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Impfung des BürgermeistersSPD erklärt Kritik nun für „erledigt“

Lesezeit 3 Minuten
Impfung Spritze in der Schale

Symbolbild 

Wachtberg – Wegen der „großen Verärgerung“ und „auch Unverständnis“ in der Bevölkerung hat Bürgermeister Jörg Schmidt auf der Internetseite der Gemeinde Wachtberg nochmals Stellung dazu genommen, wie es dazu kam, dass er entgegen irgendwelcher Prioritäten-Festlegung bereits geimpft ist.

Zuvor hatten SPD und Unser Wachtberg dem Bürgermeister einen Katalog an Fragen zu diesem Thema zukommen lassen. „So weit ich es nach dem ersten Lesen sagen kann, ist das eine Erklärung, mit der ich leben kann“, sagte Andreas Wollmann, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Gemeinderat, am Mittwochnachmittag der Rundschau. Anders als die Einstellung eines CDU-Mitglieds als Referenten, die von fehlendem politischen Instinkt zeuge, sei die Impfung „in erster Linie eine persönliche Sache“ von Schmidt, findet Wollmann.

Auf der Wachtberger Internetseite hat Schmidt am Mittwoch klargestellt, dass die Gemeinde vor dem Tag der Impfung nicht unterrichtet war, zumal das Altenstift Limbach privat geführt sei und die Kassenärztliche Vereinigung keinen Anlass gehabt habe, die Gemeinde einzubeziehen. Als er damals am Samstag, 2. Januar, von den überzähligen Impfdosen erfuhr, habe er nur noch eine halbe Stunde Zeit gehabt, da das Ärzteteam ansonsten den angesetzten Impfstoff, gemäß der „Gelben Liste“, hätte vernichten müssen. Wie die Kassenärztliche Vereinigung bereits im Januar erklärte, waren Dutzende Spritzenladungen überzählig, weil aus jeder Dosis ein oder zwei Spritzenladungen mehr als laut Beschreibung vorgegeben, gezogen werden konnten. Erst wenige Tage zuvor war der Impfstoff zugelassen worden.

Schmidt schildert in der Erklärung, wie er an jenem Wochenende die Meldekette der Gemeinde in Gang setzte, um so viele Impfwillige wie möglich aufzutreiben, um eine Vernichtung von Impfstoff zu vermeiden. Niemand habe gewusst, ob beim Eintreffen noch Impfstoff da sein würde. Zufällig habe er Frau und Sohn im Auto gehabt.

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Schmidt: „Es liegt der Vorwurf im Raum, ich hätte mich und meine Familie ,vorgedrängelt‘. Wenn ich das wirklich vorgehabt hätte, hätte ich auch meine Tochter noch von zu Hause dazu geholt.“ Bei der Kampagne der Bürgermeister aus dem Rhein-Sieg-Kreis „Wir lassen uns impfen, wenn wir dran sind“ sei es darum gegangen, Impfbereitschaft zu demonstrieren. „Dass ich mit meiner Entscheidung bei vielen von Ihnen Verärgerung ausgelöst habe, tut mir sehr leid“, schreibt Schmidt. Und weiter: „Ich hätte mir gewünscht, über den Impftermin und über die Möglichkeit überzähliger Impfdosen mit einem Vorlauf von ein paar Tagen unterrichtet worden zu sein. Denn dann wäre es möglich gewesen, Impfberechtigte der ersten Priorisierung zu finden und rechtzeitig über eine Impfmöglichkeit zu informieren.“ Dann hätten Meldedaten ausgewertet werden und dazu passende Telefonnummern gesucht werden können, um ältere Senioren auf einen möglichen Impftermin vorbereiten zu können. Jeder verstehe vielleicht, „dass so etwas nicht mit einem sehr kurzen Telefonat getan ist“, so Schmidt. Seine Erklärung ist auf der Internetseite der Gemeinde unter dem Stichwort „Impfaktion“ unter den „Mitteilungen aus dem Rathaus“ zu finden.