Der Pfadfinderstamm Roter Milan hat akute Raumnot. Für die stetig wachsenden Gruppen soll ein Neubau her.
Verein seit 50 Jahren aktiv Pfadfinder hoffen auf neues Domizil in Neunkirchen-Seelscheid

Stammesführer Johannes Schmitz auf dem Grundstück in Birkenfeld, wo das neue Vereinsheim entstehen soll.
Copyright: Markus Peters
Lange schon plant der interkonfessionelle Pfadfinderstamm Roter Milan den Neubau seines Vereinsheims. Wenn alles glattgeht, könnten in einem halben Jahr auf dem Grundstück am Hardtweg in Birkenfeld die Bagger anrücken. „Der Mietvertrag mit der Gemeinde für das Grundstück ist fast unterschriftsreif, der Bauantrag ist in Vorbereitung“, berichtet der Geschäftsführer des Fördervereins, Dirk Oberhäuser.
Jahrelang nutzte der Verein die marode ehemalige Kindertagesstätte in Birkenfeld als Versammlungsort und Lagerstätte. Nach dem Abriss des Gebäudes Ende 2023 sind die gut 120 Pfadfinder provisorisch im alten Wasserwerk der Gemeinde untergekommen. Die Raumnot ist erheblich, denn der Verein floriert: „Erst kürzlich haben wir eine Jungen- und eine gemischte Gruppe neu aufgemacht“, berichtet Stammesführer Johannes Schmitz. Diese Basis soll in einem Neubau weiter ausgebaut werden. Der Grundstücks-Mietvertrag wird über 20 Jahre laufen, mit zweifacher Verlängerungsoption.
Pfadfinder in Neunkirchen-Seelscheid hoffen auf Förderung vom Landesjugendamt
„Die Pläne sehen einen Holztafelbau mit 160 Quadratmetern Fläche vor, aufgeteilt in einen großen und zwei kleine Gruppenräume“, erläutert Oberhäuser, dazu kommen noch Räume für Küche, Sanitär, Lager und Werkstatt. Auch wenn die Ansprüche der Pfadfinder eher bescheiden sind, das geschätzte Investitionsvolumen von ca. 400.000 Euro lässt die Vereinsmitglieder doch schlucken.
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„Wir haben durchaus nennenswerte Rücklagen gebildet und stehen im guten Kontakt mit örtlichen Unternehmen“, zeigt sich Dirk Oberhäuser optimistisch, „dazu haben wir ein großes Netzwerk an Sponsoren, Spendern, Freunden und Förderern.“ Der Innenausbau soll möglichst in Eigenregie durchgeführt werden. Dennoch, ohne Fördermittel wird es schwierig werden: „Wir haben einen Förderantrag beim Landesjugendamt gestellt, über den aber noch nicht entschieden wurde.“
Noch überwiegt vorsichtige Zuversicht, denn der Verein kann einiges vorweisen. Seit gut 50 Jahren bietet er Kindern und Jugendlichen ab dem Grundschulalter unterschiedliche Freizeitangebote sowie ausgedehnte jährliche Ferienfahrten. Durch niedrige Beiträge und den Förderverein kommt dieses Angebot auch Familien zugute, die sonst auf jeden Euro achten müssen.
Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund in Neunkirchen ist denkbar
Sollte die Förderung nicht bewilligt werden, müssten die Pläne deutlich abgespeckt werden. Das wäre schade, nicht nur für die Pfadfinder, erläutert Oberhäuser: „Es gibt Überlegungen, dass die neuen Räume vormittags vom Kinderschutzbund für seine Krabbelgruppen genutzt werden, da die Pfadfinder-Aktivitäten erst nach der Schule stattfinden – dafür aber fast jeden Wochentag.“ Unabhängig vom Ausgang des Förderverfahrens – weitere Spender und Unterstützer seien herzlich willkommen, betonen Schmitz und Oberhäuser.