Von der Bezirksliga ins Mittelrheinliga-Rampenlicht: Tim Keil winkt im Duell mit Wegberg-Beeck der nächste Startelf-Einsatz. Hennef gastiert beim Bonner SC.
Teamplayer und Allround-TalentSiegburger Trainer schwärmt von Tim Keil

Der Siegburger SV 04 um Noah Tomson (links) und Tim Keil ist 2025 noch ungeschlagen.
Copyright: Quentin Bröhl
Das nennt man wohl kollektiven Jubel. Als Waiss Ezami im Duell bei Fortuna Köln II in der Nachspielzeit die letzten Zweifel am Auswärtssieg beseitigte, hielt es niemanden mehr auf der Auswechselbank des Fußball-Mittelrheinligisten Siegburger SV 04.
Selbst Physiotherapeut Lukas Daskalopoulos nahm den 60-Meter-Sprint zur Eckfahne auf sich, um den Treffer zum 4:1-Endstand zu feiern. Während Winterzugang Leon Mani sogar seine (beim Warmmachen zugezogene) Verletzung vergaß und den Lauf auf halbem Weg abbrechen musste, stieß Mamy Condé als einer der Ersten zur Jubeltraube hinzu. Ein Spieler, der an diesem Nachmittag gar nicht zum Einsatz kommen sollte.
Wir sind eine Einheit, von der Nummer eins bis zum Physio
„Genau das macht uns im Moment so stark: Wir sind eine Einheit, von der Nummer eins bis zum Physio“, betont Trainer Alexander Otto. Die perfekte Bilanz von neun Punkten aus den ersten drei Rückrundenspielen sei in erster Linie „das Ergebnis von Teamwork“. Teamwork, das nicht zuletzt von Tim Keil (24) vorgelebt wird.
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Der Sommerzugang vom Bezirksligisten SC Uckerath ist spätestens seit dem Jahreswechsel voll eingeschlagen in Siegburg. „Tim stellt sich zu 100 Prozent in den Dienst der Mannschaft und ist bei jedem Treffer gefühlt der Erste, der dem Torschützen gratuliert“, erklärt Otto. „Er besitzt einfach einen brutalen Siegeswillen.“

In den vergangenen beiden Bezirksliga-Spielzeiten verbuchte Tim Keil (links) 57 Treffer für den SC Uckerath.
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Keils größter Trumpf sind allerdings seine Qualitäten als Allrounder. Nachdem er beim 2:1-Erfolg über die SpVg Porz als Flügelstürmer für Wirbel gesorgt hatte, musste er im Derby gegen den FC Hennef 05 (3:1) erst als Rechts- und später (nach der Verletzung von Ju-yong Jo) als Linksverteidiger aushelfen. Letztere Rolle nahm er auch am Sonntag im Kölner Jean-Löring-Sportpark ein – und krönte seine Leistung mit dem zweiten Saisontor (zum 3:0).
„Tim bringt jede Menge Offensivpower mit“, sagt Otto über jenen Akteur, der in den vergangenen beiden Spielzeiten 57 Treffer und 37 Assists verbuchte. Eine stolze Bilanz, selbst wenn sie zwei Klassen tiefer zustande kam. „Er hat sich wahnsinnig schnell ans Mittelrheinliga-Niveau gewöhnt. Davor kann man nur den Hut ziehen“, betont sein Trainer. Neben Keils fußballerischen Qualitäten lobt er vor allem die „schnelle Auffassungsgabe. Tim hört einfach genau zu, wenn man ihm Tipps gibt – und setzt diese in der Regel sofort um.“ Kein Wunder also, dass man in Siegburg bereits mit dem 24-Jährigen verlängert hat.
Siegburg sinnt auf Revanche gegen den FC Wegberg-Beeck
Für Mehmet Dogan ist Keils Entwicklung derweil „keine Überraschung“. Der Teammanager des Regionalligisten Eintracht Hohkeppel war es, der den Angreifer im Sommer in seiner damaligen Funktion als Siegburger Sportchef in die Mittelrheinliga lotste. „Ich hatte Tim schon zu meiner Zeit beim VfL Alfter auf dem Wunschzettel gehabt“, berichtet der 41-Jährige. „Er bringt einfach das mit, was im modernen Fußball wichtig ist: Speed und Technik.“ Unabhängig dieser Gabe sei Keil ein „Riesentyp. Er ist ein Teamplayer, auch neben dem Platz.“
Im anstehenden Duell mit dem FC Wegberg-Beeck (So., 15 Uhr) winkt dem Allrounder nun der fünfte Startelf-Einsatz in Folge. Im Hinspiel beendete der Regionalliga-Absteiger die Siegburger Serie von vier Siegen hintereinander (12:1-Tore). „Damals hat uns Wegberg in der ersten Halbzeit überrannt“, erinnert sich Otto an die 0:2 (0:2)-Pleite. „Das war ein gefühlter Klassenunterschied. Jetzt können meine Jungs zeigen, dass sie inzwischen dazugelernt haben.“
Der Tabellendritte habe „nach dem Bonner SC den stärksten Kader der Liga. Wir haben einfach nur Bock, uns dieser Herausforderung zu stellen.“ Allen voran Keil, der Mann der Stunde beim SSV 04.
Bonner SC empfängt den FC Hennef
Der FC Hennef 05 fiebert dem Duell am Freitag (20 Uhr) beim Spitzenreiter Bonner SC entgegen. Einem Team, das nicht nur wegen des Zehn-Punkte-Vorsprungs auf Merten (2.) mit einem halben Bein in der Regionalliga steht. Denn der BSC hat als einziger Mittelrheinligist für die höhere Spielklasse gemeldet. Das bedeutet: Nur wenn Bonn eine Top-Drei-Platzierung verpasst, würde der Traum vom Aufstieg doch noch platzen.
Trainer Fatih Özyurt stellt jedoch klar: „Wir reisen nicht an, um dem BSC zu gratulieren. Vielmehr wollen wir zeigen, dass wir 2025 nicht rein zufällig schon zehn Punkte gesammelt haben.“ Die SpVg Porz habe mit dem jüngsten 1:0-Erfolg im Sportpark Nord „gezeigt, dass der BSC nicht unschlagbar ist“.
Mit Coach Sascha Glatzel sowie den Spielern Michael Okoroafor, Masahiro Fujiwara und Tarik Dogan trifft der FCH auf ein Quartett, das maßgeblich zur Hennefer Meisterschaft 2023 beitrug. Auf der Gegenseite kehren Burak Mus und Nils Teixeira an ihre alte Wirkungsstätte zurück.