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„Jetzt sind die Arbeitgeber am Zug“Zweite Tarifrunde ist gestartet -  Angebot der Länder wird gefordert

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Hannover: Stephan Weil (M, SPD), Ministerpräsident Niedersachsen, spricht vor der 5. Niedersächsischen Betriebs- und Personalrätekonferenz mit Gewerkschaftsvertretern.

Die Gewerkschaften Verdi, GEW und Gewerkschaft der Polizei hatten vor der Betriebs- und Personalrätekonferenz in Niedersachen zu einer Kundgebung vor dem Veranstaltungshotel aufgerufen, um für ihre Forderung in der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes der Länder zu werben.

Laut Verdi-Chef Werneke sei die Forderung nach 10,5 Prozent mehr Einkommen klar und verhältnismäßig. Die Arbeitgeber müssten reagieren.

Die zweite Runde der Tarifverhandlungen für die Gehälter von Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder hat begonnen. Die Gewerkschaften forderten ein Angebot von der Länderseite. „Jetzt sind die Arbeitgeber am Zug. Irgendwelche Spielchen und Herumlamentieren bringen uns nicht weiter. Dadurch ist noch nie ein Tarifabschluss zustande gekommen“, sagte Verdi-Chef Frank Werneke vor der Fortsetzung der Gespräche am Donnerstag in Potsdam.

Die Forderungen nach 10,5 Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 500 Euro mehr, seien klar und verhältnismäßig, betonte er. Es brauche jetzt ein realistisches Arbeitgeberangebot.

Tarifabschlüsse in Bund und Kommunen können als Rahmen gesehen werden

Die Tarifverhandlungen fänden nicht im luftleeren Raum statt, sagte Verhandlungspartner Andreas Dressel, der Vorsitzende der Tarifgemeinschaft deutscher Länder. Die Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst in Bund und Kommunen aus diesem Jahr seien ein Orientierungsrahmen.

„Die Gewerkschaften haben ja gesagt, wir legen da noch eine Schippe drauf. Wir haben gesagt, da würden wir eher drunter bleiben. Und das ist jetzt der Rahmen, wo man sich gut daran orientieren kann“, sagte Dressel. Für die Beschäftigten von Bund und Kommunen waren unter anderem steuer- und abgabenfreie Sonderzahlungen von insgesamt 3000 Euro, ein Sockelbetrag von 200 Euro sowie anschließend 5,5 Prozent mehr vereinbart worden.

Verdi spricht von 5000 Protestierenden bundesweit

Die zweite Verhandlungsrunde am Donnerstag wurde begleitet von lautstarken Protesten am Verhandlungsort. Bundesweit gingen laut Verdi rund 5000 Beschäftigte, besonders aus dem Sozial- und Erziehungsdienst, auf die Straßen - Schwerpunkt war dabei Berlin.

Sollten keine Lösungsansätze in den zwei Verhandlungstagen entstehen, werde der Druck massiv erhöht, sagte der Vorsitzende des Beamtenbundes dbb, Ulrich Silberbach. Das bedeute unter anderem eine weitere Ausweitung der Streikaktionen. „Und die werden dann nicht die Nadelstichfunktion nur haben, sondern sie werden dann eben auch spürbarer sein“, sagte Silberbach. (dpa)