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Angespannte BetreuungslageNeue Kindertagesstätte in Königswinter-Thomasberg geplant

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Die Kindertagesstätte, die auf einem städtischen Grundstück im Neubaugebiet „Am Limperichsberg“ in Thomasberg errichtet werden soll, soll insgesamt vier Gruppen erhalten. Die Kosten dafür betragen einer ersten Schätzung zufolge rund vier Millionen Euro.

Königswinter-Thomasberg – Der Mangel an Betreuungsplätzen im Königswinterer Stadtgebiet soll bald der Vergangenheit angehören. Um die angespannte Lage in den Kindergärten und Kindertagesstätten in Tal- und Bergbereich wieder in den Griff zu bekommen, hat der Stadtrat am Montagabend grünes Licht für die weitere Planung eines Kita-Neubaus am Limperichsberg in Thomasberg gegeben. Für rund vier Millionen Euro sollen hier künftig vier Gruppen zur Verfügung stehen. Das hat der Rat mehrheitlich beschlossen.

Bereits im Juni hatte der städtische Haupt- und Finanzausschuss dafür gestimmt, den Bau in Eigenregie und ohne Unterstützung durch einen Investor durchführen zu wollen. Im Jugendhilfeausschuss wurde Ende September dann eine Machbarkeitsstudie vorgestellt, die zu dem Ergebnis kommt, dass das städtische Grundstück im Neubaugebiet „Am Limperichsberg“ grundsätzlich geeignet für den Bau einer Kindertagesstätte ist.

Votum fiel nicht allen Ratsmitgliedern leicht

Dabei schlägt der Planer, der die Machbarkeitsstudie durchgeführt hat, aufgrund der steilen Hanglage die konventionelle Errichtung eines Sockelgeschosses anstelle von modularen Raumelementen vor. Eine erste Kostenschätzung für ein solches Gebäude mit vier Gruppen beziffert sich auf 4 035 000 Euro. Zur Finanzierung des Neubaus sollen Fördergelder für die Schaffung neuer Kitaplätze bei Land und Bund beantragt werden.

Wachstum im OGS-Bereich

Oberpleis: Die Zeichen im Bereich der Offenen Ganztagsschulen stehen weiter auf Wachstum. In Oberpleis hat der TuS 05, der die bislang bestehenden Gruppen betreibt und die siebte Gruppe planmäßig Ende August in Betrieb nehmen konnte, in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung das Erweiterungskonzept genehmigen lassen, für das eine Kosten-Grobschätzung von 1,6 Millionen Euro vorliegt. Der Entwurf zum Finanzierungskonzept sieht unter anderem vor, dass der TuS eigene Mittel in Höhe von 150 000 Euro investiert und die Stadt Königswinter die im Haushalt 2020 für die in der Grundschule vorgesehenen Bauarbeiten veranschlagten Mittel in Höhe von 420 000 Euro einbringt. Die Restfinanzierung soll nach derzeitigem Stand aus dem Sportstättenförderprogramm (230 000 Euro), der Kapitalisierung von Nutzungsentgelten (200 000 Euro) und einer Bankfinanzierung des Vereins (600 000 Euro) aufgebracht werden. Im Schulausschuss wurde einstimmig dafür votiert, dass der im vergangenen Jahr gefasste Beschluss zur zweiten Ausbaustufe der OGS Oberpleis ausgesetzt werden soll, bis das neue Konzept des TuS 05 Oberpleis geprüft und beschlussfähig ist.

Eudenbach und Niederdollendorf: Auch hier sind Erweiterungen notwendig und im Ausschuss vorgestellt worden. Demnach hat das Gebäudemanagement der Stadt nach der reduzierten Ausschreibung einen Bieter für Eudenbach gefunden, in Niederdollendorf sollen neue Module aufgesetzt werden und zeitweise die kleine Aula genutzt werden. (EB)

Das Votum für dieses Vorhaben im Stadtrat fiel zunächst nicht allen Ratsmitgliedern leicht, obwohl sowohl der Jugendhilfeausschuss als auch der Haupt- und Finanzausschuss das mehrheitlich empfohlen hatte. Die Machbarkeitsstudie sei im Haupt- und Finanzausschuss nicht hinreichend diskutiert worden, monierte etwa die SPD-Fraktion. „Vier Millionen Euro sind eine beträchtliche Investition, das ist auch für unsere Stadt nicht wenig“, fand Jürgen Kusserow (SPD) und auch sein Fraktionskollege Björn Seelbach äußerte sich zunächst unsicher bei der Entscheidung.

Bedarf für Kita ist vorhanden

Dass diese allerdings keinen Aufschub mehr dulde, betonte Heike Jüngling, Dezernentin für Ordnung, Schule und Soziales: „Der Architekt könnte sofort in die Planungen einsteigen. Wenn die Entscheidung vertagt wird, verlieren wir ein halbes Jahr.“ Der Bedarf für die neue Kita sei vorhanden, ein alternativer Standort für einen Kita-Neubau sei nicht vorhanden.

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Nach einer kurzen Sitzungsunterbrechung konnte die Unsicherheit schließlich ausgeräumt werden. „Das Thema hat uns in den letzten Woche intensiv beschäftigt – auch die Frage, ob der Standort richtig ist“, sagte Björn Seelbach (SPD). „Der Bedarf an Kita-Plätzen wird weiter zunehmen, daher werden wir der Planung zustimmen.“ Ganz zur Freude der anderen Fraktionen: „Ich bin froh, dass in diese Sache Einvernehmen herrscht“, so etwa Roman Limbach (CDU).