Nachdem die Servicestelle irrtümlich mit einem Hund in Mechernich Beitragsfragen klären wollte, kam nun eine Entschuldigung – samt Geschenk.
„Leckerli-Grüße“ARD/ZDF-Beitragstelle entschuldigt sich bei Mechernicher Hund – mit Humor

Im Wald sitzen sie in der ersten Reihe: Mit Sohn Indy vom Höldergrund (r.) schaut Nanuk vom Veybach lieber dem Treiben in der Natur zu als den Sendungen in der Flimmerkiste.
Copyright: privat/Uwe Wilde
Nun hat es Nanuk vom Veybach auch schriftlich: Er ist von den Rundgebühren befreit! Wir erinnern uns: Vor wenigen Wochen hatte die Beitragsservicestelle von ARD, ZDF und Deutschlandfunk Nanuk vom Veybach aus Mechernich angeschrieben, weil sie Klärungsbedarf sah. Handelt es sich etwa um ein Gewerbe, das sich hinter dem adligen Namen verbirgt? Und wenn ja: Müssen dann nicht Rundfunkbeträge entrichtet werden?
Der Haken daran: Der Adressat ist weder in der in der Lage, das Schreiben zu lesen, noch zur Klärung des Sachverhalts etwas beizutragen. Nanuk vom Veybach ist nämlich der Hund von Uwe Wilde aus Mechernich.
Mechernicher Hund träumt lieber von Wildschweinen, statt TV zu schauen
Zum Glück stand auch dessen Name im Adressfeld, so dass er den Brief öffnen durfte, ohne sich des Verstoßes des Briefgeheimnisses schuldig zu machen. Fernsehen schaue Nanuk vom Veybach kaum, erklärte Herrchen dieser Zeitung, beziehungsweise fungierte als Ghostwriter und ließ den Vierbeiner auf diese Weise selbst erklären: „Dabei gucke ich gar kein Fernsehen und träume lieber von Wildschweinen. Zum Einschlafen eignen sich die öffentlich-rechtlichen Programme aber schon…“
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Das ergibt ja auch Sinn: Als Jagdhund der Rasse Deutsch-Langhaar hat Nanuk vom Veybach sicher einen harten Arbeitstag. Da noch Beiträge zu verlangen, wäre nun wirklich hundsgemein.

Die Beitragsservicestelle forderte Nanuk vom Veybach vor einigen Wochen auf, seine Betriebsstätte anzumelden.
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Nachdem diese Zeitung über die Hunde-Posse berichtet hatte, lieferte ein Sprecher der Servicestelle kurz darauf die Erklärung für diesen „Wauxpas“. Eine private Datenauskunft habe die Adresse geliefert.
Solcher Unternehmen bediene sich sie Beitragsstelle, um zu verhindern, dass Beitrags-Drückeberger nicht auf Kosten rechtschaffender Beitragszahler etwa Lanz, Maischberger, Helene Fischer oder die Rosenheim Cops konsumieren. Und irgendwie sei da auch Nanuk vom Veybach hineingeraten.
Wau, Du hast uns eine Lektion erteilt!
Was nun aber für viele Klischee-Gläubige überraschend kommen dürfte: Auch in einer Beitragsservicestelle, die ja häufig mit eher unangenehmen Fällen zu hat, gibt es Menschen mit Humor – namentlich der Leiter der Kommunikation, Goran Goić, versteht Spaß.
„Lieber Nanuk, wir müssen reden“, schreibt er in einem neuerlichen Brief an den Hund: „Eigentlich richten sich unsere Schreiben nur an Menschen. Aber wie sich herausgestellt hat, bist Du offenbar ein ganz besonderer Fall.“
Durch ein Missgeschick habe die Servicestelle Nanuk versehentlich als potenziellen Rundfunkbeitragspflichtigen eingestuft, gesteht Goić. „Eine absurde Idee“, wie er einräumt: „Denn selbst wenn Du als ein echter TV-Fan Deine Hundetage vor dem Fernseher verbringen und gespannt ,Tiere vor der Kamera‘ verfolgen oder bei ,Der Doktor und das liebe Vieh‘ mitfiebern solltest – Beitragspflicht besteht für Dich natürlich nicht.“ Womit das ganze Hin und Her um den „Hundfunkbeitrag“ nun ein Ende haben dürfte.
Sprecher spendiert Gutschein für Einkauf im Markt für Heimtierbedarf
Der Kommunikationschef bittet um Nachsicht: In einem Betrieb, der täglich Zehntausende Anliegen bearbeitet, könne schon mal ein Malheur passieren: „Wenn wir eins gelernt haben: Wau, Du hast uns eine Lektion erteilt!“
Daher wolle sich die Servicestelle entschuldigen, ist dem Schreiben zu entnehmen – und das nicht nur bei Nanuk vom Veybach. „Wir vom Beitragsservice hoffen, dass auch Dein Herrchen Uwe die ganze Angelegenheit mit demselben Humor genommen hat wie wir – nach dem ersten Schreck, versteht sich.“
In der Tat freut sich Herrchen Uwe Wilde sehr über den witzigen Brief, wie er dieser Zeitung nun versicherte. Zumal dem Schreiben eine nette Entschädigung beigefügt wurde, um das Ungemach wiedergutzumachen: ein Gutschein für den Einkauf in einer Filiale einer großen Kette für Heimtierbedarf.
Nanuk vom Veybach bedankt sich artig für „leckere Rinderkaustangen“
Der hat übrigens einen Wert von 18,36 Euro – entspricht also genau dem Betrag, den Nanuk vom Veybach monatlich zu entrichten hätte, wenn er denn wie die meisten seiner menschlichen Zeitgenossen für die Nutzung von ARD, ZDF und Deutschlandfunk zahlen müsste.
Um Missverständnisse zu vermeiden, fügt Goran Goić noch hinzu: „Keine Sorge, lieber Nanuk, dieser Gutschein stammt nicht aus den Rundfunkbeiträgen, sondern wurde von mir persönlich besorgt. Einfach, weil ich finde, dass eine so kuriose Geschichte ein versöhnliches Ende verdient.“ Mit Happyends kennen sie sich schließlich aus, die Fernsehleute. Das Schreiben endet dann auch mit „Leckerli-Grüßen“.
Wie es sich für einen Hund von Adelsstand gehört, hat sich Nanuk vom Veybach natürlich inzwischen bedankt, indem er seinem Herrchen ein paar nette Worte an die Beitragsservicestelle diktiert hat. „Vielen Dank für Ihr nettes Schreiben und den Gutschein“, heißt es in der Antwortmail: „Ich freue schon auf die leckeren Rinderkaustangen, die mein Herrchen mir besorgen will.“