Nach dem 1:2 im Testspiel gegen den SC Verl schrillen beim 1. FC Köln die Alarmglocken.
1. FC KölnWarum die gute Ausgangsposition auch trügerisch ist

Dominique Heintz fehlt dem 1. FC Köln im schweren Auswärtsspiel beim Tabellendritten SC Paderborn - und womöglich auch noch länger.
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Christian Keller hatte sich gerade über die blamable Leistung des 1. FC Köln in der ersten Hälfte beim Testspiel gegen Drittligist SC Verl echauffiert, als der Sportchef des Fußball-Zweitligisten nach der aktuellen sportlichen Situation gefragt wurde. Ein schwieriger Spagat in einem Moment, in dem der Aufstiegsaspirant all das hatte vermissen lassen, was es braucht, um am 18. Mai das Ziel Bundesliga tatsächlich erreichen zu können. Keller vergegenwärtigte sich wohl kurz das Tabellenbild und antwortete: „Wir haben uns eine gute Ausgangsposition erarbeitet.“
Eine Aussage, der man folgen kann. Die Geißböcke sind mit 47 Punkten Tabellenzweiter und stehen damit acht Spieltage vor dem Saisonende auf einem direkten Aufstiegsplatz. Der FC kann die Rückkehr in die Bundesliga so gesehen aus eigener Kraft schaffen. Genauer hingeschaut, ist die gute Ausgangsposition aber auch eine trügerische.
Der Vorsprung der Kölner auf Rang drei und den formstarken SC Paderborn beträgt vor dem direkten Duell am 29. März nur zwei Punkte. Auch der 1. FC Kaiserslautern ist als Vierter nur vier Zähler entfernt, ganz zu schweigen von dem breiten Verfolgerfeld, das bis zum Tabellenneunten SV Elversberg (40 Punkte) reicht.
Wir wissen selbst, dass wir mit der Art und Weise, wie wir gespielt haben, nicht immer zufrieden sein konnten.
Mal davon abgesehen, dass das Punktepolster des Teams von Trainer Gerhard Struber durchaus üppiger hätte ausfallen können, ist die Situation der Kölner vor allem abseits des Tabellenbildes. Seit Wochen bringt der FC seine Fans trotz guter Punktausbeute durch seine dürftigen fußballerischen Leistungen zur Verzweiflung: „Wir wissen selbst, dass wir mit der Art und Weise, wie wir gespielt haben, nicht immer zufrieden sein konnten“, räumte Christian Keller ein.
Beim 1:2 gegen Verl gaben die Kölner am Donnerstag nun einen Offenbarungseid ab und ließen mit ihrem haltungslosen Auftritt die Alarmglocken läuten. Dass Luca Waldschmidt am Freitag in einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger von „mangelnden Vertrauen“ in seine Person sprach, ist ein weiteres Indiz dafür, dass im sportlichen Bereich beim FC nicht alles zum Besten gestellt ist.
Nach Maina und Gazibegovic fällt auch Heintz gegen Paderborn aus
Erschwerend hinzu kommt, dass nach Linton Maina und Jusuf Gazibegovic (beide Knöchelverletzung) mit Dominique Heintz die nächste Stammkraft vorerst ausfällt. Der routinierte Innenverteidiger zog sich am Mittwoch im Training eine strukturelle Muskelverletzung im Oberschenkel zu und stand schon für das Testspiel gegen Verl nicht mehr zur Verfügung.