Rückenwind durch ein Anziehen der Konjunktur erwartet Lanxess-Chef Matthias Zachert nicht unbedingt. Dennoch soll das Ergebnis im laufenden Jahr steigen.
Kölner SpezialchemiekonzernLanxess rutscht in die roten Zahlen

Lanxess-Chef Matthias Zachert erwartet im laufenden Jahr bessere Ergebnisse.
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Europa werde schwach bleiben, sagte Zachert bei der Vorlage der Geschäftszahlen am Donnerstag. Nordamerika erwartet er konstant, Asien besser als im abgelaufenen Jahr. Auch die für den Spezialchemiekonzern wichtigen Segmente Auto-, Agro- und Bauindustrie blieben wohl schwach, während es in der Elektronik- und Konsumgüterbranche leichtes Wachstum geben soll. Dennoch erwartet Zachert bessere Ergebnisse in allen Segmenten.
Insgesamt nimmt sich Zachert für das laufende Jahr ein operatives Ergebnis (Ebitda) zwischen 600 und 650 Millionen Euro vor. Dies entspreche einem Anstieg um etwa zehn Prozent, wenn man den für April erwarteten Verkauf des Urethane-Geschäfts ab diesem Zeitpunkt herausrechne, hieß es weiter. Für das erste Quartal erwartet Lanxess Werte von 25 bis 35 Prozent über dem Vorjahreswert von 101 Millionen.
Anleger machen bei Lanxess Kasse
Analysten hatten allerdings höhere Werte erwartet. Und so war Lanxess mit einem Minus von über fünf Prozent einer der großen Verlierer im MDax der mittelgroßen Werte. Generell machten Anleger am Donnerstag Kasse. Und das gerade bei den Werten, die zuletzt gut gelaufen waren. Lanxess etwa hatte zum Jahresbeginn bei 23,50 Euro notiert. Am Nachmittag lag der Kurs der Aktie immerhin noch über 29 Euro.
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Im abgelaufenen Jahr ist Lanxess unter dem Strich in die roten Zahlen gerutscht. Das Kölner Unternehmen verbuchte einen Verlust von 177 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte der Konzern dank der Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens noch einen Gewinn von 443 Millionen erzielt, aber im fortzuführenden Geschäft schon damals rote Zahlen geschrieben.
Wir haben den Widrigkeiten bei Konjunktur und Geopolitik getrotzt und unser Ergebnis aus eigener Kraft deutlich gesteigert.
Das bereinigte operativer Ergebnis hatte Lanxess im abgelaufenen Jahr um 19,9 Prozent auf 614 Millionen gesteigert. Dabei kletterte der Absatz in fast allen Geschäftsbereichen, der Umsatz ging aber um rund fünf Prozent auf 6,37 Milliarden zurück. Lanxess führt das im Wesentlichen auf niedrigere Verkaufspreise n zurück. Gesunkene Kosten für Rohstoffe und Energie mussten an Kunden weitergegeben werden. Die Ebitda-Marge vor Sondereffekten stieg aber.
„Wir haben den Widrigkeiten bei Konjunktur und Geopolitik getrotzt und unser Ergebnis aus eigener Kraft deutlich gesteigert“, sagte Zachert. Die strukturellen Maßnahmen wirkten. Das werde sich weiter auszahlen. Lanxess hat im Sommer 2023 aufgelegte Kosteneinsparungen schneller als geplant umgesetzt. Bis 2025 sollen die jährlichen Kosten dauerhaft um rund 150 Millionen sinken. Im abgelaufene Jahr wurden bereits 110 Millionen erzielt, laut Zachert 20 Millionen mehr als ursprünglich geplant.
700 Stellen fallen weg
700 Stellen fallen weg, die Hälfte davon in Deutschland. Und durch den Verkauf des Urethan-Geschäfts an das japanische Unternehmen UBE verlassen weitere 300 Mitarbeiten den Konzern, überwiegend im Ausland. Am Jahresende hatte Lanxess noch 12.228 Mitarbeitende. Das waren vier Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Mit dem Verkauf des Urethan-Geschäfts wird der Umbau von Lanxess abgeschlossen. Denn damit trennt sich Lanxess vom letzten Kunststoffgeschäft und wird Spezialchemiekonzern.
Im Segment mit Schutzprodukten sank der Umsatz um 11,1 Prozent auf 2,08 Milliarden. Das operative Ergebnis sank wegen schwacher Nachfrage aus der Agrochemie um 7,7 Prozent auf 286 Millionen. Wegen geringerer Verkaufspreise sank der Umsatz im Segment mit Additiven um fünf Prozent auf 2,21 Milliarden. Eine bessere Anlagenauslastung und Kostensenkungen sorgten allerdings für einen Anstieg des operativen Gewinns um 8,6 Prozent auf 227 Millionen. Im Geschäft mit Zwischenprodukten stieg dagegen der Absatz. Der Umsatz wuchs um 1,6 Prozent auf 1,8 Milliarden. Das operative Ergebnis vor Sondereffekten legte um 73,6 Prozent zu. Gründe sind auch hier eine höhere Auslastung der Anlagen sowie Kostensenkungen.
10 Cent Dividende pro Aktie
Lanxess hat Schulden abgebaut. Sie sanken um 4,7 Prozent auf 2,38 Milliarden. Die sollen weiter reduziert werden, so Zachert. Der Focus darauf werde auch bei der Ausschüttung berücksichtigt. Die Aktionäre sollen eine stabile Dividende von 0,10 Euro erhalten. Damit würden neun Millionen Euro ausgeschüttet.