Meine RegionMeine Artikel
AboAbonnieren

Politik in RösrathCDU bleibt weiter auf Spaltkurs

Lesezeit 3 Minuten
Das Gruppenbild der CDU beim Neujahrsempfang im Bürgerforum Hoffnungsthal demonstrierte Gemeinsamkeit: Doch die CDU ist in Rösrath zerstritten.

Das Gruppenbild der CDU beim Neujahrsempfang im Bürgerforum Hoffnungsthal demonstrierte Gemeinsamkeit: Doch die CDU ist in Rösrath zerstritten.

In der CDU Rösrath konkurrieren weiter zwei Lager. Das zeigten zahlreiche Kampfkandidaturen bei der Kandidatenaufstellung für den Stadtrat.

In der CDU Rösrath gibt es weiter zwei Lager – wie schon Anfang Dezember bei der Aufstellung ihres Bürgermeisterkandidaten Miguel Louzao de la Cruz, der sich gegen Stephan Braun mit 184 zu 164 Stimmen durchsetzte. Auch bei der Mitgliederversammlung zur Aufstellung der Liste für die Wahl des Stadtrats gab es bei fast jedem Wahlbezirk Kampfkandidaturen: Dabei trafen bereits bekannte CDU-Mitglieder, die schon im Stadtrat sitzen und sich teilweise seit vielen Jahren profiliert haben, auf neue Gesichter, die dem Kreis um Louzao zuzuordnen sind.

Allerdings war das Lager um Louzao auf der Mitgliederversammlung offenbar nicht so stark vertreten wie bei der Wahl des Bürgermeisterkandidaten im Dezember, so konnten sich bei den meisten Kampfkandidaturen die bisherigen Stadtratsmitglieder behaupten – insbesondere Vera Rilke-Haerst, der stellvertretende Fraktionschef Christoph Jahn, Jürgen Steinbach und Marlene Jablonski-Reichelt. Auch Ratsherr Achim Müller, der zu den Unterstützern von Louzao zählt, erhielt wieder eine Mehrheit – er hatte allerdings keinen Gegenkandidaten, einige Mitglieder stimmten mit Nein.

CDU-Fraktionschef Marc Schönberger unterliegt bei Kampfkandidatur

Spektakulär war dagegen das Scheitern von CDU-Fraktionschef Marc Schönberger, der in seinem Wahlbezirk mit 59 zu 119 Stimmen seinem bisher wenig bekannten Gegenkandidaten Constantin Bosbach unterlag. Das könnte bedeuten, dass der bisherige Spitzenmann Schönberger im nächsten Stadtrat nicht mehr vertreten sein wird, da bisher alle CDU-Ratsmitglieder über Direktmandate in den Wahlbezirken in den Stadtrat einzogen und nicht über die Liste. Möglich ist allerdings, dass Schönberger sich nun in einem anderen Wahlbezirk bewirbt: Denn die CDU-Mitgliederversammlung schaffte bis zum späten Abend nur die Entscheidung für acht der insgesamt 19 Wahlbezirke – wegen der Kampfkandidaturen zog sich die Kandidaten-Aufstellung in die Länge. Die Kür der weiteren Kandidatinnen und Kandidaten wurde vertagt.

Mit rund 180 Anwesenden war die Mitgliederversammlung außergewöhnlich gut besucht, wenn auch nicht so gut wie bei der Aufstellung des Bürgermeisterkandidaten im Dezember. So konnte sich das Lager um Bürgermeisterkandidat Louzao diesmal bei der Mehrzahl der Kampfkandidaturen nicht durchsetzen. Der Vorstand der CDU hatte sich im Vorfeld darauf verständigt, die bisherigen Ratsmitglieder, die ihren Wahlbezirk bei der letzten Kommunalwahl gewonnen haben, erneut zu unterstützen – dem Vernehmen nach trug auch Louzao dies mit. Was seine Anhängerschaft aber nicht abhielt, in Kampfkandidaturen gegen die bisherigen Ratsmitglieder anzutreten.

Wann die CDU die Kandidatinnen und Kandidaten für die weiteren Wahlbezirke aufstellt, steht noch nicht fest. Wie stark die konkurrierenden Lager dann vertreten sein werden, ist ebenfalls offen. Bürgermeisterkandidat Louzao, der 2020 direkt in den Stadtrat gewählt wurde, hat indessen angekündigt, sich in seinem Wahlbezirk nicht erneut zu bewerben. Das bedeutet: Sollte er nicht zum Bürgermeister gewählt werden, wird er dem Stadtrat nicht mehr angehören.