RB Leipzig spielt in den Augen von Steffen Baumgart den aktuell besten Fußball in Deutschland. Der Trainer des 1. FC Köln lobte vor dem direkten Duell am Samstag die Arbeit seines Kollegen und Freundes Marco Rose.
1. FC KölnFC-Trainer Steffen Baumgart traut Kumpel Rose den Titel zu

FC-Trainer Steffen Baumgart (hinten) und sein Kollege, Trainer Marco Rose
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Der 1. FC Köln besitzt kein Monopol auf positive Entwicklungen. Jeder in der Fußball-Bundesliga hat inzwischen zwar mitbekommen, dass die Geißböcke sich seit der Amtsübernahme von Trainer Steffen Baumgart auf einem Weg befinden, der höchsten Respekt abverlangt und von Staunen begleitet wird, aber auch bei anderen Clubs gibt es Entwicklungen, die aufhorchen lassen. Zum Beispiel beim nächsten Gegner des FC am Samstag (15.30 Uhr, Rheinenergiestadion/Sky): RB Leipzig, wo seit dem sechsten Spieltag der Saison 2022/23 Marco Rose als Chefcoach die sportliche Richtung vorgibt und das Talent der hochbegabten Sachsen deutlich sichtbar gemacht hat.
Unter dem Nachfolger des unglücklichen Domenico Tedesco (fünf Punkte aus fünf Spielen) sammelte Leipzig in der Bundesliga neun Siege, drei Unentschieden und unterlag nur bei Roses Ex-Klub Borussia Mönchengladbach (0:3). Als Tabellendritter ist Leipzig bis auf zwei Zähler an Branchenprimus Bayern München herangerückt. RB ist seit sage und schreibe 17 Pflichtspielen unbesiegt, hat in der Champions League das Achtelfinale gegen Manchester City erreicht und steht im DFB-Pokal nach einem souveränen 3:1-Heimsieg am Mittwoch gegen die TSG Hoffenheim im Viertelfinale. „Wir pushen uns, wir fordern uns und haben Spaß zusammen“, beschrieb Mittelfeld-Stratege Emil Forsberg die Elemente der Unbezwingbarkeit.
Rose und Baumgart waren 2014 zusammen beim Fußballlehrer-Lehrgang
Marco Rose und die Roten Bullen, das ist bislang eine absolute Erfolgsgeschichte. Sie beweist über welches Format der 46-Jährige als Trainer verfügt. Bei Borussia Dortmund, wo Rose vor seinem Engagement in seiner Geburtsstadt Leipzig an der Seitenlinie stand, dürfen sie sich fragen, warum sich die Weg so schnell wieder getrennt haben. Für Steffen Baumgart, der 2014 zusammen mit Rose in Hennef den Fußballlehrer-Lehrgang absolvierte, ist der jüngste Erfolg seines „Kumpels“ alles andere als eine Überraschung: „Dass Marco eine hohe Qualität als Trainer besitzt, hat er mehr als einmal bewiesen. Er schafft es, die Leistungsfähigkeit des Kaders auf die Straße zu bringen“, erklärte der Kölner Cheftrainer und konnte sich einen Seitenhieb in Richtung Mönchengladbach und BVB nicht verkneifen: „Im Fußball wird immer schnell geurteilt. Wir sehen gerade bei den Ex-Vereinen von Marco, dass es nicht so einfach ist, direkt Erfolg zu haben.“
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Baumgart erklärte auch, warum er mit dem RB-Coach so gut befreundet ist. „Es zeichnet ihn aus, dass er ein klarer, offener, einfach ein guter Mensch ist. Ich kann nicht nur Spaß mit ihm haben, sondern mich auch auf ihn verlassen. So arbeitet er auch mit seinem Mannschaften und wird deshalb in den meisten Fällen Erfolg haben.“
Leipzig hat nicht nur den besten Kader der Liga, sondern spielen auch mit den besten Fußball.
Der FC-Trainer ist der Meinung, dass Leipzig mit Rose schon in dieser Saison ein ernsthafter Titelkandidat ist: „Sie haben nicht nur den besten Kader der Liga, sondern spielen auch mit den besten Fußball. Auf lange Sicht sehe ich Leipzig als den Hauptkonkurrenten von Bayern München und wenn die Saison so weiterläuft, haben sie dieses Jahr schon die Chance dazu.“
Davie Selke absolviert das komplette Mannschaftstraining
Baumgart und sein Team wollen die Titeljagd des amtierenden Pokalsiegers am Samstag natürlich nicht unterstützen und ähnlich wie beim respektablen 2:2 im Hinspiel bei der Vergabe der Punkte im heimischen Rheinenergiestadion ein gehöriges Wort mitreden. „Wir werden alles daran setzen, unser Heimspiel zu gewinnen. Wir wollen die Zuschauer mitnehmen, den Weg nach vorne suchen und Leipzig zu Fehlern zwingen. Denn niemand ist ohne Fehler“, sagte der FC-Coach. Für den 51-Jährigen ist es elementar, dass der 1. FC Köln bei sich bleibt: „Wenn du dich entwickeln willst und näher an Teams wie Leipzig heranrücken möchtest, muss du deinen eigenen Weg gehen.“
Auf diesem Weg steht den Kölnern am Samstag vor 49 000 Zuschauern in Müngersdorf auch Davie Selke wieder zur Verfügung. Der Stürmer absolvierte nach seiner beim 0:0 auf Schalke erlittenen Sprunggelenkverletzung am Donnerstag das komplette Mannschaftstraining: „Davie wird mit hoher Wahrscheinlichkeit im Kader stehen“, gab Steffen Baumgart grünes Licht für den 27-Jährigen.