Köln – Geburt und Schwangerschaft sind nicht immer nur eine Zeit der puren Freude. Im Gegenteil: Sie bergen das Potenzial für viele Probleme. Angefangen von Konflikten bei einer ungewollten Schwangerschaft oder unerfüllten Kinderwunsch reicht die Palette über traumatische Geburtserlebnisse, psychische Erkrankungen bis hin zu Partnerschaftsschwierigkeiten.
Verschiedene Organisationen, Selbsthilfegruppen, Ärzte und Therapeuten sind stadtweit Ansprechpartner. Nun sind sie erstmals online vernetzt. „Im Netzwerk für Schwangerschaft und Psyche haben wir alle Themenschwerpunkte mit kompetenten Ansprechpartnern gebündelt“, sagt Gabrielle Stöcker.
Die Frauenärztin und Pro-Familia-Beraterin hat zusammen mit der Psychotherapeutin Britta Bosch das Netzwerk gegründet. Der Name: „Juno“. Benannt nach der römischen Göttin für Familie, Fürsorge und Geburt. „Juno“ soll die fachliche Beratung, Unterstützung und Therapie psychisch belasteter Menschen in der Schwangerschaft und nach der Geburt verbessern.
„In den vergangenen Jahren haben die Nachfragen von Frauen mit psychischen Problemen merklich zugenommen“, hat Gabrielle Stöcker festgestellt. Rund zwei Jahre Vorlaufzeit mit vielen Gesprächen mit unterschiedlichen Akteuren und der Suche nach Geldgebern stecken hinter dem Netzwerk „Juno“. „Dank der großzügigen Förderung durch die Glücksspirale, die Rheinenergie-Stiftung Familie und eine private Spenderin wurden die Erstellung der Homepage und der Druck von Visitenkarten erst möglich gemacht“, sagt Gabrielle Stöcker. Diese Visitenkarten haben die beiden Initiatorinnen an die Kölner Frauenarztpraxen versandt, damit sie dort weitergeben werden können.
„In den ersten Wochen wurde unsere Seite bereits fast 1500- mal angeklickt“, sagt Gabrielle Stöcker. Unter den zwölf Themenschwerpunkten finden sich auch Angebote für Männer. So gibt es unter anderem eine Selbsthilfegruppe für Männer, die die Geburt als traumatisch erlebt haben. „Für mich war dieses Netzwerk eine Herzensangelegenheit. Denn wir wollten alles abdecken“, sagt die Frauenärztin. „Bisher haben Betroffene oft eher zufällig die richtige Anlaufstelle gefunden.“
juno-koeln.de