Flugreisende müssen sich am Mittwoch auf Verzögerungen bei der Lufthansa einstellen.
Düsseldorf betroffenVerdi ruft Lufthansa-Bodenpersonal zu Warnstreik am Mittwoch auf

Eine Lufthansa-Maschine des Typs Airbus A380 auf dem Flughafen München (Symbolbild). Für Mittwoch, 7. Februar, hat Verdi zu einem Streik bei der Lufthansa aufgerufen.
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Die Gewerkschaft Verdi hat das Bodenpersonal der Lufthansa zu einem ganztägigen Warnstreik an mehreren Flughäfen am Mittwoch aufgerufen. Das sagte ein Verdi-Sprecher am frühen Montagmorgen. Betroffen sind die Lufthansa-Standorte Frankfurt/Main, München, Hamburg, Berlin und Düsseldorf.
„Da alle Bodenbeschäftigten von der Wartung bis zur Passagier- und Flugzeugabfertigung zum Warnstreik aufgerufen werden, wird es voraussichtlich zu größeren Flugausfällen und Verzögerungen kommen“, schrieb Verdi am Montagmorgen in einer Mitteilung.
Die Lufthansa rechnet mit starken Auswirkungen am Mittwoch. Mehr als Hunderttausend Passagiere würden von den Folgen eines Sonderflugplans betroffen sein, teilte die Fluggesellschaft am Montag mit. Dieser werde gerade erarbeitet. Das Unternehmen kritisierte das Vorgehen der Gewerkschaft scharf: „Noch vor Beginn der eigentlichen Verhandlungen ist der Streik auch in Länge und Ausmaß völlig unverständlich“, hieß es in der Erklärung.
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Kritik der Lufthansa an Verdi
Personalvorstand Michael Niggemann sagte, dass der auf 27 Stunden geplante Warnstreik Gäste und Mitarbeitende unverhältnismäßig belaste. Die Arbeitgeberseite habe bereits ein konkretes Angebot vorgelegt, das unter anderem weitere Erhöhungen von Vergütung und Zusatzleistungen von insgesamt über 13 Prozent in den nächsten drei Jahren sowie eine Inflationsausgleichsprämie beinhalte. Der nächste Verhandlungstermin ist für den 12. Februar geplant.
Hintergrund des Warnstreiks sind die konzernweit laufenden Tarifverhandlungen für die rund 25.000 Beschäftigten am Boden unter anderem bei der Deutschen Lufthansa, Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo. Verdi will mit dem Warnstreik den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Ein Angebot der Arbeitgeber in der zweiten Verhandlungsrunde am 23. Februar wurde zurückgewiesen - es geht etwa um als zu niedrig empfundene Erhöhungsschritte und die 36-monatige Laufzeit.
Flughafen Köln/Bonn nicht vom erneuten Streik betroffen
Erst eine knappe Woche zuvor hatte es Streiks an zahlreichen deutschen Flughäfen gegeben. Verdi rief die Sicherheitsbeschäftigten an den Kontrollstellen von elf größeren Flughäfen am Donnerstag (1. Februar) zu Arbeitsniederlegungen auf. Auch der Betrieb am Flughafen Köln/Bonn war deutlich eingeschränkt gewesen. Etwa 80 Prozent der Flugbewegungen, die dort für Donnerstag geplant waren, wurden dort abgesagt. Am 7. Februar wird Köln/Bonn aber wohl nicht bestreikt.
Einen Tag nach dem Flughafen-Streik hatte es am Freitag, 2. Februar, einen Streik im ÖPNV gegeben. Auch die Kölner KVB war massiv betroffen. (dpa, red)