Köln – Der Parkplatz 2 am Fühlinger See ist selbst an einem schwülwarmen Freitagnachmittag mit einigen Autos belegt. Das Vorhaben der Bezirksregierung Köln, hier in möglichst naher Zukunft eine provisorische Unterkunft für 1000 Flüchtlinge aufzubauen, führt für fast alle Nutzer zu mehr oder weniger Problemen. Jeder Auto- und Motorradfahrer hier sorgt sich um das Wohl der Flüchtlinge und würde auch längere Wege in Kauf nehmen. Doch manche Probleme lassen sich wohl gar nicht lösen.
„Wo sollen wir hin? Rund 40 Fahrschulen nutzen diesen Parkplatz. Auf der Straße dürfen wir keine Pylonen aufstellen“, sagte Fahrlehrer Raimund Dreßen, und Kollegin Sandra Scarano ergänzt: „Aber für die Prüfungsaufgaben benötigen wir ein 400 Meter langes gerades Stück.“ Dreßen sorgt sich auch um die Flüchtlingskinder: „Die können doch wohl kaum schwimmen. Da müsste die DLRG ja 24 Stunden einen Bademeister abstellen.“
Susanne Reuter hat die Parkgebühr von 2,50 Euro bereitwillig gezahlt, „weil hier seit einiger Zeit schön sauber gemacht wird.“ Sollten die Flüchtlinge den Parkplatz benötigen, müsse man sie dort in Ruhe lassen. Dann müsse sie eben woanders parken. Michael Trimborn, der mit Sohn zum Grillen kam, würde wegen der Flüchtlinge Grill, Kühltasche und andere Ausrüstung dann eben per Fahrrad statt dem Auto von Nippes zum See befördern.
Mehr Probleme erwarten die mehr als 300 Reiter des benachbarten Reitvereins Oranjehof. „Beim Summerjam waren schon Wege gesperrt und es gab eine wochenlange Ausreitsperre. Gegen die Containersiedlung war der Summerjam dann aber wohl nur eine Kaffeefahrt“, glaubt eine Reiterin. Eine Reitkollegin sorgt sich um die Ruhe der etwa 40 Tiere, deren einzige Weide unmittelbar am Parkplatz liegt. Ansonsten müssten sie in Boxen stehen. „Ich möchte nicht als Flüchtlinge in einem Container mitten im Nirgendwo wohnen“, sagt eine junge Frau, die einen neuen „Brennpunkt im Brennpunkt“ befürchtet.
Helmut Neuhaus, der Mann des von der Stadt beauftragten Wachdienstes an der Zufahrt zum Parkplatz, hat heute relativ wenig zu tun. „Bei weniger schwülem Wetter ist hier alles voll. Viele fragen jetzt, was mit dem Platz wird.“
Dieter Sanden vom Sportamt der Stadt Köln war am Morgen bei einer Begehung mit Vertretern der Bezirksregierung auf dem Gelände. Vor allem ging es um Wasseranschlüsse und Strom. Die Mitarbeiter der Bezirksregierung seien von einem ganz enormen Eifer beseelt gewesen, möglichst schnell Unterkünfte aufzubauen, stießen aber auf Schwierigkeiten. So hätten sie von den Stadtentwässerungsbetrieben keine Kanalpläne bekommen können. Wassersportler, Angler, Inliner, Kanuten, Ruderer und Taucher müssen ausweichen. Wie kurzfristig die Unterkunft sein wird, ist nicht klar. Sanden: „Am Morgen war auch mal von acht Monaten und mehr die Rede.“