Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen einen Ex-Mitarbeiter des Kölner Erzbistums wegen Kinderpornografie-Besitzes und -Verbreitung.
Besitz von PornografieAnklage gegen Ex-Mitarbeiter des Erzbistums Köln

Ein Mann schaut sich auf einem Bildschirm eine Porno-Internetseite an. (gestellte Szene)
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Die Staatsanwaltschaft hat gegen einen ehemaligen Mitarbeiter (44) des Kölner Erzbistums Anklage erhoben. Wie eine Sprecherin des Amtsgerichts auf Nachfrage mitteilte, lauten die Vorwürfe auf Besitz und Verbreitung von Kinder- und Jugendpornografie. Wie die Sprecherin weiter erklärte, müsse die Anklageschrift aber noch geprüft und zugelassen werden. Einen Termin für die Verhandlung gebe es demnach noch nicht.
Anklagezeitraum etwa drei Jahre
Der Anklagezeitraum erstreckt sich über gut drei Jahre von Mai 2020 bis Juni 2023. In dieser Zeit soll der beschuldigte Diplomtheologe, der keine seelsorgerische Tätigkeit verrichtete, sondern in der Verwaltung des Bistums beschäftigt gewesen sein soll, über 13 Dateien mit Kinder- und Jugendpornografie verfügt haben. Unter anderem soll auf den Bildern auch ein schwerer sexueller Missbrauch eines Mädchens durch erwachsene Männer dargestellt gewesen sein. Im September 2021 soll der 44-Jährige dann eine kinderpornografische Bilddatei ins Onlinenetzwerk Reddit hochgeladen und so einer unbekannten Zahl von Internetnutzern zugänglich gemacht haben. Im Mai 2023 soll der Mann zudem auf seinem Laptop eine Internetseite aufgerufen und dort ein Kinderporno-Video angeklickt haben.
Bundeskriminalamt gab Hinweis
Die Polizei war bei der Durchsuchung von Wohnung und Arbeitsplatz auf einer Festplatte und einem Smartphone des Beschuldigten auf die beanstandeten Inhalte gestoßen. Auslöser der Ermittlungen soll ein Hinweis aus den USA gewesen sein. Das „Nationale Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder“, eine gemeinnützige US-Organisation, soll demnach einen Hinweis an die US-Bundesbehörde „Immigration and Customs Enforcement“ (ICE) weitergeleitet haben. Die größte Zoll- und Polizeibehörde des Ministeriums für Innere Sicherheit in den Vereinigten Staaten, soll diesen Hinweis dann an das Bundeskriminalamt (BKA) weitergeleitet haben. Das Bundeskriminalamt betraute anschließend die Kölner Polizei mit dem Fall.