Die angekündigte Demonstration zum Erhalt der Sauna im Bornheimer Bad ist an einer fehlenden Genehmigung gescheitert. Die 325 Unterschriften müssen nun anderweitig übergeben werden.
BornheimDemo zum Erhalt der Sauna scheitert an fehlender Genehmigung

Bornheim Hallenfreizeitbad
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Eigentlich wollte die Initiative „Miteinander-reden“ um den Bornheimer Joachim Harnisch am frühen Mittwochabend vor dem Hallenfreizeitbad 325 Unterstützer-Unterschriften an Bornheimer Politiker übergeben. Mit denen macht sich die Gruppe für einen Erhalt der Sauna beim Neubau des Bades stark.
Zur Übergabe kam es aber nicht; die Kundgebung musste abgesagt werden. Wie Harnisch auf Rundschau-Nachfrage bestätigte, hatte er „formell keine Genehmigung beantragt“. Um die hatte ihn der Badleiter des Stadtbetriebs Bornheim aber am Mittwochnachmittag per Mail gebeten, ansonsten sehe er sich gezwungen, „Ordnungsamt und Polizei bei Veranstaltungsbeginn zu kontaktieren, um die entsprechende Demo aufzulösen“.
Mit fünf Leuten sei Harnisch daraufhin am Hallenbad gewesen, um „etliche Sauna-Unterstützer über die plötzliche Absage zu informieren“. „Die Reaktionen insgesamt lassen sich am besten mit Fassungslosigkeit, tiefster Enttäuschung und völligem Unverständnis beschreiben. Selbstverständlich werden die 325 Unterstützer-Unterschriften in Kürze im Original an die relevanten Adressaten weitergeleitet“, so Harnisch.
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Der Bürgermeister wurde offiziell eingeladen. Und Herr Becker ist auch Chef des Ordnungsamts und war informiert. Man könnte deshalb auch von einem stillschweigenden Dulden sprechen
Er habe zwar keine Genehmigung beantragt, aber „der Bürgermeister wurde offiziell eingeladen. Und Herr Becker ist auch Chef des Ordnungsamts und war informiert. Man könnte deshalb auch von einem stillschweigenden Dulden sprechen“, meint Harnisch. Christoph Becker hatte zuvor „aus terminlichen Gründen“ abgesagt. Harnisch ärgert sich über „das Timing, drei Stunden vor Veranstaltungsbeginn“ abzusagen und über die Wortwahl. So etwas provoziere Politikverdrossenheit.

Bornheim Hallenfreizeitbad von der Seite
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Für den Erhalt der Sauna setze er sich ein, weil „attraktive Freizeitangebote wie die Sauna mit dazu beitragen, dass sich die Menschen in Bornheim zu Hause fühlen und hier gerne wohnen und glücklich und zufrieden leben“. Bornheims Saunalandschaft sei ein wertvolles und kostbares Stück Daseinsvorsorge und „darf nicht, kann nicht rein privatwirtschaftlich gerechnet und berechnet werden“.
Grüne kritisieren UWG
Geärgert haben sich auch die Bornheimer Grünen, und zwar über die UWG-Fraktion. Die hatte formuliert, die Grünen-Fraktion habe bei den neuen Hallenbad-Plänen mit CDU, SPD und FDP „einen Luxusbau für 45 Millionen Euro beschlossen“. Fraktionsvorsitzende Maria Koch dazu: „Die Grünen distanzieren sich nachdrücklich von der Aussage der UWG, dass sie einer Luxusvariante des Hallenfreizeitbades zugestimmt und diese auch noch als ‚Grundbedürfnis‘ dargestellt hätten.“
Die mit den Stimmen von SPD, CDU und FDP getroffene Entscheidung für die Workshop-Variante ohne Sauna weise eine deutlich größere Wasserfläche aus als das jetzige Bad. „Wasserfläche ist jedoch der entscheidende Kostentreiber – beim Bau genauso wie bei den späteren Betriebskosten. Genau darauf haben wir immer wieder kritisch hingewiesen und hätten dies gerne bei der Entscheidungsfindung stärker in den Blick genommen. Hier wurde eine Chance verpasst.“ Für die Fraktion sei der Beschluss vom November 2021 bindend, der auf die Bedürfnisse der Kernzielgruppen Schule und Vereine fokussiere.