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BrennpunktMehrere Angriffe auf Einsatzkräfte am Kölner Hauptbahnhof

Lesezeit 3 Minuten
Polizisten im Kölner Hauptbahnhof. (Symbolbild)

Polizisten im Kölner Hauptbahnhof. (Symbolbild)

Kratzen, beißen, schlagen: Bundespolizei und Sicherheitspersonal der Deutschen Bahn sind am Wochenende mehrfach Opfer von Übergriffen geworden.

Der erste Angriff geschah gegen 9 Uhr: Bundespolizisten eilten zu einem ICE. Dort wollte ein aggressiver 36 Jahre alter Obdachloser nicht aussteigen. Am Einsatzort trafen die Polizisten auf einen Mann, der sich an der Einstiegshilfe festhielt und schrie. Er beleidigte die Polizisten und spuckte sie an.   Die   brachten den Mann auf die Wache. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von fast einem Promille. Der Obdachlose zog sich während des Widerstandes kleinere Verletzungen zu, eine ärztliche Behandlung verweigerte er jedoch. Nachdem sich der 36-Jährige schließlich beruhigt hatte, entließen die Beamten ihn mit einem Platzverweis für den Kölner Hauptbahnhof. Ihn erwarten Strafanzeigen wegen des Widerstandes, der Beleidigung sowie der Körperverletzung.

Gewalt in der Bäckerei

Gegen Mittag kam es zu ähnlichen Situationen: Nach einer Körperverletzung in einer Bäckerei im Kölner Hauptbahnhof trafen Bundespolizisten auf einen 38-Jährigen. Der Aufforderung, sich auszuweisen, kam der Mann nicht nach und wurde immer aggressiver. Schließlich schlug er einem Beamten mit der rechten Faust in den Magen. Die Einsatzkräfte brachten den Angreifer zu Boden   und fesselten ihn. Als sie ihn auf die Dienststelle bringen wollten, ließ sich der 38-Jährige immer wieder fallen und trat nach ihnen. Ein Tritt traf einen 22-jährigen Polizisten am Hals, ein weiterer Tritt am Unterarm. Ein weiterer Beamter wurde durch einen Biss am linken Daumen verletzt.

Am Samstagnachmittag der nächste schwierige Einsatz. Die Bundespolizei wurde zu zwei Einsätzen gerufen, bei denen Bahn-Mitarbeiter attackiert wurden. Dabei kam es zunächst am Hauptbahnhof, später am Bahnhof Köln Messe/Deutz zu Angriffen.   Gegen 14.30 Uhr beobachteten Bundespolizisten im Hauptbahnhof eine Rangelei in der Nähe des Treppenabgangs zu den Bahnsteigen 4 und 5. Sicherheitskräfte der Deutschen Bahn fixierten dort einen Mann am Boden. Ein 38 Jahre alter Mitarbeiter erklärte, er sei von dem Mann unvermittelt mit der Faust ins Gesicht geschlagen worden. Weil sich der Angreifer auch gegenüber der Polizei weiter aggressiv verhielt, legten ihm die Beamten Handschellen an. Eine Videoauswertung bestätigte die Schilderung des Sicherheitsmitarbeiters.

Bereits wegen Diebstahls gesucht

Die Polizei stellte fest: Den 38 Jahre alten Mann ohne Wohnsitz suchte bereits die Staatsanwaltschaft wegen Diebstahls. Wegen seines verwirrten Zustands wurde er in eine Klinik eingewiesen. Nur vier Stunden später, gegen 18:30 Uhr, wurde die Bundespolizei erneut alarmiert – dieses Mal am Bahnhof Messe/Deutz. In einem ICE war es zu einem Streit mit einer 23-jährigen Frau und ihrem Begleiter gekommen, nachdem ein Zugbegleiter sie nach dem Fahrschein gefragt hatte. Die Frau soll dem Zugbegleiter ins Gesicht geschlagen und eine Pfandflasche nach ihm geworfen haben – sie landete einen Treffer, mitten ins Gesicht.