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Gehobene Küche nach türkischer ArtDas neue Restaurant „Zadem Privé“ verbindet Tradition und Moderne

Lesezeit 4 Minuten
Der zweifache Ladenbesitzer Batuhan Kolkilic eröffnete innerhalb von drei Jahren nun sein drittes Restaurant namens „Zadem Privé“. Dort bietet er türkische Küche an.

Der zweifache Ladenbesitzer Batuhan Kolkilic eröffnete innerhalb von drei Jahren nun sein drittes Restaurant namens „Zadem Privé“. Dort bietet er türkische Küche an.

Mit nur 19 Jahren startete der Restaurantbetreiber Batuhan Kolkilic in die Gastronomie-Szene, nun eröffnet er am Hohenzollernring bereits sein drittes Lokal.

Drei Läden innerhalb von drei Jahren- in diesem Tempo arbeitet der Inhaber der Neueröffnung „Zadem Privé“ am Hohenzollerring. Mit nur 19 Jahren eröffnete Batuhan Kolkilic das Café „Nane“ (Hildeboldplatz 15), kurz darauf folgte das Restaurant „Zadem“ (Kaiser-Wilhelm-Ring 6-8). Nun öffnete Anfang März sein neuestes Restaurant „Zadem Privé“ die Türen.

Auf den ersten Blick ähneln sich die Läden vom Konzept. Das Café „Nane“ bietet Frühstück an, beim „Zadem“ stehen Brunch und Abendessen auf der Karte und das „Zadem Privé“ soll ebenfalls ein Abendlokal werden.

„Der Unterschied ist, dass ich mich bei dem ‚Zadem Privé‘ auf eine gehobenere Küche und Atmosphäre konzentrieren will,“ erklärt der Inhaber. Die beiden bisherigen Läden seien eher locker gestaltet, doch die Neueröffnung solle Live-Musik und eine hochwertige Küche à la carte bieten.

Die Speisekarte enthält vor allem klassisch-türkische Gerichte und erstreckt sich bisher auf stolze 21 Seiten. Die Gäste finden dort kleine türkische Spezialitäten zum Teilen wie Joghurt-Dips, gebratenen Schafskäse oder dünnen Teig mit Käsefüllung. Für den großen Hunger bietet das Restaurant „Brunchplatten“, auf denen diverse Käsesorten, Rohkost, Backwaren und Ei angerichtet werden. Auch Fleischgerichte, darunter Rinderfilet und Lachs, finden sich unter einer langen Liste von Salaten auf der Karte. 

Etwas überraschend mischt sich der türkische Fokus mit italienischen Pizza- und Pasta Gerichten. „Wir sind uns noch nicht sicher, ob wir die Pizza nicht wieder streichen. Die Karte werden wir mit der Zeit noch anpassen,“ meint Batuhan Kolkilic. Zur Zeit experimentiert sein Team zusätzlich zu den bisherigen Speisen noch mit fünf Trüffelgerichten, die er bald in dem Restaurant anbieten wolle.

Bei den Getränken finden sich neben klassischen Softdrinks eigene Limonaden-Kreationen und Cocktails wie der „Dubai Sour“. Dieser wird mit dem sogenanntem „Ginstanbul“, einem Gin aus Istanbul, sowie Fruchtssäften gemixt. Passend dazu bietet Inhaber Kolkilic türkische Weine und Raki an, denn er wolle den Einfluss seiner Heimat betonen. Die Getränkekarte nimmt acht der 21 Seiten ein. Wem dieses Angebot immer noch nicht reicht, der kann sich laut der Karte seine Getränke individuell mixen lassen. 

Das neue Restaurant „Zadem Privé“ bietet türkische Gerichte sowohl in klassischer als auch in neu interpretierter Form an.

Das neue Restaurant „Zadem Privé“ bietet türkische Gerichte sowohl in klassischer als auch in neu interpretierter Form an.

In der Küche stehen nur Frauen, oft Mütter türkischer Herkunft. Sie benötigen dabei keine Kochausbildung. Dieses Konzept übernimmt er aus seinen anderen Lokalen und möchte damit besonders authentische, türkische Küche anbieten. Bei ungewöhnlichen Gerichten wie der Pizza begleite sein Team die Köchinnen dabei, neue Gerichte zu lernen.

Um das „Zadem Privé“ mit der vielfältigen Speisekarte zu vermarkten, setzt der junge Unternehmer bevorzugt auf Social Media. Daher lädt er regelmäßig Influencer ein, die seine Läden auf ihren Accounts bewerben.

Trotz des bisherigen Erfolges reagierte nicht jeder positiv auf die Neueröffnung, denn die Räumlichkeiten trafen bei einigen Kölnern einen Wunden Punkt. Bevor das Lokal dort einzog,  befand sich auf der Straße seit 1974 das „La Strada“. Die Wände der Traditionsgaststätte waren geschmückt mit alten Unterschriften von Besucherinnen und Besuchern, denen der Laden sichtbar am Herzen lag. In den Kommentaren des Instagram-Accounts vom „Zadem Privé“ äußerten viele ihren Unmut, auch bei der Versteigerung des Inventars vom „La Strada“ war die Stimmung aufgeheizt.

Batuhan Kolkilic hatte im Januar angekündigt, das Inventar des Ladens versteigern zu wollen. Der Erlös von etwa 4.500 Euro wurde an das Kinderhospiz Köln gespendet. „Bei der Versteigerung blickte ich in viele traurige Gesichter, teilweise stritten sich die Teilnehmenden über simple Schilder,“ erinnert sich der Inhaber. Er nehme das ganze mit Humor, denn seine Aufstiegs-Geschichte sei für ihn Grund genug, hier im ehemaligen „La Strada“ etwas neues aufzubauen.

Immer wieder erzählt er, wie er sich damals ohne finanzielle Rücklagen oder Ausbildung nach oben gearbeitet habe. Sein erstes Restaurant öffnete er mit gerade 20 Jahren, nachdem er ein Inserat für eine frei gewordene Geschäftsfläche auf den Kölner Ringen gesehen hatte. Dabei waren seine alleinerziehende Mutter Hava und sein kleiner Bruder eine entscheidende Stütze. 

Für die Zukunft hat der Gastronom erstmal keine neuen Lokale geplant, jedoch überlege er, das „Nane“ zu einem Franchise-Café umzugestalten. Er habe nach eigener Angabe dafür schon diverse Anfragen erhalten.