers beginnt am Freitag die Rückrunde, allerdings sind dann gegen Braunschweig (Termin noch offen) und Bayern München (16. März) noch zwei Hinrunden-Partien nachzuholen.

Das Hinspiel gegen Hamburg am 3. Dezember markiert einen der Tiefpunkte der Saison, weil die Baskets einen der krassesten Einbrüche ihrer Vereinsgeschichte erlebten: Drei Minuten vor der Pause führten sie noch zweistellig mit 39:28, um in den restlichen 23 Minuten nur noch 24 Punkte zu erzielen und 65 (!) zu kassieren. Am Ende stand eine blamable 30-Punkte-Klatsche (63:93), bei der der Ex-Rhöndorfer Kameron Taylor mit 21 Punkten bester Werfer der Hanseaten war.

Im Hinspiel gegen Hamburg blamable 63:93-Klatsche

Die Towers sind nach einem Start mit 5:0-Siegen inzwischen aber in normalen Sphären angekommen und auf Rang sieben die letzte Mannschaft mit positivem Punktekonto (18:10).

Am Sonntag nur acht Tage nach dem Hinspiel erneut auf den MBC zu treffen, ist eine besondere Situation für beide Teams, die jedes Match-up noch in frischer Erinnerung haben. Beide Trainer werden versuchen, ihr Gegenüber mit kleinen taktischen Variationen zu überraschen. Für die Baskets bleibt aber eine zentrale Aufgabe: den MBC-Topscorer Michal Michalak in seiner Wirkung zu begrenzen. Als der im Hinspiel mit 25 Punkten nach der Pause aufdrehte, geriet der Baskets-Erfolg noch ernsthaft in Gefahr.