Bei dem Unglück war ein mit Zement beladener Güterzug entgleist. Der Lokführer kam ums Leben.
Bahnstrecke in NRW gesperrtLokführer nach Zugunglück in Geseke obduziert – Staatsanwaltschaft äußert sich

Ein mit Zement beladener Güterzug ist im nordrhein-westfälischen Geseke entgleist. Laut Angaben der Deutschen Bahn bleibt die Strecke noch für Wochen gesperrt.
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Nach dem schweren Zugunglück im nordrhein-westfälischen Geseke wurde die Leiche des getöteten Lokführers obduziert. Wie die Staatsanwaltschaft in Paderborn am Donnerstag (21. September) mitteilte, seien die Untersuchungen an der Leiche des 30-Jährigen abgeschlossen. Der Mann aus Warstein war ums Leben gekommen, als der mit Zement beladene Zug entgleist war.
Oberstaatsanwalt Ralf Meyer wollte zunächst keine weiteren Angaben zu den Ergebnissen der Obduktion machen und verwies auf den „postmortalen Persönlichkeitsschutz“. Das berichtet die Lokalzeitung „Der Patriot“. Der 30-Jährige saß zum Zeitpunkt des Unglücks nicht in der Lok, er versuchte offenbar noch, die Katastrophe zu verhindern.
Zugunglück in Geseke: Leiche des Lokführers obduziert – 30-Jähriger wollte Katastrophe verhindern
Der Güterzug war am Sonntag, 10. September, kurz nach einem Bahnübergang in Geseke entgleist. Ein kurz zuvor aufgenommenes Handyvideo hatte gezeigt, wie der Lokführer mit der Fernsteuerung des Zuges kurz vor dem Unglück zwischen zwei Waggons unterwegs war. Die Lok stand zu diesem Zeitpunkt bereits in Flammen.
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Der Lokführer soll nicht mehr in der Lage gewesen sein, den Zug zu bremsen und hatte per Funk noch versucht, den Fahrdienstleister zu kontaktieren und ihn über den Brand zu informieren. Er wollte den Zug eigentlich in Richtung Lippstadt ausrollen lassen, war für eine langgezogene Kurve aber zu schnell und entgleiste. Er war vermutlich sofort tot.
Güterzug in Geseke entgleist: Staatsanwaltschaft setzt Ermittlungen fort – Züge in NRW umgeleitet
Die Rettungskräfte hatten kurz nach dem Zugunglück mit einem Hubschrauber und Wärmebildkameras nach möglichen weiteren Überlebenden gesucht. Im Zug war allerdings zum Zeitpunkt des Unglücks nur der Lokführer. Die Bergungsarbeiten zogen sich über Tage hin, erst am Dienstag konnten die Arbeiter den letzten Waggon von den Gleisen ziehen.
Die Staatsanwaltschaft betonte, nach der Obduktion die Ermittlungen zur Unfallursache fortzusetzen. Weitere Details wurden aber zunächst nicht bekannt. Laut Angaben der Deutschen Bahn ist die Bahnstrecke zwischen Lippstadt und Paderborn durch das Unglück noch mehrere Wochen gesperrt. Fernverkehrszüge aus Nordrhein-Westfalen müssen umgeleitet werden. (shh)