Sport in KölnAm Fühlinger See entsteht ein Leistungszentrum für Kanupolo

Beim Kanupolo wird Helm getragen, rammen und rempeln sind erlaubt.
Copyright: Costa Belibasakis
Köln – Im Jahr 1920 wurde Kanupolo in Deutschland erfunden. Doch der Sport mit Boot, Paddel und Neopren-Ball wirkt nicht wie ein 101-Jähriger. Damals wurde er noch in Wanderbooten auf riesigen Feldern gespielt. Heute ist er innovativ, vielfältig und erfrischend. Nicht nur weil er im Wasser stattfindet. „Ich kenne keine Sportart, die den Spielern so viele Fähigkeiten abverlangt“, sagt eine Betreuerin vom Kanu Club Wetter/Ruhr, „man braucht Übersicht, Kontrolle, viel Stabilität und auch Ausdauer.“
Randsportart zieht auch Spieler aus dem Ausland an
Am Rande der Regattabahn des Fühlinger Sees verfolgt nicht nur sie das rege Treiben im kühlen Nass. Um die NRW-Landesmeisterschaft fahren die Fünfer-Teams gegeneinander im Kanu-Pulk. Auf dem 35 mal 23 Meter Wasserfeld spritzt und schäumt es. Es gibt einen Ball, der in eines der beiden, in zwei Metern Höhe hängenden, 1 mal 1,5 Meter kleinen Tore geworfen werden muss. Bälle werden mit dem Paddel aus dem Wasser gehoben, mit der Hand zu einem von vier Mitspielern geworfen und bei Torwürfen reckt der Keeper sein Paddel hoch in die Luft, um den Einschlag zwischen den Pfosten zu verhindern. „Wir haben hier eine Mischung aus Handball, Basketball und auch Rugby“, erklärt Georg Dopp. Er ist Landeskanupolowart. An Hand- und Basketball erinnert Kanupolo wegen der individual-taktischen Elemente mit einem zentralen Stoßstürmer, Außenangreifern und Aufbauspielern. Gruppentaktisch wird Pressing gespielt oder mit einer 4:0-Deckung auf die Gegner gewartet.
Grundvoraussetzung für diese hochkomplexe Sportart ist das Schwimmabzeichen. „So ab dem Alter von neun, zehn Jahren empfehlen wir den Start“, sagt Dopp. Auch wenn im Norden Kölns keine Vertreter aus der Domstadt dabei sind, sondern die Bergheimer, Duisburger, Mülheimer und natürlich der amtierende deutsche Herrenmeister aus Liblar dominieren, gibt es am Fühlinger See gute Nachrichten. „Köln wird hier im nächsten Jahr zum NRW-Leistungszentrum“, verrät Dopp.
Alles zum Thema Fühlinger See
- Chorweiler Geflüchtetenunterkunft am Fühlinger See soll verlängert werden
- Erstes Charity-Baden in Köln Teilnehmer trotzen Minustemperaturen für Wohltätigkeitszweck
- An Neujahr im Fühlinger See Eisbaden für den guten Zweck - Charity-Aktion feiert Premiere
- Junger Kölner vor Marathon-Premiere „Grundsätzlich ist Ankommen das oberste Ziel“
- Satzung konkretisiert Freizeitsportler sind auf Regattabahn am Fühlinger See verboten
- Kein Geld dabei Boxer Torsten May aus Frechen zeigte bei Olympia seine Goldmedaille
- Sommer in Köln Sieben Tipps für Ausflüge zu kühlen Orten in Chorweiler
Die Förderung 2022 sollte den international ohnehin schon hervorragenden Status der Sportart zementieren: „Wir haben alleine in NRW 17 Vereine und eine hohe Leistungsdichte“, erklärt er. Kein Wunder, dass die ersten beiden Kanupolo-Bundesligen mit je zwölf Teams Topligen sind und auch Spieler aus dem Ausland anlocken.
Die Ausrüstung ist übrigens nicht ganz günstig. Die an Bug und Heck speziell geschützten Boote kosten ab 1000 Euro, für die Carbon-Paddel kommen nochmal 300 Euro dazu.