SPD, Freie Wähler und Linke/BSW/+ stehen hinter dem Projekt. Sie wollen aber zeitnah von Kostensteigerungen erfahren
Rhein-ErftOpposition will Kosten für das Haus der Bildung in Horrem deckeln

Die Kosten für Umbau und Sanierung des Salvatorianerinnen-Klosters in Kerpen-Horrem verdoppeln sich auf 25 Millionen Euro.
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Einen Blankoscheck wollen SPD, Freie Wähler und Linke/BSW/+ der Kreisverwaltung und Landrat Frank Rock (CDU) nicht ausstellen. In einem gemeinsamen Antrag fordern sie, dass die Kosten für das geplante Haus der Bildung in Kerpen in einem „angemessenen, das heißt sowohl politisch vertretbaren Verhältnis zu dem zu erwartenden Nutzen stehen“ müssten.
Daher könne erst dann grünes Licht für den Umbau und die Sanierung des ehemaligen Salvatorianerinnen-Klosters in Kerpen-Horrem gegeben werden, wenn die Kosten „hinreichend erfasst und im Finanzausschuss des Kreises politisch nachvollziehbar dargelegt werden“, heißt es weiter. Der Kreistag wird sich in seiner Sitzung am kommenden Donnerstag in Bergheim mit dem Antrag beschäftigen.
Die Kosten für das Projekt in Kerpen sind aus dem Ruder gelaufen
Die drei Fraktionen von SPD, Freien Wählern und Linke/BSW/+ haben dort 26 der 80 Sitze. Allein die CDU hat 30. Sie bildet mit Grünen (15) und FDP (4) eine Jamaika-Koalition. Die Kosten für eines der zentralen Projekte des früheren Lehrers Rock waren aus dem Ruder gelaufen. Sie schnellten nach dem Grundsatzbeschluss im März 2023 für ein Haus der Bildung noch im selben Jahr in die Höhe – auf mehr als 20 Millionen Euro.
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Nach Recherchen dieser Redaktion wurde Teilen der Politik diese Entwicklung zunächst verschwiegen. Aktuell belaufen sich die Kosten auf 25 Millionen Euro. Für die drei Oppositionsfraktionen ist eigenen Angaben zufolge nicht erkennbar, ob dieser Kostenansatz realistisch ist und zu halten sein wird.
Diese Angaben sind Teil eines Papiers, das die Kreisverwaltung unlängst den Fraktionen vorgelegt hatte. Darin geht es um eine Gegenüberstellung der Kosten für den Umbau des Klosters, einen Abriss und Neubau an derselben Stelle und einen Bau an einer fiktiven Stelle. Grundlage dafür sind, so heißt es, Sachverständigenberichte. Hans Decruppe (Linke/BSW/+) hält dies für fraglich. Er wisse nichts von externen Sachverständigen, die sich mit diesem Projekt beschäftigt hätten. Es müsse sich um Berechnungen der Verwaltung handeln.