Der 1. FC Köln will am Samstag im Heimspiel gegen Hertha BSC den nächsten Schritt Richtung Bundesliga-Rückkehr tätigen. Ein Innenverteidiger steht vor der Rückkehr ins Team.
1. FC KölnDarum verspürt Pacarada nach Sieg in Topspiel „Genugtuung“

Half zuletzt im Abwehrzentrum aus: FC-Linksverteidiger Leart Pacarada.
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Die Idee war eigentlich aus der Not geboren, doch Leart Pacarada war mit sich im Reinen. „Es ist klar, dass ich mich auf der linken Seite am wohlsten fühle. Aber ich habe die Situation angenommen und sie hat mir auch Spaß gemacht. Ich hatte viele Ballaktionen und habe mich echt gut gefühlt“, resümierte der Linksverteidiger des 1. FC Köln nach seinem Einsatz auf ungewohnter Position. Weil mit Timo Hübers und Dominique Heintz gleich zwei Stammkräfte ausgefallen waren, wurde Pacarada beim 2:1-Sieg in Paderborn in der Dreierkette benötigt. Der Routinier ließ sich die improvisierte Rolle kaum anmerken und war einer der besten Kölner beim Erfolg im Topspiel der 2. Fußball-Bundesliga. Den dritten Sieg in Folge samt Rückkehr an die Tabellenspitze wertete Pacarada als „Riesenschritt“ Richtung Bundesliga-Rückkehr. „Den nächsten Schritt“, sagte der 30-Jährige, „wollen wir am Samstag gehen.“ Dann kommt der Tabellen-13. Hertha BSC nach Müngersdorf (20.30 Uhr/Sky, Sport1).
Der Sieg gegen den direkten Konkurrenten aus Paderborn tat nicht nur dem Kölner Punktekonto gut, das sieben Spieltage vor Saisonende nun vier Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz aufweist. Sondern auch der Seele der Kölner Mannschaft, wie Leart Pacarada am Mittwoch deutlich machte: „Wir haben intern an den Sieg geglaubt, dieses Selbstvertrauen haben wir. Trotzdem hatten wir im Umfeld so ein bisschen das Gefühl, dass man uns das nicht ganz zutraut. Deswegen war das schon eine Art Genugtuung. Es war ein absolut wichtiger Sieg zur richtigen Zeit. Man kann stolz auf die Mannschaft sein.“
Auch wir sehnen uns nach besserem Fußball, weil wir uns das auch selbst abverlangen. Trotzdem ist das A und O, Siege zu holen.
Pacarada ließ durchblicken, dass die Kritik an den zumeist wenig ansehnlichen Darbietungen seit der Umstellung auf eine defensivere Taktik nicht spurlos an den FC-Profis vorbeigegangen ist. „Auch wir sehnen uns nach besserem Fußball, weil wir uns das auch selbst abverlangen. Trotzdem ist das A und O, Siege zu holen. Das haben wir in den letzten Monaten relativ konstant gemacht. Dass wir dann trotzdem immer wieder einen gewissen Gegenwind spüren, ist zwar irgendwo normal, sollte die Mannschaft aber nicht zu nah an sich heranlassen“, gab der Defensivmann einen Einblick ins Innenleben des Kölner Teams, dessen Selbstvertrauen nach dem Abstieg am Boden gelegen hatte.
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„Wir hatten eine sehr schwierige Phase, die wir in diese Saison mitgenommen haben. Wir mussten uns erst wieder gewöhnen zu gewinnen“, schilderte Pacarada, der dem arg dezimierten, aber gereiften Kölner Team gegen Paderborn eine „geschlossene Mannschaftsleistung“ attestierte. „Das ist die Basis, wofür wir stehen wollen.“ Zumal in einem aufgeregten Umfeld wie in Köln. „Wir wissen, dass rund um den FC viel geschrieben und diskutiert wird. In dieser Situation als Mannschaft klar zu bleiben – das ist das, womit wir uns zuletzt verstärkt beschäftigt haben“, berichtete Pacarada. Mit Erfolg. „Die Ausgangslage ist gut, das haben wir uns in den letzten Monaten erarbeitet. Trotzdem wissen wir, wie schnell es in beide Richtungen gehen kann“, verwies Leart Pacarada auf die enge Gemengelage im Unterhaus. „Daher tun wir ganz gut daran, die Tabelle so ein bisschen außer Acht zu lassen und nur an das nächste Wochenende zu denken.“
1. FC Köln: Gegner Hertha BSC gewann zuletzt zweimal in Folge
Gegner Hertha BSC ist die wohl größte Enttäuschung dieser Zweitliga-Saison. Mit Aufstiegsambitionen gestartet, fand sich der ehemalige Bundesligist zwischenzeitlich im Abstiegskampf wieder. „Auch bei der großen Hertha gibt es ein Gesamtpaket, das man bewältigen muss“, merkte Pacarada in Anspielung auf das unruhige Umfeld beim Hauptstadtclub an. Zuletzt gelangen dem Team des neuen Trainers Stefan Leitl jedoch zwei Siege in Folge. Gewichtigen Anteil daran hat Offensivstar Fabian Reese, der nach langer Verletzungspause gegen Karlsruhe (3:1) und Braunschweig (5:1) doppelt traf. „Hertha ist extrem gut besetzt. Wenn sie in den Flow kommen, sind sie schwer aufzuhalten“, warnte Pacarada. „Es geht darum, unsere Tugenden auf den Platz zu bringen, fußballerisch wieder einen Schritt nach vorne zu machen und dem Gegner wehzutun.“
Bei diesem Unterfangen werden die Kölner wohl wieder auf Dominique Heintz bauen können, der am Mittwoch – im Gegensatz zum weiterhin erkrankt fehlenden Timo Hübers – vollständig ins Training zurückgekehrt ist. Für ein zusätzlich gutes Gefühl sollten die ersten beiden Saisonduelle mit der Hertha sorgen, die der FC in Liga (1:0) und Pokal-Achtelfinale (2:1 n.V.) jeweils gewann. „Wir wissen, wie sie zu bezwingen sind“, zeigte sich Pacarada selbstbewusst.