CDU sowie SPD und Grüne stellen sich in Erklärungen hinter den Umzug des Berufskollegs auf das Zanders-Gelände in Bergisch Gladbach
ZandersGladbacher Parteien nehmen zu Bildungscampus Stellung

Auf dem Zanders-Gelände soll ein Bildungscampus entstehen
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Natürlich ist schon Wahlkampf. In weniger als einem halben Jahr wird auch in Bergisch Gladbach der neue Stadtrat gewählt, und manches Agieren der Parteien kann in diese Richtung gedeutet werden. Beim geplanten Bildungscampus auf dem Zanders-Gelände hat die CDU jetzt in einer Erklärung mehr Geschwindigkeit von Stadt und Kreis eingefordert, die Entwicklung solle zügiger vonstatten gehen.
Die Stadt prüfe gerade eine kleine und große Lösung auf Wirtschaftlichkeit, berichtet der Fraktionsvorsitzende Dr. Michael Metten, die große Variante wäre ein sehr starkes Signal. Als Antreiber nennt er Wirtschaftsförderung, Technologiezentrum und Regionale 2025. Stadt und auch die CDU-geführte Kreisverwaltung fehlen. Als Gegenreaktion verschickten Grüne und SPD am Montagmittag eine weitere Mitteilung.
Historische Chance
Diesmal wird die Verwaltung um Bürgermeister Frank Stein (SPD) gelobt, gemeinsam mit der Kreisverwaltung um Landrat Santelmann, mit Kreishandwerkerschaft und Wirtschaftsförderung werde eng am Projekt gearbeitet. Der Bildungscampus sei eine „historische Chance für Bergisch Gladbach“. Das politische Gehakel nach bayerischer ist zumindest Anlass, mal auf die Gegebenheiten zu schauen.
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Auch wenn sich in den vergangenen Monaten nach außen hin wenig zu tun schien, rückt der Bildungscampus Schritt um Schritt nach vorne. Eigentlich hätte schon in der vergangenen Woche vom Zanders-Ausschuss ein wegweisender Beschluss gefasst werden sollen: der Grundstücksverkauf des sogenannten „Exzellenzbausteins“ als erster Teil des Bildungscampus.
Planer brauchen Zeit
Offenbar waren die Planer der Verwaltung aber noch nicht ganz so weit. Angekündigt ist jetzt, einen Vorvertrag noch vor den Sommerferien den Gremien vorzulegen. Bergisch Gladbacher Stadtrat und Kreistag Rhein-Berg sollen wohl Anfang Juli die Dokumente präsentiert werden, in der allerletzten Sitzung der Gremien vor der Kommunalwahl.
„Wir haben aktuell eine gute Förderchance. Aber das wird nicht ewig so sein“, zitiert die CDU ihren Landtagsabgeordneten Martin Lucke. Derzeit hat der „Exzellenzbaustein“ den B-Status der Regionale. Für Fördergelder muss er auf A hochgestuft werden. Grundlage der Planungen soll dabei eine Machbarkeitsstudie sein.
Ein Fachbüro hat dabei nach Standorten auf dem Zanders-Gelände gesucht. Eine Vorergebnis ist bereits im vergangenen Jahr der Verwaltungsführung von Stadt und Kreis präsentiert worden. In der CDU-Mitteilung wird dieser Entwurf des renommierten Aachener Büros Kadawittfeld gewürdigt.
Absichtserklärung unterzeichnet
Bislang wird der „Exzellenzbaustein“ auf dem an die Bensberger Straße angrenzenden Areal verortet, dort, wo auch die große Maschinenhalle der ehemaligen Papiermaschine PM4 steht. Die Planer benennen den Nordosten von Zanders, und neben dem Hallengebäude auch den Bereich der Zellstoffanlieferung und der Stoffaufbereitung.
Wie sich die Angebote der beruflichen Bildung auf Zanders sortieren könnten, ist bislang in einem „Letter of Intent“ (Absichtserklärung) zwischen Kreishandwerkerschaft, Stadt, Kreis, Wirtschaftsförderung, Technologiezentrum und Regionale 2025-Agentur (Kooperation) dargelegt. Im Überblick: Im „Exzellenzbaustein“ sollen modern Lehrräume und Werkstätten für Energie-, Sanitär-, Klima- und Holztechnik eingerichtet werden, mit einem Innovationslabor für Schüler, alles im Rahmen der Regionale 2025.
Dann ein kreisweites Ausbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft. Außerdem die beiden Berufskollegs (kaufmännisch und gewerblich) mit ihren 3500 Schülern und auch ein Wohnheim für die Auszubildenden.