Ausgelassen feierten rund 2000 Jecken im Zelt vor dem Aachener Tor in Bergheim. Als Highlight im Bühnenprogramm spielten die Räuber.
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Bergheim – Festzelte, Festhalle und Bürgerhäuser – so heißen die wummernden Herzen des Karnevals an Weiberfastnacht. In den Stadtteilen und in Bergheim selbst findet der Auftakt zum Straßenkarneval seit Jahren schon vornehmlich überdacht statt. Zahlenmäßiges Zentrum der Jecken: das Festzelt am Aachener Tor.
Hier feierten mehr als 2000 Jecken ausgelassen den Start in die tollen Tage, der in diesem Jahr erst um 13.11 Uhr begann. „Viele müssen noch arbeiten, da lohnt der frühe Beginn nicht mehr“, sagte Martin Jansen, Vorsitzender KG Einigkeit, die mit der KG Torwache die größte Party im Kreis veranstaltet. Auf der Bühne heizten Mo Torres, Miljö, die Kölsch-Fraktion mit den Ex-Höhnern Peter Horn und Franz Martin Willizil sowie die Räuber die Stimmung an.
Martina Franken, Gabriele Gmell und Yvonne Gustke (v.l.) machten als Leopardinnen in selbstgenähten Kostümen das Bürgerhaus in Oberaußem unsicher.
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Die wohl weiteste Anreise hatte Petra (52). Sie lebt und arbeitet seit elf Jahren auf Gran Canaria. „Zum Karneval muss ich als kölsches Mädchen ins Rheinland zurück“, sagte sie. Mit alten Freundinnen teilt sie sich bis Veilchendienstag eine Wohnung in Frechen. Warum nach Bergheim? „Hier soll die beste Stimmung sein und der DJ ist echt klasse“, lobte Petra. Der legte gestern allerdings zum letzten Mal auf. DJ Raphael, Ralf Nettesheim (57), hatte die Großveranstaltung, die bis zur Jahrtausendwende in der Stadthalle stattgefunden hat, 1990 mit Torwache und Einigkeit erfunden.
Helene Pompejus (r.) feierte mit ihren Freundinnen im Bürgerhaus Quadrath-Ichendorf.
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Rund 1000 Jecke brachten das Bürgerhaus in Quadrath-Ichendorf zum Beben, wo die Karnevalsgesellschaft Fidele 15 zum Familienkarneval geladen hatte. Das bedeutet nicht nur gute Laune für die kleinsten Fastelovendsfreunde, sondern auch für ältere Semester. „Ich bin jetzt 70 Jahre und will auch noch was Spaß haben“, sagte Helene Pompejus, die sich mit drei Freundinnen unters Feiervolk mischte. Auf der Bühne präsentierte sich die KG mit ihrer neuen Tanzgruppe, den Erftmariechen, und die Band De Krageknöpp als Stimmungsmacher.
Für Jutta Hornegger (2. v. l.) gehört an Weiberfastnacht der Besuch der Festhalle in Niederaußem zum festen Programm.
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In Oberaußem machten Martina Franken, Gabriele Gmell und Yvonne Gustke als Leopardinnen das Bürgerhaus unsicher – in selbstgenähten Kostümen, wie die drei jecken Wiever betonten. „Wir kommen jedes Jahr hierher, damit die Tradition nicht ausstirbt“, sagte Martina Franken. Die KG Vereinigte Karnevalsfreunde Oberaußem kümmerte sich um einen geordneten Ablauf des Spektakels mit rund 800 Jecken: Um den Eingang war ein Bauzaun aufgestellt. „Wir haben den Veranstaltungsbereich vergrößert, damit wir auch dort Hausrecht haben“, sagte KG-Vorsitzender Norbert Otto.
Ralf Nettesheim legte zum letzten Mal am Aachener Tor Musik auf.
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In Niederaußem feierten 400 Jecken mit der KG Fidele Geister in der Festhalle. Jutta Hornegger pries die Vorzüge des Ortskarnevals: „Man kann zu Fuß kommen und die Kinder mitbringen“, sagte die Niederaußemerin, die selbst schon als Kind hier gefeiert hat und nun mit ihrer Tochter in der Festhalle war.