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Nach 0:1 beim SV RödinghausenAufstiegsträume von Fortuna Köln sind geplatzt

Lesezeit 3 Minuten
Die Profis des SC Fortuna Köln waren sichtlich bedient

Die Profis des SC Fortuna Köln waren sichtlich bedient 

Der Südstadt-Klub muss beim 0:1 in Rödinghausen eine bittere Niederlage hinnehmen. Zwei Leistungsträger verletzten sich am Mittwochabend.

Es war ein unglücklicher Mittwochabend für Fortuna Köln. Die 0:1-Niederlage im Nachholspiel des 18. Spieltags beim SV Rödinghausen war nicht nur vermeidbar, sondern könnte auch das endgültige Aus im Aufstiegskampf bedeuten. Dazu kamen Verletzungssorgen: Erst musste Stipe Batarilo früh ausgewechselt werden, dann konnte Arnold Budimbu in der Schlussphase nicht weitermachen. Da das Wechselkontingent bereits erschöpft war, spielte die Fortuna die letzten Minuten in Unterzahl.

Fortuna Köln mit schwacher erster Hälfte

Trainer Matthias Mink stellte aufgrund von Verletzungen um, setzte auf ein 3-1-4-2-System und verhalf Eigengewächs Abdul Bance in der Dreierkette zu seinem Startelfdebüt. Hendrik Mittelstädt ersetzte Danny Breitfelder im Sturm.

Mit aggressivem Pressing und hoher Intensität zwangen die Gastgeber die Fortuna früh in die eigene Hälfte. Bereits in der 13. Minute musste Torwart Lennart Winkler mit einer starken Parade gegen Kevin Wiethaupt retten. Wenig später folgte der erste Rückschlag: Batarilo musste verletzt vom Platz, was dem Kölner Spiel weiter schadete. Die Unsicherheit war greifbar, zu viele Ballverluste und Fehlpässe prägten das Aufbauspiel.

Rödinghausen nutzte die Schwächephase eiskalt. Nach einem schnellen Umschaltmoment kam Kapitän Dominik Ernst im Strafraum gegen den flinken Wiethaupt zu spät – Elfmeter. Der Gefoulte trat selbst an und verwandelte sicher (31.). Der Rückstand brachte die Zollstocker endgültig aus dem Konzept. Offensiv blieb die Mannschaft harmlos, während Rödinghausen auf das zweite Tor drängte. Nur Winkler verhinderte Schlimmeres: Erst parierte er stark gegen Paterson Chato (42.), dann rettete der 21-Jährige mit zwei sensationellen Reflexen gegen Michael Seaton.

Fortuna Köln fehlt es an Effektivität

„In der ersten Halbzeit haben wir nicht stattgefunden. Wir sind viel hinterhergelaufen, haben uns auffressen lassen. Das hat mich extrem gestört. Wir haben viele Eins gegen Eins-Situationen verloren. Daher kamen wir kaum in den Spielrhythmus“, urteilte Trainer Matthias Mink.

Nach der Pause bot sich aus dem Nichts dann die große Chance zum Ausgleich: Zum ersten Mal konnten die Südstädter ihr Offensivspiel aufziehen: Gianluis Di Fine zog aus der Distanz ab, Keeper Albers parierte, ließ den Ball aber abprallen. Kingsley Sarpei stand völlig frei, hatte das leere Tor vor sich – und setzte den Ball an den Pfosten.

 Es wurde das erste Mal diese Saison etwas lauter in der Kabine. Die Reaktion war sehr gut von den Jungs
Trainer Matthias Mink

Plötzlich war Fortuna im Spiel, gewann mehr Zweikämpfe, fand mehr Zugriff und verbuchte erstmals echte Spielanteile. „Es wurde das erste Mal diese Saison etwas lauter in der Kabine. Die Reaktion war sehr gut von den Jungs, besonders im Anbetracht des Altersdurchschnittes. Das war ein tolles Gesicht“, resümierte Mink

Die nächste Gelegenheit folgte: Nach einem Zuspiel von Breitfelder scheiterte Di Fine erneut knapp, sein Schuss ging am Pfosten vorbei (63.). Beinahe hätte Bance sein Debüt mit einem Treffer gekrönt, doch fünf Meter vor dem Tor traf er den Ball nicht richtig (77.). Trainer Mink kritisierte die fehlende Effektivität: „Das verfolgt uns schon die ganze Saison. Wir haben drei Riesenchancen. Da müssen wir ein Tor machen. Sonst wird es schwer, etwas mitzunehmen.“

Arnold Budimbu angeschlagen

Dann der nächste Rückschlag: Arnold Budimbu konnte in den letzten Minuten nicht mehr weitermachen, das Wechselkontingent war bereits ausgeschöpft. Fortuna musste in Unterzahl weiterspielen, die Schlussoffensive verpuffte.

Mit der Niederlage dürfte sich der Traum vom Aufstieg endgültig erledigt haben. Sollte Duisburg Ende März in Rödinghausen gewinnen, wächst der Rückstand auf zwölf Punkte – eine Lücke, die kaum noch zu schließen wäre. Zwar war der Aufstieg nie das erklärte Ziel, doch die Verantwortlichen werden sich ärgern, die letzte Chance auf eine echte Rolle im Titelrennen vergeben zu haben. Besonders bitter: Nach einer schwachen ersten Hälfte steigerte sich die Fortuna nach der Pause, hatte Chancen. Der Ausgleich wäre verdient gewesen. Doch am Ende belohnte sich Fortuna nicht.

Fortuna Köln: Winkler – Bance (81. Ekene), Fünger, Fischer – Matter – Ernst (63. Wiese), Batarilo (16. Di Fine), Budimbu, Mika – Sarpei, Mittelstädt (63. Breitfelder). – Zuschauer: 764. – Tore: 1:0 Wiethaupt (31/FE).