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Nach Ankündigung der Sperrstunde„Brasserie aller Kolör“ schließt

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Köln – Die Brasserie in der Kölner Südstadt bleibt ab sofort geschlossen. Dies teilte Betreiber Daniele Rabe am Montag auf seiner Facebook-Seite mit. „Wir sind durch gute und schlechte Zeiten gegangen, wir haben ganz famos gefeiert, tolle Konzerte gerockt, lecker gekocht, Karneval neu definiert, Fußball geschaut und viel zu viel getrunken“, heißt es in der Mitteilung. Der Schritt schmerze, aber es gebe nichts mehr drum herum zu reden.

„Wir haben den Lockdown irgendwie überstanden. Wir mussten 55 Konzerte im Keller absagen, wo Kasalla, Miljö und viele andere gespielt hätten. Wir mussten Geburtstage, Hochzeiten und ca. 80 andere Feierlichkeiten absagen, auch und gerade weil wir aus Überzeugung keine großen Veranstaltungen zugelassen haben. Da ist man dann am Ende halt der Doof.“

Sperrstunde als Bankrotterklärung

Die Ankündigung von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), Städten, die über einem Inzidenzwert von 50 liegen, eine Sperrstunde zwingend aufzuerlegen, habe aber nun das Fass zum Überlaufen gebracht.

„Er sagte nichts Genaues, aber uns ist klar dass er gestern den mutigen Weg unserer Oberbürgermeisterin kassiert hat und wir in Zukunft nicht mal mehr bis Mitternacht geöffnet haben dürfen“, sagt Rabe. „Das ist kein Krisenmanagement vom Land NRW, das ist eine Bankrotterklärung. Mit der Gastronomie kann man es ja machen.“

„Mir sinn uns Widder. Versprochen.“

Rabe ist einer der bekanntesten Gastronomen der Stadt und einer der Sprecher der Interessensgemeinschaft Gastro. Bereits am Sonntag hatte er der Rundschau gesagt, dass er die Sperrstunde für wenig zielführend hält. Der Branchenverband IG Gastro prüfe daher eine Klage.

Rabe hatte zuletzt gesagt, er mache mit der Brasserie 7500 Euro minus im Monat. Der Wirt, der auch die Bagatelle in mehreren Stadtteilen betreibt, kündigte kämpferisch an wiederzukommen. „Mir sinn uns Widder. Versprochen.“