Köln – Diese Nackenschläge hatten gesessen. Nach dem 0:5 bei den Eisbären Berlin fand Uwe Krupp klare Worte, um seine Kölner Haie vor dem sechsten Spiel in der Nord-Staffel der Deutschen Eishockey Liga (DEL) schnell wie-der auf Kurs zu bringen. „Uns hat die Schärfe gefehlt“, analysierte der Chefcoach die defensiv anfällige und im Abschluss ineffiziente Vorstellung seiner Schützlinge.
In der leeren Mercedes-Benz-Arena waren die Haie nach neun Punkten aus den ersten vier Spielen und durchschnittlich fünf Treffern pro Partie erstmals punkt- und torlos geblieben. Dabei hatte es fünf Tage zuvor - beim 7:2 in Krefeld – genügend Selbstvertrauen und leichte Tore für den Kurzzeit-Tabellenführer gegeben. Für Krupp war das Torfestival bei schwachen Pinguinen schon der Aus-gangspunkt für die folgende 0:5-Packung.
34 Torschüsse null Treffer
Berlin sei mit dem Saisonstart nicht zufrieden, hochmotiviert und von der ersten Minute an aufmerksam gewesen. „Uns hat die Spannung gefehlt und der Gegner war schnell an der Scheibe, hungrig und hat seine Torchancen genutzt“, nannte er die Attribute, die dem eigenen Team bei seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte gefehlt hatten. „Die gesamte Konstellation war nicht günstig für uns.“ Zwölf Minuten hatten die Domstädter in Überzahl gespielt und den blendend aufgelegten Berliner National-Goalie Mathias Niederberger bei 34 Torschüssen kein einziges Mal überwinden können.
Transfers
Schon Mitte Januar könnte der Kader der Kölner Haie verstärkt werden. Und Landon Ferraro scheint als Zugang beim KEC auf dem Zettel zu stehen. Der 29-jährige Ex-NHL-Spieler war zuletzt bei den Frankfurter Löwen in der DEL 2 aktiv, spielte in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) aber schon in Berlin.
Uwe Krupp kennt den kanadischen Mittelstürmer gut, erklärt aber: „Es sind viele Spieler auf dem Markt und wir werden uns erst nach der Back-to-Back-Serie gegen Iserlohn mit solchen Themen befassen.“ Nach dem 11. und 13. Januar könnte es mit Ferraro also ganz schnell gehen. (wox)
„Wenn wir mitspielen wollen, müssen wir mehr Intensität haben und mehr investieren“, dachte Krupp schon an das nächste Heimspiel am Montag (20.30 Uhr, Magenta Sport) gegen die Iserlohn Roosters. Und er fand mehrere Punkte, die Hoffnung auf eine schnelle Wende zum Positiven machen: Nach vier Auswärtsspielen in Folge sei es schonmal eine gute Nachricht, „dass wir nicht reisen müssen“.
Auch die psychologische Voraussetzung ist nun eine andere: „Wir werden gut vorbereitet sein und wissen, dass Iserlohn einen sehr guten Saisonstart hatte“, weiß der 55-Jährige um drei Siege aus den ersten fünf Spielen für den Tabellenzweiten.
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Zuletzt unterlag das Team von Jason O’Leary in der Overtime zwar mit 5:6 gegen die Düsseldorfer EG. Alleine schon wegen des vorherigen 5:2-Erfolgs der Hähne gegen Berlin dürften in Köln alle Sinne geschärft sein. „Sie spielen aggressives, auf Konter und lange Pässe ausgelegtes Eishockey mitschnellem Umschaltspiel“, erklärt Krupp. Bei seinem Team fehlt weiterhin Sebastian Uvira nach längerer Verletzung.
Beim zweiten Stürmer James Sheppard fällt die Entscheidung über einen Einsatz kurzfristig. Des Weiteren sind die Personalplanungen der Haie noch nicht abgeschlossen. Auch wenn die Clubkasse coronabedingt wenig hergibt, verrät der Trainer, dass der Markt beobachtet wird. Neuzugän-ge müssten aber auf ein üppiges Gehalt verzichten: „Es kann nur in bestimmten Konstellationen klappen.“