Die Probleme auf der Horremer Straße sind immer noch nicht behoben. Darunter leiden Verkehrsteilnehmer und Anwohner.
Viele UnfälleVerkehrsprobleme auf der Horremer Straße bleiben ohne Lösung

Drastisch erhöht hat sich die Menge des Verkehrs auf der Hauptstraße in Kerpen-Horrem in den letzten Jahren. Das führt zu vielen Unfällen.
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Es trifft Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer: Unfälle sind auf der Horremer Hauptstraße häufig. Manchmal stürzt ein Fußgänger. Manchmal kommt es aber auch zu schweren Autounfällen mit mehreren Verletzten.
Trotz ständiger Unfälle: Kerpener Bürger warten vergeblich auf Lösungen
Als besonders gefährlich und durch Verkehr „hoch belastet“ stuft die Verwaltung die Ecken Rathausstraße und Am Kalkofen ein. Und auch die Bewohner des Quartiers westlich der Hauptstraße leiden unter dem Verkehr. Pläne und Ideen für Maßnahmen dagegen gibt es genug. Passiert ist bisher aber noch nichts.
„Wir sollten im Interesse der Menschen nicht länger auf Lösungen warten“, sagt Philipp Krüll, Ortsverbandsvorsitzender der SPD. Wie lange die Horremer bereits auf Lösungen warten, kann Krüll mit einer langen Antragsliste belegen: Den ersten Antrag stellten die Sozialdemokraten am 3. März 2020. Den neunten und vorerst letzten Antrag reichten sie am 18. November 2021 ein.
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Immer wieder würden ihm Anwohner von kleinen Unfällen auf den Zebrastreifen entlang der Hauptstraße berichten, sagt Krüll. „Es ist fast ein Wunder, dass dort noch keine Menschen ernsthaft verletzt worden sind.“
Veraltete Ampelanlagen stellen Gefahr für Fußgänger dar
Und auch die Liste der Probleme, die in den Anträgen bemängelt werden, ist lang. Es geht um zu schmale Fahrbahnen, stark belastete Schleichwege und Fußgängerampeln mit zu kurzen Grünphasen. Ein Extrembeispiel ist die Ampel nahe der ehemaligen Gaststätte Wolter. Diese steht nur acht Sekunden auf Grün. Ältere Menschen, Gehbehinderte und Mütter mit Kindern würden es in dieser Zeit kaum über die Straße schaffen, sagt Krüll.
Fünf solcher Ampeln gibt es auf der Hauptstraße. Auch im Verkehrsausschuss war Konsens, dass die Ampeln zu schnell auf Rot schalten. Die Verwaltung und der Landesbetrieb Straßen NRW sollten deshalb eine gemeinsame Lösung finden.
Das war allerdings schon 2020. Damals beschlossen Ausschuss und Verwaltung, 35 000 Euro in eine Verkehrsuntersuchung zu investieren. Ein Jahr später bestätigte die Kommunalaufsicht die Mittel. Die Untersuchung gibt es bis heute nicht.
Dabei hat die Verwaltung die Dringlichkeit erkannt: Die Ampeln an den Ecken Rathausstraße, Bahnhofsstraße und Mühlengraben seien vor mehr als 40 Jahren konzipiert worden, heißt es in einer Vorlage. „Und sie werden weder den heutigen Verkehrsmengen noch den aktuellen Übereckverkehrsströmen gerecht.“
Bürger mit Vorschlägen zur Verbesserung der Verkehrslage in Kerpen
Mittlerweile gibt es auch Lösungsvorschläge von den Bürgern, zum Beispiel für die Straße Am Kalkofen. Dazu gehören Bodenschwellen, um zu schnelle Autofahrer abzubremsen. Oder eine Einbahnstraßenregel für die ganze Straße. So könnte der Verkehr auf der Straße reduziert und die Situation an der Kreuzung Am Kalkofen und Hauptstraße entschärft werden.
Wie schnell und zu welchen Lösungen es letztendlich kommt, ist noch unklar. Der nächste Ausschuss für Stadtplanung und Verkehr ist am Dienstag, 21. März. Bisher steht das Thema „Verkehr in Horrem“ nicht auf der Tagesordnung.