Die DB arbeitet auf der Hohenzollernbrücke. Das ist ein Signal in die Zukunft.
Baustelle in KölnWas die Bahn derzeit auf der Hohenzollernbrücke macht

Baumaßnahmen der Deutschen Bahn auf der Hohenzollernbrücke.
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Es ist ein Signal der Hoffnung. Nur noch wenige Tage, dann hat die Deutsche Bahn eine Baustelle weniger. Noch bis Sonntag ist die südliche Seite der Hohenzollernbrücke gesperrt, dann sind alle Signale im Bereich des Kölner Hauptbahnhofes erneuert. Doch bevor die Hoffnung Blüten treibt: Dabei handelt es sich nur um eine von zahlreichen Baustellen der DB. Und spurlos wird auch diese nicht an den Fahrgästen vorbeigehen. Oder, wie es ein Bahnsprecher ausdrückt: „Die Kunden werden eine Menge davon merken.“
„Kommt eine Menge auf die Kunden zu“
Was die DB eine „Menge“ nennt, das haben die Kunden bereits am vergangenen Wochenende zu spüren bekommen. In der Nacht zu Samstag waren der Hauptbahnhof und sein rechtsrheinischer Kollege, der Bahnhof Messe/Deutz, komplett gesperrt. „Ich kann mich nicht erinnern, dass es so etwas schon mal gegeben hat“, sagt ein lang gedienter Sprecher der DB. Ganz so radikal wird es in dieser Woche nicht mehr kommen. Die Bahnen können wieder über die Hohenzollernbrücke rollen, allerdings nur über die nördliche Hälfte. Doch wer weiß, dass täglich rund 1300 Zugfahren über die Eisenbahnbrücke verkehren, der ahnt, welche Konsequenzen es haben kann, wenn nur die Hälfte der Rheinquerung dafür zur Verfügung steht.

Die Arbeit auf der Brücke ist nicht ungefährlich
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Wofür der ganze Aufwand? Die Bahn bringt ihre Stellwerke auf den neuesten Stand. Dafür wurde unter anderem ein „Zentralstellwerk Knoten Köln“ am Mediapark in Betrieb genommen. Zu dem Erneuerungsprogramm gehören auch die Signale im Bereich des Hauptbahnhofes. Kostenaufwand: 160 Millionen Euro. In den vergangenen Wochen bis hin zu der Vollsperrung wurden bereits drei sogenannte Signalbrücken mit den daran hängenden Signalen erneuert. Nun kommen nochmals zwei Brücken und ein Ausleger an die Reihe. Und das ist nur, was direkt ins Auge fällt. Dazu kommen zahlreiche Kilometer an neuen Kabeln und deren Anschlüsse.
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Was haben die Kunden davon?
Von den Auswirkungen der Arbeit haben die Kunden bereits eine Menge gemerkt und werden noch eine Menge merken. Jedoch von dem Ergebnis der Arbeiten werden sie so gut wie gar nichts merken. Die DB investiert in die Zukunft, teilweise in eine sehr ferne. Die neuen Signale sollen den sogenannten ETCS-Standard erfüllen. Die Abkürzung steht für „European Train Control System“. Zu Deutsch und vereinfacht gesagt: Dadurch soll zukünftig ein einheitliches europäisches Eisenbahnverkehrsleitsystem entstehen, das die bisher 14 verschiedenen, nicht kompatiblen Leitsysteme ablöst.

Hoch hinaus geht es für die Arbeiter
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Soweit die nähere Zukunft. In weiter Ferne steht das Ziel, dass Züge ganz ohne Signaltechnik fahren können. Wann das sein kann, wagt keiner der Verantwortlichen zu prognostizieren. Dann doch lieber ein Blick in die nähere Zukunft. Sind die neuen Signale und ihre Träger im Bereich des Kölner Hauptbahnhofes auch bis Ende der Woche aufgestellt, „die Restarbeiten werden noch bis Ende 2024 andauern. Ab 2025 beginnt die Abnahme. Im Frühjahr 2025 wird es nochmals eine große Sperrung des Hauptbahnhofes geben“, berichtet der projektleitende Ingenieur Dieter Baier. 2026 soll das Projekt „Elektronische Stellwerke“ beendet sein. Bis dahin kommt noch eine Menge auf die Fahrgäste zu.
Noch weitere Sperrungen
An die Vollzeitteilsperrung der Hohenzollernbrücke in dieser Woche schließen sich nächtliche Teilsperrungen bis 31. Oktober an. Das hat unter anderem Auswirkungen auf die RB 25. Auch der Fernverkehr ist betroffen, der wird zwischen Köln und Koblenz bis zum 11. Oktober auf die rechte Rheinseite umgeleitet. Der DB-Sprecher legt Reisenden und Pendlern an Herz, sich über die Internetseite bahn.de über die direkten Konsequenzen zu informieren.
Doch die Stellwerke sind bei weitem nicht alles, woran die DB arbeitet. Gleise werden erneuert, Weichen getauscht, Brücken saniert: Was kommt da noch auf die Bahnfahrer aus Köln und dem Umland zu? „Eine zuverlässige Übersicht der anstehenden größeren Bauarbeiten den Kölner Raum betreffend liegt uns aktuell noch nicht vor“, so ein Sprecher. Es werde im Falle des Falles rechtzeitig informiert.