Neue grausame Details in dem spektakulären Kölner Fall: Die beiden Männer sollen die 51-Jährige mit dem Tode bedroht haben. Einer der Täter soll mit der Arbeit derÄrztin unzufrieden gewesen sein.
Entführung in KölnKölner Ärztin sollte in Rhein geworfen werden

Ein Streifenwagen der Polizei ist mit Blaulicht im Einsatz.
Copyright: Jens Büttner/dpa/Symbolbild
Nach der Entführung einer Kölner Ärztin (51) am vergangenen Wochenende sind neue erschreckende Details bekannt geworden: Wie die Rundschau erfuhr, sollen die beiden Beschuldigten (39 und 54) die Frau auch massiv mit dem Tode bedroht haben. Die Männer sollen der 51-Jährigen deutlich gemacht haben, sie in den Rhein zu werfen, sollten die Forderungen nicht erfüllt werden. Hintergrund des dramatischen Falles soll sein, dass der jüngere Tatverdächtige (39) mit der Arbeit der Ärztin unzufrieden gewesen ist. Bei einem Termin in der Praxis soll es Streit um eine Überweisung gegeben haben. In diesem Verlauf eskalierte die Situation und die Frau soll betäubt worden sein. Nach Rundschau-Informationen soll dafür das Narkosemittel Chloroform benutzt worden sein. Anschließend soll das Opfer in einer Aluminiumbox gefangen gehalten worden sein. Gefesselt wurde die Frau mit Kabelbinder.
Der genaue Tatablauf in dem rätselhaften Fall ist weiter nicht geklärt. „Weiteres kann mit Blick auf die noch laufenden Ermittlungen derzeit nicht öffentlich gemacht werden“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Es gehe in dem Fall zuerst um den Opferschutz, der vorrangig sei.
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Ehemann meldete seine Frau als vermisst
Die Männer im Alter von 39 und 54 Jahren, die inzwischen in U-Haft sitzen, sollen die Frau, wie berichtet, am Freitagnachmittag in ihrer Praxis im Linksrheinischen überwältigt und sie in eine Wohnung an der Sebastianstraße im Stadtteil Niehl gebracht haben. Der Ehemann der Frau hatte sie noch am Freitagabend als vermisst gemeldet, nachdem sie nicht von der Arbeit nach Hause gekommen war. Nachdem sie freigelassen worden war, konnte sie sich selber an die Polizei wenden. Die fuhr daraufhin in die Wohnung, in der die Frau festgehalten worden war, und nahm die beiden Männer fest. Damit die Ärztin freigelassen wurde, nutzte die Frau ein Trick. Nach Rundschau-Informationen unterschrieb die 51-Jährige ein Schreiben, in dem sie einen Behandlungsfehler einräumt. Außerdem soll sie ein Papier unterschrieben haben, dass sie nach der Freilassung nicht zur Polizei gehe. Nach den beiden Unterschriften konnte die Frau die Räume an der Sebastianstraße in Niehl verlassen. Überprüft wird auch die Rolle eines Laptops der Ärztin, den Polizisten in der Wohnung der Täter fanden. Möglicherweise wollten die Männer Geld vom Konto der Frau abheben.
Anwohner berichteten Journalisten, dass am Samstag längere Zeit ein Hubschrauber über dem Haus auf und ab geflogen sei. Außerdem durften die Bewohner des betreffenden Hauses das Gebäude zeitweise nicht verlassen. Polizisten hätten mit Maschinenpistolen auf der Sebastianstraße gestanden. Bei dem jüngeren Tatverdächtigen stand laut Polizei im Raum, dass er aufgrund der Schwere der Tat in eine Klinik eingewiesen wird. Doch es kam anders. „Die Voraussetzungen für den Erlass eines Unterbringungsbefehls, der eine einstweilige Unterbringung eines Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus oder einer Entziehungsanstalt zur Folge hat, lagen hier aus Sicht der Staatsanwaltschaft und des zuständigen Ermittlungsrichters nicht vor“, teilte die Anklagebehörde mit.