Am Eigelstein wird derzeit der Karneval aus dem Jahr 1933 gefeiert. Natürlich nicht in echt, sondern für die beliebte TV-Serie. Wir waren vor Ort dabei.
Am EigelsteinSo liefen die Dreharbeiten für „Babylon Berlin“ in Köln

Der „Stavenhof“ wurde für den Dreh von Graffitis befreit und umgestaltet.
Copyright: Thomas Banneyer
Die Stammkundschaft im Eiscafé „Romana“ an der Torburg am Eigelstein konnte am Dienstagvormittag nicht wie üblich einen Kaffee in der Sonne genießen. Die Terrasse blieb geschlossen. Doch was stattdessen geboten wurde, war auch nicht schlecht. Es gab Karnevalsmusik, Blicke auf bekannte Schauspieler und einen Eindruck von einem großen Fernsehdreh.

Hauptdarsteller Volker Bruch, alias Gereon Rath
Copyright: Thomas Banneyer
In dieser Woche wird am Eigelstein die fünfte Staffel von „Babylon Berlin“ gedreht. Und wer noch dem kürzlich vergangenen Karneval hinterher trauert, konnte noch mal in Erinnerungen an die vergangene Session schwelgen. An vielen Häuser gegenüber der Torburg ist „Karnevalsbeflaggung“ angebracht worden. Zur Mittagszeit zupfte eine Mitarbeiterin der Filmcrew immer wieder die Girlanden am Fenstersims zurecht. Alles, damit die Bilder aus dem Veedel später im Fernsehen richtig echt aussehen.

Plakate im Kölner Eigelstein
Copyright: Thomas Banneyer
Gedreht wird hauptsächlich an der Torburg und im bekannten Stavenhof und später am Alter Markt. Der Karneval aus dem Jahr 1933 hält für mehrere Tage Einzug in das Veedel. Die Geschichte der fünften Staffel basiert auf Volker Kutschers Roman „Märzgefallene“ und lässt Kommissar Gereon Rath im Februar 1933 eine Mordserie untersuchen. Rath feiert Rosenmontag offenbar ausschweifend Karneval in der Stadt und der Morgen beginnt, wie für viele Kölner auch, mit einem heftigen Kater.
Alles zum Thema Rosenmontag
- 100.000 Fahrgast Bürgerbusverein Engelskirchen gratuliert mit Blumen und Gutschein
- Kölner Zoo Marlar bringt gesunden Elefanten-Nachwuchs zur Welt
- Neue Läden vor Unterschrift Outletetage im Huma soll bis Ende 2025 vollständig vermietet sein
- Karneval weitgehend friedlich Polizei in NRW hatte an Rosenmontag weniger zu tun
- Bilanz der Session 2025 Wenig Schatten und ganz viel jeckes Licht im Karneval in Köln
- Zweifacher Mord Haftbefehl nach Mannheimer Todesfahrt erlassen – Motiv weiter unklar
- Karnevalsbilanz Mit vielen Anstrengungen gelingen im Kreis Euskirchen unbeschwerte Feste

Auch ein Fernsprecher wurde aufgebaut.
Copyright: Thomas Banneyer
Und er wacht mit der falschen Frau im Bett auf. Die Handlung spielt zur Zeit der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933. Über den genauen Inhalt der Handlung ließen sich die Macher des Films bisher nicht in die Karten schauen. Die gedrehten Szenen in Köln drehen sich hauptsächlich um den Karneval. So wurde am Dienstag ein Karnevalswagen an der Torburg geparkt und in Szene gesetzt. Kommissar Rath sprang am Dienstag immer wieder auf den Wagen. Es gab einen kleinen Karnevalsumzug an der Torburg, dabei wurde das mit Karnevalsutensilien geschmückte Haus an der Lübecker Straße gefilmt. In den Räumen wurde nicht gefilmt. Ein weiterer Schauplatz der Dreharbeiten ist das Brauhaus „Em Kölsche Boor“. Dort wurde beispielsweise eine Karnevalsparty gedreht und Musik des bekannten Kölner Krätzchensänger Karl Berbuer gespielt.

Die Drehlogistik wurde ausgeschildert.
Copyright: Thomas Banneyer
Wenn im Eigelstein-Viertel gedreht wird, darf auch der „Stavenhof“ nicht fehlen. Dort, wo einst Willy Millowitsch als Kommissar Klefisch Verbrecher jagte, wird „Babylon Berlin“ gedreht. Am Dienstag wurde die Straße mit Karnevalsplakaten aus der Vergangenheit geschmückt und eine alte Telefonzelle aufgestellt. Wie zu erfahren war, sind in den vergangenen Tagen die Graffitis auf der Straße entfernt worden, sie passen einfach nicht in die Zeit von 1933. Sicherheitsleute hatten einen Blick darauf, dass es über Nacht nicht wieder zu Schmierereien kommt.
Auch die bekannte Kneipe „Anno Pief“ soll in Szene gesetzt werden. Veedelskümmerer Michael Seffen vom Bürgerverein Eigelstein begleitet die Dreharbeiten und hilft dem Team mit seinen Kontakten. „Dieser Dreh ist etwas Besonderes. Es ist kein Vergleich mit den sonstigen Dreharbeiten, die im Veedel häufig stattfinden. Es hat diesmal ein weltstädtisches Flair“. Die Anwohner würden sich vereinzelt über die Absperrungen oder die weggefallenen Parkplätze beschweren.
„Die meisten Bürger zücken staunend ihr Handy, sind begeistert und fotografieren die Dreharbeiten“, ergänzt Seffen. In einem Schreiben an das gesamte Filmteam wird darum gebeten, dass Rücksicht auf die Anwohner genommen werden soll. So sollten zum Beispiel Patienten von Arztpraxen zügig durchgelassen werden.