Barbara Schock-Werner, ehemalige Dombaumeisterin, würde gerne erste Präsidentin des Zentral-Dombau-Vereins werden. Eine Entscheidung fällt am zwölften Oktober.
Ex-DombaumeisterinBarbara Schock-Werner bewirbt sich um Spitzenposition

Barbara Schock-Werner möchte an die ZDV-Spitze.
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Manche Entwicklung braucht ihre Zeit. Und wenn es dabei um die Katholische Kirche geht, auch schon mal viel Zeit. 182 Jahre nach Gründung des Zentral-Dombau-Vereins (ZDV) scheint nunmehr die Zeit reif dafür zu sein, dass erstmals eine Frau an seiner Spitze die Geschicke des Vereins lenkt, ohne den der Kölner Dom wohl niemals fertiggestellt worden wäre und der für dessen Bestand von enormer Bedeutung ist. Wie die ehemalige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner der Rundschau auf Nachfrage bestätigt, wird sie sich um das Präsidentenamt des ZDV bewerben. Eine wichtige Weichenstellung dafür wird auf der Mitgliederversammlung am 12. Oktober in der Philharmonie erfolgen.
Erstmals eine Präsidentin für den Zentral-Dombau-Verein
Angesprochen darauf, dass sie bei Erfolg die erste Frau als ZDV-Präsidentin wäre, muss Schock-Werner herzhaft lachen. „Das kenne ich ja schon“, sagt die 77-Jährige. War sie doch die erste Frau im Amt des Dombaumeisters. Was sie in dieser Position von 1999 bis 2012 unter Beweis stellte: Sie brennt für den Kölner Dom. Zudem ist die Architektin und Kunsthistorikerin in Köln in ihrem Unruhestand auch im Denkmalschutz engagiert. Wer sich um Umfeld des ZDV umhört, bekommt eine weitgehend einhellige Meinung zu hören: Schock-Werner ist die Traumbesetzung für den Posten.
Doch auch wenn die Satzung des Vereins noch aus Kaisers Zeiten stammt, der Weg zum ZDV-Präsidenten ist ein demokratischer – im Grunde. Bei der Mitgliederversammlung wird der Gesamtvorstand von den Mitgliedern gewählt. Aus den Reihen wählt der Gesamtvorstand anschließend den Präsidenten, beziehungsweise die Präsidentin. Diese beiden „Hürden“ muss Schock-Werner also noch nehmen. Doch sie scheinen für sie keinesfalls unüberwindbar.
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Der ZDV ist für Schock-Werner kein unbekanntes Terrain. Als Dombaumeisterin war sie bereits „geborenes Mitglied“ im Gesamtvorstand. Im Ruhestand übernahm sie dann keine Funktion mehr, aus Rücksichtnahme auf ihren damaligen Nachfolger im Amt des Dombaumeisters. Mit dem amtierenden Dombaumeister Peter Füssenich pflegt Schock-Werner ein freundschaftliches Verhältnis, ein Interessenkonflikt existiert zwischen beiden nicht.
Ein Spaziergang wird das Amt im Falle ihrer Wahl aber nicht für die 77-Jährige. Nach dem Rücktritt aus privaten Gründen des ehemaligen Präsidenten Michael Kreuzberg muss der Verein aus einer Talsohle herauskommen. Die öffentliche Wahrnehmung hat über die vergangenen Jahre stark nachgelassen, die Mitgliederzahlen sind dem Vernehmen nach deutlich gesunken. Schock-Werner muss Aufbauarbeit leisten.