„Es ist geradezu absurd, dass RWE wertvolle Natur und eine intakte Agrarlandschaft zerstört, um Material zur landwirtschaftlichen Rekultivierung auf der Innenkippe des Tagebaus zu gewinnen. Dafür wurde mit dem Bochheimer Wäldchen ein wichtiger ökologischer Trittstein zur Wiedervernetzung der Bürgewälder zerstört“, kritisiert Dirk Jansen, NRW-Geschäftsleiter des BUND.
„Schulterschluss mit der Landesregierung und dem Oberbergamt“
„Selten trat die Skrupellosigkeit des verantwortlichen Konzerns offener zu Tage“, beklagt auch Waldpädagoge Michael Zobel und prangert einen „Schulterschluss mit der Landesregierung und dem Oberbergamt“ an.
Auch die Inititiative Buirer für Buir äußerte sich über Twitter erschüttert über die Rodung: „Bochheimer Wald ist Geschichte. Sollte es himmlische Gerechtigkeit geben, dann werden RWE und deren skrupellose Entscheider & Freunde dereinst für ihre Zerstörungswut bitter büßen müssen.“
Die Maßnahmen am Tagebau dienten nicht der Kohlegewinnung, sagte ein Sprecher des Tagebaubetreibers RWE. In dem Bereich vorkommender Kies und Sand soll eingesetzt werden, um die Böschungen des Tagebaus abzuflachen. „Es dient der Herstellung dauerhaft standsicherer Böschungen und damit der Gestaltung der Wald-See-Landschaft, die dem Tagebau folgen wird“, teilte RWE mit. Der Braunkohletagebau Hambach soll 2029 auslaufen. Das Loch soll mit Wasser zu einem See aufgefüllt werden. Der Tagebau liegt im Rheinischen Revier zwischen Kerpen und Jülich.
Um die Böschungen für die spätere Nutzung zu stabilisieren, sollen Kies und Sand vor allem im Osten des Tagebaus sowie außerhalb des Hambacher Forstes gewonnen werden. In anderen Bereichen dort sei das benötigte Material nicht in erforderlicher Menge und Qualität verfügbar, erklärte RWE. Die Vorfeldmaßnahmen seien durch Genehmigungen gedeckt. Der Energiekonzern erklärte: „Der Hambacher Forst ist von den Arbeiten nicht betroffen“. Dieses Symbol der Protestbewegung gegen die Braunkohleverstromung soll dauerhaft erhalten bleiben. (dpa/red)