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WarnstreikWarum Beschäftigte der Uniklinik in Köln demonstrieren

Lesezeit 2 Minuten
Demonstrierende auf dem Albertus-Magnus-Platz.

Tarif-Demo der Beschäftigten der Uniklinik Köln vor der Uni Köln.

Mit erheblichen Einschränkungen mussten Patientinnen und Patienten der Uniklinik Köln am Mittwoch rechnen. Beschäftigte streiken.

Rund 400 Beschäftigte der Uniklinik Köln haben sich am Mittwoch an einem Warnstreik beteiligt. Damit folgten sie einem Aufruf der Gewerkschaft Verdi. Verdi möchte so Druck machen in den aktuellen Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder.

Auch in der zweiten Verhandlungsrunde haben die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt und alle unsere Forderungen rundweg abgelehnt. Das ist nur unverschämt und ein Skandal“, sagte Peter Sztatelman, Personalratsvorsitzender der Uniklinik Köln, bei der Kundgebung auf dem Albertus-Magnus-Platz. Dorthin war der Demonstrationszug am Vormittag von der Uniklinik aus gezogen.

Entlastung wegen steigender Preise

Die Gewerkschaft fordert 10,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 500 Euro. „Überall steigen die Preise, wir brauchen eine deutliche Entlastung“, sagte Sztatelman. Ein Mitarbeiter aus dem Patientenservice der Uniklinik Köln machte klar: „Es geht nicht darum, dass wir mehr Geld wollen, sondern dass wir mehr Geld brauchen.“ Als getrennt lebender Vater von zwei Kindern komme er mit den rund 2000 Euro, die er monatlich für eine Vollzeitstelle erhalte, nicht über die Runden. „Ich muss einen zweiten Job haben. Zwar wird uns eine Ausbildung zum Krankenpflegehelfer angeboten, aber zeitlich kann ich mir die auf keinen Fall erlauben.“ Der Patientenservice entlastet die Pflege, indem er sich um Wäsche, Müllentsorgung, Essensausteilung und ähnliches kümmert.

„Unter Covid wurde uns gesagt, dass wir mehr kriegen. Aber jetzt ist davon nicht mehr die Rede“, beklagt sich eine Intensivpflegerin, die mit zwei Kolleginnen dem Aufruf zum Warnstreik gefolgt ist. Die Entlastungen, die die nordrhein-westfälischen Uni-Kliniken nach elfwöchigem Streik im vergangenen Jahr erstritten hatten, seien nach Auskunft der Intensivpflegerinnen bisher nicht spürbar. „Es fehlt nach wie vor an Personal“, sagen sie.

Zu viel Arbeit für zu wenig Geld beklagt auch ein Medizinischer Fachangestellter aus einer Ambulanz der Uniklinik. „Ich habe im Monat 1800 Euro zum Leben mit einer Vollzeitstelle. Für das, was wir leisten, ist das Gehalt einfach nicht angemessen“, findet er.

Donnerstag voraussichtlich wieder Normalbetrieb

Patientinnen und Patienten der Uniklinik Köln mussten aufgrund des Streiks erhebliche Einschränkungen in Kauf nehmen. „Ambulante und stationäre Behandlungen werden nur in eingeschränktem Maße stattfinden können. Hiervon werden vor allem Patientinnen und Patienten betroffen sein, deren Behandlung medizinisch vertretbar verschoben werden kann“, teilte die Uniklinik mit. Um die Versorgung von Notfällen sicherstellen zu können, hatte die Uniklinik Köln mit der Gewerkschaft eine Notdienstvereinbarung getroffen. Am Donnerstag, 9. November, ist mit einer Rückkehr zum Normalbetrieb zu rechnen.