Auf dem RWE-Gelände am Wachtberg in Frechen wollten sich die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) ansiedeln. Daraus wird nichts.
Am WachtbergFrechener Stadtrat erteilt KVB-Ansiedlung auf RWE-Gelände eine Absage

Luftbild vom RWE-Gelände Wachtberg in Frechen.
Copyright: Udo Beissel
Es ist entschieden. In der Ratssitzung am Dienstag lehnten die Mitglieder im nicht öffentlichen Teil mehrheitlich die Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur Ansiedlung der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) auf dem Wachtberg (ehemalige Brikettfabrik) ab. 33 Mitglieder des Rates votierten in geheimer Abstimmung gegen die Unterzeichnung, 15 waren dafür, es gab eine Enthaltung, teilte die Stadt mit. Das Unternehmen wollte seiner Werkstätten von der Scheidtweilerstraße in Köln-Braunsfeld nach Frechen verlängern. 200 Mitarbeitern wären mitgekommen.
KVB wollte in Frechen 50 neue Arbeitsplätze schaffen
50 neue Arbeitsplätze sollten hinzukommen. Weitere Nachfolgenutzungen sollen nun entwickelt werden, hieß es. „Es ist jetzt, wie es ist“, sagte dazu am Mittwoch der Fraktionsvorsitzende der SPD, Hans Günter Eilenberger. Er hoffe auf eine weitere partnerschaftliche Zusammenarbeit mit RWE und setze darauf, dass der Energiekonzern als Eigentümer des Geländes dort mit neuen Unternehmen zeitnah Arbeitsplätze schaffe.
„Wir haben es uns nicht leicht gemacht“, betonte Dieter Zander, Fraktionsvorsitzender der „Perspektive für Frechen“. Aber nach Abwägung aller Kriterien bringe die KVB-Ansiedlung keinen Mehrwert für die Stadt, es gebe zu wenig neue Arbeitsplätze und die Gewerbesteuer bliebe in Köln.
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FDP spricht von vertanen Chance
Thomas Okos, Vorsitzender der CDU Frechen kritisierte, „dass es bis zuletzt keine klaren Aussagen und verbindliche Zusagen der KVB gab, die im Sinne der Bürgerinnen und Bürger gewesen wären: weder zu Gewerbesteuereinnahmen, um die soziale Infrastruktur aufrecht zu halten, noch an einer signifikanten Anzahl neu geschaffener Arbeitsplätze.“
Dagegen sind FDP, Linke sowie die Grünen davon überzeugt, dass hier leichtfertig eine Riesenchance vertan worden sei. „Hochwertige Arbeitsplätze hätten durch die KVB-Ansiedlung nach Frechen geholt werden können“, so Nils von Pein, Co-Vorsitzender der grünen Ratsfraktion. „Damit der Strukturwandel gelingt, ist es nötig, die örtliche Wirtschaft nachhaltig zu erneuern. Dazu wäre die KVB ein passender Baustein, denn die Wartung der Bahnen und Gleise ist ein klimaverträglicher Wachstumsmarkt“, sagte er.
„Hier wurde es sträflich versäumt, ein Signal zu einem echten Strukturwandel zu setzen“, erklärte der Fraktionsvorsitzende der Linken, Peter Singer. „Die KVB wäre ein Magnet für weitere Unternehmen, ein Eisbrecher, der Schwung in die Vermarktung des Wachtberg hätte bringen können“, so der FDP-Partei- und Fraktionsvorsitzender Bernhard von Rothkirch.